In digital veredelten Bildern zaubert der griechische Regisseur Tassos Boulmetis das Istanbul der 50er und das Athen der 60er Jahre auf die Leinwand und erzählt dabei die Geschichte eines in der Türkei lebenden Jungen, der gezwungen ist, mit seinen Eltern nach Griechenland auszuwandern. Kritik
Mondovino, die Welt des Weins, ist ein eigener Kosmos. Dennoch geht es dort wie überall zu: Amerikaner bekehren die Welt, Gallier wehren sich und am Ende ist alles Geschmackssache. Kritik
USA 2003. Regie: C. Jay Cox. Mit: Steve Sandvoss, Wes Ramsey Start:
Ein bewegendes Drama über die Liebe zwischen einem eitlen Aufreißer und einem schüchternen Mormonenprediger. Vielleicht der Beginn eines schwulen Mainstreams. Kritik
USA, GB 2004. Regie: Stephen Hopkins. Mit: Geoffrey Rush, Emily Watson Start:
In dem Biopic des Fernseh- und Kino- erfahrenen Regisseur Stephen Hopkins (24, ab 2001) vermag Geoffrey Rush den englischen Schauspieler und Komödianten, der durch die Rolle des Inspektor Clouseau zum Superstar der 60er Jahre aufstieg, in einer genialen Performance zu verkörpern. Kritik
Jola glaubt, jemanden getötet zu haben, und Dora will eigentlich ihre Ruhe haben: die seltsamen Ursprünge einer zarten Liebesgeschichte in einem Leipziger Plattenbau. Kritik
D 2004. Regie: Anno Saul. Mit: Denis Moschitto, Nora Tschirner Start:
Ob sich seine zukünftige Vaterschaft mit der Produktion des ersten deutschen Kung-Fu-Films vereinbaren lässt, muss der junge Türke Ibo in dieser unterhaltsamen Hamburger Kiezkomödie erst noch mühevoll herausfinden. Kritik
D 2001. Regie: Lars Kraume. Mit: Caroline Korneli, David Sieveking Start:
Ein Würfel trifft die Reiseentscheidungen zweier junger Menschen, die auf eine Odyssee durch Europa geschickt werden. Mit minimaler Technik realisiert, versucht der simulierte Dokumentarfilm das Lebensgefühl der heutigen Twens wiederzugeben. Kritik
USA 2004. Regie: Michael Radford. Mit: Al Pacino, Jeremy Irons, Joseph Fiennes Start:
Die erste Verfilmung des Dramas seit langer Zeit stellt Shylock in den Kontext der Gesellschaft und macht ihn zu einer starken, tragischen Figur. Kritik
USA 2003. Regie: Joshua Marston. Mit: Catalina Sandino Moreno, Virginia Ariza Start:
Das religiös angehauchte Drama erzählt von einer jungen Kolumbianerin, die sich durch Drogenschmuggel in die USA eine bessere Zukunft erhofft. Doch es kommt zu Komplikationen. Kritik
Ein charmantes Debüt aus Schottland präsentiert die ehemalige Fotografin Shona Auerbach. Sympathische Schauspieler und ein pointiertes Drehbuch lassen einen über die Vorhersehbarkeit der Geschichte hinwegsehen. Kritik
USA 2004. Regie: Todd Solondz. Mit: Jennifer Jason Leigh, Ellen Barkin, Richard Masur Start:
Die zwölfjährige Aviva möchte um jeden Preis ein Kind bekommen. Nachdem sie von zu Hause wegläuft, gerät sie auf ihrer abenteuerlichen Reise an christliche Fanatiker und einen Pädophilen. Palindromes von Todd Solondz (Willkommen im Tollhaus, Welcome to the Dollhouse; Happiness) erzählt von einem jungen Mädchen, verkörpert durch acht verschiedene Schauspielerinnen, das sich auf der Suche nach seinem Glück befindet. Trotz einiger interessanter Ideen und einer unkonventionellen Herangehensweise geht dem Film allerdings schon nach der Hälfte die Luft aus. Kritik
ISR, PA 2004. Regie: Tawfik Abu Wael. Mit: Hussein Yassin Mahajne, Amal Bweerat Start:
Durst nach Wasser, Freiheit und Begierde hat eine palästinensische Familie im selbst auferlegten Exil. Für sein beeindruckendes Familiendrama hat Tawfik Abu Wael 2004 in Cannes den Preis der Kritiker erhalten. Kritik
Ewige Schönheit versucht die Gesellschaftsvision des Nationalsozialismus nachzuzeichnen. Der Film besteht ausschließlich aus Originalfilmmaterial und bietet einen wichtigen Einblick in nationalsozialistische Ästhetik und Politik. Kritik
