4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage
24 Stunden im sozialistischen Rumänien Ende der achtziger Jahre: Die Studentin Otilia hilft ihrer ungewollt schwanger gewordenen Freundin heimlich eine Abtreibung durchzuführen – unter der Ceaucescu-Diktatur eine Straftat, die mit mehreren Jahren Gefängnis geahndet wurde.

Mit 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage gewann 2007 der damals noch unbekannte Cristian Mungiu als erster rumänischer Regisseur den Hauptpreis in Cannes. Sein Film zeichnet sich durch eine detaillierte, fast dokumentarische Inszenierung aus. Dabei entwickelt Mungiu immer wieder längere, kammerspielartige Szenen von hoher dramatischer Intensität. Den Höhepunkt dieser unmittelbaren Vorgehensweise bildet ein fast halbstündiges Rededuell, in dem die jungen Frauen der Gewalt eines schmierigen Abtreibungsarztes ausgeliefert sind.
Davor widmet sich Mungiu noch minutiös den Vorbereitungen der Abtreibung. So erfährt der Zuschauer etwa, dass im sozialistischen Rumänien die Reservierung eines Hotelzimmers ein langwieriger bürokratischer Prozess gewesen sein muss. Die repressive Stimmung des Regimes wird dagegen nur indirekt vermittelt und manifestiert sich vor allem in Otilias unruhiger und ängstlicher Gemütslage. (mk)
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