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Flightplan

Eine Tochter verschwindet. In direktem Anschluss an Red Eye liefert nun auch Flightplan Spannung und Suspense hitchcockscher Manier im Flugzeug.

Flightplan

Das verschneite nächtliche Berlin mit seinen leeren Straßen und Untergrundstationen wirkt gespenstisch und unwirklich. Kyle (Jodie Foster) meint ihren gerade verstorbenen Mann zu spüren, fühlt sich außerdem von ihren Nachbarn observiert. Mit ihrer ebenfalls labilen Tochter Julia muss sie den Leichnam des Verstorbenen in einem von ihr mitkonstruierten Jumbojet transportieren. Als das kleine Mädchen in dem riesigen Flugzeug verschwindet und angeblich von niemandem gesehen wurde, droht Kyle endgültig das seelische Gleichgewicht zu verlieren. Sie wittert schließlich ein Komplott, sucht die Tochter auf eigene Faust und gewinnt zusehends die Kontrolle über sich und das gesamte Deck. An dieser recht späten Stelle des Films wandelt sich die vorher so fragil wirkende Frau zu einer Art Sarah Connor, der Terminator-Mutter, Vorbild aller brachial um ihre Kinder kämpfenden Frauen und Action-Heroine par excellence. Erst zu diesem Zeitpunkt deutet Flightplan für einen Moment Rasanz an, noch viel später entwickelt das an hitchcockschen Motiven orientierte Buch sogar eine von Suspense dominierte Phase.

Flightplan

Innerhalb dieser siedelt sich auch die eindrücklichste Szene des Films an: Kyle verbarrikadiert sich im Cockpit und beobachtet per Guckloch sowie Überwachungskamera den lauernden Angreifer. Da werden Erinnerungen wach an Fosters letzte Rolle in Panic Room (2002), wo sie sich ebenfalls selbst einschloss, ihre Filmtochter beschützen und sich Angreifern erwehren musste. Es ist gerade der Vergleich mit diesem sicherlich geradlinigsten und massenkompatibelsten Film des Regisseurs David Fincher, der Flightplan entlarvt: In Robert Schwentkes Blockbuster stimmt abgesehen von den wenigen genannten lichten Momenten so ziemlich gar nichts. Dabei muss man gar nicht Fincher oder Hitchcocks The Lady Vanishes (1938) zum Vergleich heranziehen. Es genügt, sich Wes Cravens kurzweiligen Red Eye (2005) vor Augen zu führen, wo die Insassen eines Flugzeugs schnell und präzise etabliert werden, ehe sich an Bord ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt. Bei Flightplan hingegen agiert ein Sammelsurium an Figuren, das die Handlung in keinerlei Hinsicht vorantreibt. Selbst prominente Darsteller wie Sean Bean oder Erika Christensen müssen Rollen ohne Charakter ausfüllen und fungieren einzig als Stichwortgeber.

Die misslungene Figurenzeichnung ist jedoch nicht die einzige Schwäche des vor Sinnentleertheit strotzenden Drehbuchs. Besagte Eingangssequenz etabliert eine Atmosphäre, die im Widerspruch zum Rest des Films steht, sowie eine Ikonographie der seelischen Versehrtheit, die ins Leere führt. Inhaltlich präsentiert der politisch oberkorrekte Streifen zu unrecht verdächtigte Araber, die dafür sogar noch Verständnis aufbringen.

Was bleibt, ist der wohl übliche Eindruck eines Transkontinentalflugs: langatmig und schnell zu vergessen.

Kritik von Sascha Keilholz

Fotos: © Buena Vista

Veröffentlicht am 13.10.2005



Film-Angaben:

Titel: Flightplan - Ohne jede Spur (Flight Plan)
USA 2005
Laufzeit: 98 Minuten

Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Peter A. Dowling, Billy Ray
Produktion: Brian Grazer
Darsteller: Jodie Foster, Peter Sarsgaard, Sean Bean, Kate Beahan, Erika Christensen, Marlene Lawston

Kinostart: 20.10.2005



DVD-Angaben:

Titel: Flight Plan: Ohne jede Spur
Vertrieb: Buena Vista
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Französisch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Italienisch
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 94 Minuten

Extras: Making Of; Die Konstruktion der Aalto E-474

Verleih ab: 16.03.2006
Verkauf ab: 16.03.2006





 




Kommentare

 

Stef C.

Sonntag, 09-04-06 20:21

Ein Meisterwek: Faszinazinierend, spannend mit brillianten schauspielerischen Leistungen.

sascha

Mittwoch, 15-02-06 20:01

geschätzter filmopath, worauf bezieht sich dein kommentar? auf die kritik? kann deinen hinweis in bezug auf den text leider nicht fruchtbar machen. sk

Filmopath

Mittwoch, 15-02-06 10:33

Ich weiß, ich weiß, das hat jetzt nichts mit dem Film zu tun, aber es muß einfach mal raus: wenn ich noch ein einziges Mal dieses höchst bescheuerte "nen" lese, drehe ich durch. "... nen Film" ? EIN Film, nicht EINEN (zumindest hier, immer auf den Kasus achten, Spatzerl). Abgesehen davon, daß Flightplan wirklich Durchschnittskost ist: warum schreiben die Deutschen immer schlechter und niveauloser mehr ...

Albert Beckles

Montag, 23-01-06 05:13

Vollkommen daneben, weil: Erstens: Jodie Foster Zweitens:Die Ausschnitte haben mir gereicht, ein ständig hysterisches Weib in einem Flugzeug rumrennen zu sehen

livia

Montag, 26-12-05 18:32

wo ist das mädchen am schluss?

pippo

Mittwoch, 02-11-05 20:28

schlimmer gehts nicht... sicher mit dabei bei den schlechtesten filme des jahres!!

andreas

Dienstag, 01-11-05 13:37

Jodie Foster im Kino Besser als "Panic Room" ist Fightplan alle male.. Doch es fällt auf das Foster langsma aber sicher hinter ihr eigenes Niveau zurückgefallen ist.. In ihren großen Filmen - allen voran sicher "Nell" und "Contact" ging es um ungewöhnlich Geschichten, die auch ihr Publikum polarisiert haben. Nun ist es doch mehr oder wneiger Action - und das ist Schade. Das muß der Einfluß mehr ...

Lempa

Dienstag, 01-11-05 01:36

Also ich fand den Film sehenswert. Endlich mal wieder nen Film mit viel Spannung! Muss man gesehen haben!

lol

Montag, 31-10-05 12:43

@spoiler falsch

lol

Montag, 31-10-05 12:42

@spoiler falsch

 

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