D 2005. Regie: Malte Ludin. Mit: Malte Ludin Start:
Dokumentation über einen hingerichteten Naziverbrecher und die Gegenwart seiner hinterbliebenen Familie - intim, persönlich und in seiner Offenheit mutig erzählt durch den eigenen Sohn. Kritik
CA 2004. Regie: John Palmer. Mit: Brendan Fehr, Andre Noble Start:
Sugar erzählt von Cliff, der an seinem achtzehnten Geburtstag auf den Stricher Butch trifft, von dem er sofort fasziniert ist. Mit leichter Hand inszeniert John Palmer fast nebensächlich das Erwachsenwerden eines jungen Mannes im Strichermilieu, schafft es dabei aber nicht die anfängliche Stärke seines Films bis zum Ende durchzuhalten. Kritik
USA 2005. Regie: Thomas Carter. Mit: Samuel L. Jackson, Rob Brown, Robert Ri´chard Start:
Als ihre schulischen Leistungen zu schlecht werden, sperrt Coach Carter seine Mannschaft kurzerhand vom Training aus. Damit handelt er sich reichlich Ärger ein, behält aber recht – wie immer. Kritik
Eine Siedlung in Tokio: Als eine alleinerziehende Mutter ihre vier Kinder zurücklässt, beginnt für die Heranwachsenden ein Überlebenskampf. Der beim Filmfestival von Cannes mit dem Darstellerpreis ausgezeichnete Nobody Knows besticht vor allem durch das natürliche Spiel seiner jungen Akteure und eine poetisch-realistische Erzählweise, die das Leben mit all seinen Facetten zelebriert. Kritik
USA, CA, HU, GB 2004. Regie: István Szabó. Mit: Annette Bening, Jeremy Irons Start:
István Szabó präsentiert seine zweite Komödie. Nach dem Zauber der Venus (Meeting Venus, 1991) lässt er uns nun dem Zauber Julias verfallen – und dies in einem phantastischen Film! Kritik
USA 2004. Regie: John Polson. Mit: Robert De Niro, Dakota Fanning Start:
Psychologin Katherine glaubt, dass Charlie, der neue Freund von Emily, der Tochter ihres Psychologen-Freundes David, nur ein imaginiertes Trauma-Produkt ist. Ein tödlicher Irrtum, denn in diesem kruden Mix aus Shining (1979) und Angel Heart (1988) agiert Charlie äußerst blutrünstig. Kritik
D, E 2005. Regie: Hannes Stöhr. Mit: Megan Gay, Luidmila Tsvetkova, Florian Lukas, Erdal Yildiz Start:
Vier Gepäckdiebstähle in vier europäischen Städten konfrontieren die betroffenen Touristen mit unverständlichen Formularen, Fußball schauenden Polizisten und unerwartet komplizierten Verhören, während gerade das Championsleague-Finale stattfindet und die Fans ausflippen. Ein filmisches Vierländerturnier, das auf unterhaltsame Art und Weise ein Europa zeigt, das trotz Verständigungsschwierigkeiten vereint im Fußballfieber schwelgt. Kritik
Der beklemmende Dokumentarfilm berichtet von den Erfahrungen der Kinder eines KZ-Überlebenden und wie tief die Traumatisierung des Vaters auch ihr Leben, das Leben der „zweiten Generation“, bestimmt hat. Kritik
GB, USA 2005. Regie: Mira Nair. Mit: Reese Witherspoon, Romola Garai Start:
Der soziale Aufstieg Becky Sharps wird in Mira Nairs Vanity Fair vor allem als unterhaltsamer Kostümfilm präsentiert und das Beziehungsgeflecht der Romanvorlage Thackerays zu Gunsten dieser einen Hauptperson aufgelöst. Die Regisseurin versucht nicht nur damit eigene Akzente in ihrer Umsetzung der Geschichte zu setzen, die insgesamt aber nicht überzeugen kann. Hinter den Erwartungen auf eine gelungene Adaption des Klassikers bleibt der Film weit zurück. Kritik
In Brothers gerät das Gleichgewicht zweier Brüder durch die politische Weltlage durcheinander. Der charakterstarke wird zum Monster und der Loser wird zum verantwortungsvollen Menschen. Wie sehr der Zufall unser Leben und unsere Liebe auf die Probe stellen kann, untersucht die Dänin Susanne Bier wirkungsvoll ohne vereinfachende Erklärungsschemata oder überdramatisierenden Pathos. Kritik
