Das Fräulein

Außerhalb des Heimatmarktes ist das schweizer Kino der Gegenwart nur selten präsent. Das Fräulein aus dem Jahr 2006 ist ein kleines Versprechen für diese Kinematografie, die im Festivalbetrieb nicht so recht ankommen will.

Das Fräulein

Andrea Štakas Debütfilm ist auf der Höhe der Zeit und zeigt, wie modernes, aufgeschlossenes europäisches Autorenkino aussehen kann, wenn es sich den multikulturellen Realitäten des Kontinents ohne Vorbehalt und Vorurteil öffnet. Im Mittelpunkt steht Ruza, eine Serbin mittleren Alters, die vor Jahren in die Schweiz eingewandert ist, dort eigenhändig ein Geschäft aufgebaut hat, aber sozial kaum Anschluss gefunden hat. Eine weniger verbitterte als verschlossene Frau ist diese von Mirjana Karanovic (Esmas Geheimnis, Grbavica, 2005) eindrücklich verkörperte Ruza, eine Frau, die eines Tages durch die Begegnung mit einer anderen, jüngeren Immigrantin lernt, ihr eigenes, auf ökonomische und soziale Sicherheit ausgerichtetes Lebensprinzip zu hinterfragen. Das nicht unbedingt schäbige, aber durch und durch spießbürgerliche Restaurant Ruzas wird ihr selbst und dem Film bald zu eng, die schönste Szene wird in den schweizer Bergen spielen. Milieu wie Figuren sind unsentimental und präzise gezeichnet, ohne dass irgendjemand ausgestellt oder angeklagt würde. In Erzählgestus und Bildsprache ist der Film insbesondere mit einigen Produktionen aus dem Nachbarland Österreich zu vergleichen, nicht umsonst hat Barbara Albert (Nordrand, 1999) am Drehbuch mitgearbeitet. (lf)

Sendetermine

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