The Expendables

It’s a Man’s World: Sylvester Stallone vereint Actionstars von gestern für ein sinnfreies und Testosteron triefendes Leinwandspektakel.

The Expendables

Mehrfach beklagte Sylvester Stallone bereits in Interviews den Untergang des klassischen Actionkinos. Mit The Expendables hat er nun als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller seine Vorstellung eines „echten“ Genrebeitrags verwirklicht. Es ist ein deutliches Statement gegen Actionfilme mit komplexeren Handlungssträngen und Figuren, die seit den 90er Jahren zunehmend einfacher gestrickte Vertreter des Genres auf den Videomarkt verdrängen. Als nostalgische Geste bringt Stallone nun dieses ursprüngliche Kino zurück auf die Leinwand und landet mit der Besetzung einen Clou. Er versammelt eine Reihe in die Jahre gekommener Actionstars, die allesamt jene goldene Ära geprägt haben: Dolph Lundgren, Bruce Willis, Mickey Rourke und der eigentlich längst zur Politik gewechselte Arnold Schwarzenegger.

Von den viel gepriesenen Qualitäten, die Stallone als Drehbuchautor für Rocky bewiesen hat, ist in seiner Zusammenarbeit mit David Gallaham nichts zu sehen. Die Handlung über eine von Barney Ross (Stallone) angeführte Söldnertruppe, die den Auftrag bekommt, einen südamerikanischen Diktator zu stürzen, bleibt nebensächlich. The Expendables interessiert sich aber auch nicht für seine Geschichte, sondern erweist sich als ein reines Kino der Attraktionen.

The Expendables

Ansonsten werden lieblos Schießereien, Verfolgungsjagden und archaische Männlichkeitsrituale aneinandergereiht und mit prolliger Rockmusik untermalt. Durch die Vielzahl an Figuren – die Expandables bestehen immerhin aus sieben Mitgliedern – und den Versuch, jedem Platz einzuräumen, zeigt der Film selbst an seinen beiden Protagonisten Barney und Christmas (Jason Statham) erstaunlich wenig Interesse. Am deutlichsten zeichnet sich das in der großen Schlacht am Ende des Films ab. Hier wird erst gar nicht versucht, Spannung aufzubauen, ob die Truppe den Kampf unbeschadet übersteht, sondern lediglich eine uninspirierte Abfolge an Explosionen gezeigt.

Am meisten definiert sich The Expendables über seine Inszenierung ursprünglicher Männlichkeit. Da zählt selbst Hongkong-Star Jet Li nur als halbe Portion, die von seinen muskelbepackten Mitstreitern aufgrund ihrer Statur belächelt wird. Die wenigen Frauen sind hier naturgemäß lediglich anwesend, um hübsch auszusehen und von den heldenhaften Männern gerettet zu werden. Die größte Rolle hat noch Giselle Itie als rebellische Diktatorentochter. Nach einem sinnlichen Auftritt in Slow Motion verbringt sie die restliche Handlung in Gefangenschaft. Stallones Film wirkt in dieser Hinsicht auch deshalb reichlich reaktionär, weil es selbst in wenig geistreichen Actionfilmen wie The Fast and the Furious (2001) mittlerweile Frauen gibt, die zumindest fast auf Augenhöhe mit ihren männlichen Kollegen kämpfen.

The Expendables

The Expendables ist so konzipiert, dass er vor allem Spaß machen soll und die Gehirnwindungen seiner Zuschauer nicht überfordert. Allerdings scheitert Stallone selbst an den elementaren Bestandteilen seines Films. Die coolen Sprüche sind in Wahrheit reichlich abgestanden und die mit CGI unterstützen Kampfszenen sehen angesichts des hohen Budgets von The Expendables billig aus. Letztlich gibt sich Stallone auch nicht ganz damit zufrieden, einen stumpfsinnigen Actionfilm zu drehen und versucht einen sozialkritischen Bezug zu konstruieren. Dabei darf Mickey Rourke als Truppentätowierer noch einen Monolog über die Traumata des Krieges halten. In einem Film, in dem der Tod von zwanzig Menschen nur einen zynischen Kommentar wert ist, bleibt das natürlich eine hohle Geste.

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Kommentare


Christian Schack

Expandables ist der Versuch die US Außenpolitik der vergangenenen Dekade unter Bush zu rechtfertigen und illegale Machenschaften zu entschuldigen, indem Versucht wird einen neuen, aber sehr "seltenen Amerikaner ;-)" (den bösen Amerikaner) zu schaffen. Der Film versucht auf vielfache weise Verbrechen des US-Amerikanischen Staates auf sehr primitive Art und Weise zu legitimieren. (Guter Amerikaner schlechter Amerikaner) Die Pointe des Filmes ist, dass der Gute Amerikaner mit seinen Super Heros die ganze Welt tzrotzdem rettet. Sehr peinlich finde ich auch den Auftritt von Herrn Govenor Schworzenneggar, der diesem Film durch seinen Auftritt wahrscheinlich noch mehr Gehör verschafft und das Quentchen mehr Glaubwürdigkeit gibt, die das amerikanische, republikanische Volk so sehr braucht.

Hoffe nur dass es noch einer mitbekommt, was für ein manulipulativer schlechter Film das ist.

Viele kritische Grüße
Christian






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