USA 2005. Regie: Hideo Nakata. Mit: Naomi Watts, David Dorfman Start:
Als sie den Fluch eines todbringenden Videos stoppen will, sieht sich die Reporterin Rachel (Naomi Watts), wie ihren Sohn Aidan (David Dorfman) von einem Rachegeist bedroht. Mit einer nur mäßigen Horrorwirkung, fällt Ring 2, trotz der stringenten Umsetzung seiner Thematik um Familienverfall und Kindesmissbrauch, gegenüber dem Vorgänger deutlich ab. Kritik
D, IT 2004. Regie: Thomas Crecelius. Mit: Carmela Tafaro, Giovanna La Fauci Start:
Schönes Wetter und die malerische Mittelmeerküste reichen nicht unbedingt aus, um glücklich zu werden. andiamo! dokumentiert die kritische Heimatverbundenheit einer Gruppe von Abiturienten in der sizilianischen Stadt Noto, kurz bevor einige von ihnen zum Studieren von Zuhause weggehen müssen. Der Film beschränkt sich dabei nicht auf die Rolle des distanzierten Beobachters, sondern inszeniert eine Dokumentation. Kritik
Mit Machuca, mein Freund nähert sich der Regisseur Andrés Wood auf unkonventionelle Weise einem düsteren Kapitel aus Chiles Vergangenheit. Das Umfeld eines Zwölfjährigen dient dem Film als Vorlage für ein Porträt der letzten Monate der Allende-Regierung und der Zeit unmittelbar nach dem Militärputsch von 1973. Kritik
USA 2004. Regie: Paul Weitz. Mit: Dennis Quaid, Topher Grace Start:
Ein neuer Film der Weitz-Brüder über den Kapitalismus, die Werbewirtschaft und zu junge Chefs, die mit der eigenen Tochter schlafen. Niveauvoller als American Pie und angepasster als About a boy. Kritik
USA 2004. Regie: Clint Eastwood. Mit: Hilary Swank, Clint Eastwood, Morgan Freeman Start:
Was beginnt wie die weibliche Version eines klassischen Boxer-Emporkömmling-Films, entwickelt Altmeister Clint Eastwood zu einer in aller Brillanz und Leichtigkeit marternden, schmerzlich intensiven Variation verschiedenster Liebes-Topoi. Kritik
USA 2005. Regie: John Pasquin. Mit: Sandra Bullock, Regina King, Enrique Murciano Start:
FBI-Agentin und “Miss Undercover” Gracie Hart wird eigentlich nicht mehr für Ermittlungsarbeit eingesetzt, aber als zwei Freunde entführt werden, mischt sie sich dennoch ein. Kritik
D 2004. Regie: Andrew Horn. Mit: Klaus Nomi, Ann Magnuson Start:
“He came from outer space to save the human race”. Der Aufstieg des außergewöhnlichen Countertenors Klaus Nomi von den Anfängen im New Yorker Untergrund der späten siebziger Jahre bis zu seinem internationalen Durchbruch steht in Andrew Horns durchaus unterhaltsamer Dokumentation Nomi Song im Mittelpunkt. Kritik
USA 2004. Regie: Bill Condon. Mit: Liam Neeson, Laura Linney, Chris O´Donnell Start:
Dieses “Biopic” versucht, das Leben und die Arbeit des Sexualfoschers Alfred Kinsey zusammenzuführen; bemerkenswert Neues oder Skandalöses findet sich nicht. Kritik
D 2005. Regie: Andreas Dresen. Mit: Axel Prahl, Inka Friedrich Start:
Auch in seiner ersten Literaturadaption bleibt sich Regisseur Andreas Dresen treu. Auf Kosten des politischen Kerns von Christoph Heins Roman Willenbrock destilliert er vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen der Personen heraus. Dresens Film zeigt, wie bei souveräner Handhabung von Romanmotiven ein eigenständiges Werk entstehen kann. Kritik
USA 2004. Regie: Wes Anderson. Mit: Bill Murray, Owen Wilson, Cate Blanchett Start:
In der neuen Komödie von Wes Anderson (Rushmore, 1998) agiert Bill Murray als zerzauster Unterwasserfilmer, für den Jacques Cousteau Pate stand. Der Film sprüht nur so vor Ideen, doch lässt das Werk den Humor von vorangegangenen Filmen des Regisseurs vermissen. Kritik
ISR, D, F 2004. Regie: Eran Riklis. Mit: Hiam Abbass, Makram J. Khoury, Clara Khoury, Ashraf Barhoum, Eyad Sheety Start:
In Die syrische Braut erzählt Regisseur Eran Riklis eindringlich von den privaten und politischen Konflikte einer drusischen Familie in den Golanhöhen, die seit 1967 von Israel besetzt werden, eigentlich aber zu Syrien gehören. Kritik
Der neue Animationsfilm aus den Blue Sky Studios wartet mit einer Welt voller Roboter auf, in der ein junger Mann vom Lande sich in der großen Stadt bewähren muss. Das Spektakel komischer Ideen ist gemischt mit Gesangs- und Tanzeinlagen. Kritik
E 2004. Regie: Alejandro Amenábar. Mit: Javier Bardem, Belén Rueda Start:
Alejandro Amenábar verfilmt die Lebensgeschichte des querschnittsgelähmten Ramón Sampedro, gespielt von Javier Bardem, der öffentlich für einen selbstbestimmten Tod eintrat, ein Recht, dass ihm gerichtlich verwehrt wurde. Dabei bleibt der Regisseur aber zu nah an der dem Film zu Grunde liegenden Biographie und findet kaum originelle visuelle Lösungen. Kritik
F 2004. Regie: Abdellatif Kechiche. Mit: Osman Elkharraz, Sara Forestier Start:
Wenn man 15 Jahre alt ist und verliebt, dann passiert nicht unbedingt viel, aber es wird umso mehr geredet. Der französische Regisseur Abdellatif Kechiche inszeniert in L’esquive ein heftiges Wortgewitter, das Krimo ungewollt auslöst, nur weil ihm Lydia gefällt. Nichts Besonderes, könnte man denken, aber so sprachgewaltig und eindringlich dargestellt, dass dieser Film bei der Verleihung des französischen Filmpreises gleich vier Césars gewonnen hat. Kritik
USA 2005. Regie: Rob Bowman. Mit: Jennifer Garner, Goran Visnjic, Kirsten Prout Start:
Profikillerin Elektra Nachios wechselt die Seiten, als sie erfährt, dass sie als nächstes zwei Freunde ermorden soll. Die sich daran anschließenden Kampfszenen haben angeblich etwas mit dem Schicksal der ganzen Welt zu tun, sind aber schlecht inszeniert und retten die höchst undurchsichtige und hanebüchene Geschichte auch nicht. Kritik
GB, D 2004. Regie: Christopher Smith. Mit: Franka Potente, Vas Blackwood, Sean Harris Start:
In den Tunneln der Londoner U-Bahn tummelt sich ein Monster, das wenig freundlich mit seinen Opfern umgeht. Franka Potente gibt die Scream Queen, was die Filmhandlung zwar nicht origineller macht, Creep aber auch nicht weniger gruselig. Kritik
USA, GB 2004. Regie: Charles Shyer. Mit: Jude Law, Marisa Tomei Start:
Als ein Europäer in New York tritt Jude Law in die Fußstapfen von Michael Caine und spielt die Titelrolle des modernen Casanova Alfie. Der Regisseur Charles Shyer machte für sein Remake Konzessionen an das Unterhaltungskino, dennoch scheiterte der Film an den US-Kassen. Kritik
ARM, F 2003. Regie: Hiner Saleem. Mit: Romik Avinian, Ivan Franek, Lala Sarkissan Start:
In der verschneiten Berglandschaft des Kaukasus lebt der Witwer Hamo und verscherbelt sein Hab und Gut um halbwegs durch den Winter zu kommen. Bei seinen täglichen Besuchen am Grab seiner Frau trifft er auf die ebenfalls verwitwete Nina, mit der er sich langsam anfreundet. Wodka Lemon ist ein netter kleiner Film aus Armenien, der zwar schöne Bilder und sympathische Charaktere zu bieten hat, ansonsten aber etwas einfallslos bleibt. Kritik
F 2004. Regie: Gaël Morel. Mit: Nicolas Cazalé, Stéphane Rideau, Thomas Dumerchez, Bruno Lochet, Aure Atika Start:
Brüderliebe erzählt die bewegende Geschichte von drei Brüdern, die zwar unter demselben Dach wohnen, aber ihre Probleme nur mit sich selbst austragen. Auf zurückhaltende Weise erzählt Regisseur Gaël Morel von der Suche junger Menschen nach dem individuellen Glück und der Schwierigkeit in einer Männerwelt Gefühle zu zeigen. Kritik
D, JP, GB 2004. Regie: Werner Herzog. Mit: Graham Dorrington Start:
Um den unerforschten Baumkronenbereich des Urwalds von Guyana zu überfliegen, konstruiert der Ingenieur Dr. Graham Dorrington einen eigenen Mini-Zeppelin. Werner Herzog gelingt mit The White Diamond ein sehenswerter, durch die Schönheit der Aufnahmen bestechender Dokumentarfilm über den Traum vom Fliegen. Zugleich ist er das faszinierende Seelendrama eines schuldbeladenen Menschen, wie auch der Versuch, das Magisch-Mystische der Natur zu entdecken. Kritik
USA 2004. Regie: Lawrence Guterman. Mit: Jamie Kennedy, Alan Cumming Start:
Ein Baby mit Superkräften lehrt seinen Vater das Fürchten, der dann auch noch von einem nordischen Gott heimgesucht wird: wenn Cartoons zum Leben erwachen, hat man es eigentlich auch als Comiczeichner nicht leicht. Leider wird die Lebendigkeit in diesem Film nur behauptet, und das Spektakel schlechter Spezialeffekte kriecht seinem vorhersehbaren Ende nur höchst uninspiriert entgegen. Kritik
Bernardo Bertolucci erzählt geradlinig, scheinbar völlig unbeteiligt und ohne Verve die einer Romanvorlage James Lasduns entsprungene Liebesgeschichte einer flüchtigen Afrikanerin (Thandie Newton) und eines verschrobenen Briten (David Thewlis). Dies geschieht konventioneller und leidenschaftsloser, als man es von dem Granden des italienischen Films erwartet hätte. Kritik
IT 2003. Regie: Marco Tullio Giordana. Mit: Luigi Lo Cascio, Alessio Boni Start:
Viel gelobt wird derzeit Marco Tullio Giordanas Die besten Jahre (La meglio giuventù). In einen Sechsstundenfilm projiziert der Regisseur gut 35 Jahre italienischer Geschichte auf die fiktive Familie Carati. Der Film bestätigt, dass nicht grundsätzlich Quantität gleich Qualität ist. Kritik
USA 2004. Regie: Takashi Shimizu. Mit: Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, Clea DuVall Start:
Ein Haus in Tokio ist mit einem Fluch belegt, der allen Menschen, die es betreten, den Tod bringt. Sarah Michelle Gellar macht sich in diesem Remake eines japanischen Horrorfilms daran, das Rätsel hinter diesem Fluch zu lösen. Leider ist das nicht so interessant, wie es sich anhört. Kritik
HU, D 2005. Regie: Mari Cantu. Mit: Péter Andorai, Erika Maroszán Start:
Aus der Perspektive zweier Kinder schildert Rosenhügel das Ungarn aus der Zeit des Volksaufstandes von 1956. Kammerspielartig versucht er, das große politische Drama als das zu zeigen, was es zuallererst ist: eine Tragödie des Einzelnen. Leider können diese Stärken des Filmes seine Schwächen vor allem der Figurenzeichnung nicht ganz verdecken. Dennoch ist der Regisseurin ein Film gelungen, der einen interessanten Einblick in die ungarische Geschichte bietet. Kritik
GB 2003. Regie: Michael Winterbottom. Mit: Tim Robbins, Samantha Morton, Om Puri Start:
Micheal Winterbottom legt in seinem ersten Science Fiction Film Code 46 weniger Wert auf futuristisches Set Design und Spezialeffekte, wie man es von diesem Genre gewohnt ist, sondern zeichnet einen irritierend vertrauten aber doch beklemmend nahen Zukunftsentwurf. Das Scheitern einer Liebe innerhalb einer genetisch kontrollierten Gesellschaft stellt die Frage nach den emotionalen Folgen des Klonen von Menschen. Kritik
Ö 2004. Regie: Wolfgang Murnberger. Mit: Josef Hader, Simon Schwarz, Joachim Król Start:
Der neue Film mit dem österreichischen Kabarettisten Josef Hader ist die zweite Verfilmung eines Krimis von Wolfgang Haas, in dem die Salzburger Gesellschaft von der katholischen Kirche bis zu den Festspielen vorgeführt wird. Ein harmloses Kabinettstückchen mit ironischem Blick auf die österreichische Mentalität. Kritik
USA 2005. Regie: Andy Tennant. Mit: Will Smith, Eva Mendes Start:
Will Smith darf als New Yorker Date Doktor durchschnittlichen Männern zu den Frauen ihrer Träume verhelfen, nur er selber glaubt nicht mehr an die Liebe – bis er die Klatschkolumnistin Sara Melas kennen lernt. Andy Tennant, abonniert auf romantische Komödien, hat Hitch ironiefrei, aber durchaus unterhaltsam inszeniert. Kritik