Schutzengel

Statt einer Filmkritik lesen Sie hier, wie Til Schweiger die Bundeswehr instrumentalisierte und mit Rückendeckung von drei deutschen Filmförderungen (und über 3 Millionen Euro) die Pressefreiheit untergräbt.

Schutzengel - Plakat

Zuallererst: Über Schutzengel urteilen können wir nicht, denn Til Schweiger, seine Produktionsfirma Barefoot Films und der Filmverleih Warner Bros. haben sich entschieden, den Film nur einigen ausgewählten Pressevertretern vorab zu zeigen. Zum „Family & Friends“-Zirkel von Schweiger gehört bei critic.de niemand und das darf auch so bleiben. Dass der Regisseur auf eigenen Wunsch seinen Actionfilm über einen Ex-KSK-Soldaten als Beschützer einer jungen Mordzeugin bereits Monate vorab deutschen Soldaten im Bundeswehr-Camp im afghanischen Masar-i-Scharif zeigte, hängt vielleicht mit einem untrüglichen Gespür für sein Zielpublikum zusammen. Glaubt man der PR-Kampagne, die er mit Hilfe des Boulevards und einem haarsträubenden Video aus seinen insgesamt vier Afghanistan-Previews machte, war sein Testpublikum jedenfalls hellauf begeistert.

Schutzengel 08

Hat Schweiger mit seiner Werbekampagne für Schutzengel nun die Bundeswehr ausgenutzt oder macht nicht eher der Filmemacher Werbung für die Bundeswehr? So drehte jedenfalls Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Frage, als er zum fraglichen Video interviewt wurde. Das ist wahlweise scheinheilig oder naiv. Denn tatsächlich wurden deutsche Soldaten dafür genutzt, um im Trailer für Schweigers neuen Film zu werben. Und die Bundeswehr ist für die Reisekosten des Werbe-/Filmteams nach Afghanistan aufgekommen. Die angeblich selbstlose Geste Schweigers, den Soldaten im Kriegsgebiet seine Wertschätzung auszusprechen, ist nur zu offensichtlich Kalkül. Aber immerhin eines, auf das kaum jemand, der den Trailer sieht, reinfallen dürfte: Dafür ist das Video zu eindeutig manipulativ, gar einfältig.

Rechenschaft

Ob das nun ein Skandal ist, überlassen wir den skandalisierenden Medien. Ob Werbung für Werbung am Ende als Win-Win aufgeht, wird sich noch herausstellen. Mit größerer Sorge betrachten wir die Frage nach der Pressefreiheit und dem Gebot der Gleichbehandlung miteinander konkurrierender Medien. Wahrscheinlich erwartet kaum jemand vom Verteidigungsministerium, bei der Unterstützung von Til Schweigers kommerziellen Interessen auch noch auf diesen Aspekt zu achten – bei der Promotionstour an den Hindukusch flog genau ein Journalist mit. Nun gibt es aber in der Produktions- und Werbegeschichte von Schutzengel noch ganz andere Akteure, die zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Besser so, denn das Lamentieren über den Zustand, dass Schweiger der Pressefreiheit wenig Bedeutung beimisst, muss ein Ende haben. Wer sind also seine Komplizen?

Logo Warner Bros

Zunächst ist da der Filmverleih Warner Bros., dessen Blockbuster zwar oft erst ganz knapp vor Start Journalisten gezeigt werden, der aber ansonsten nicht durch den Ausschluss von unliebsamen Kritikern aufgefallen ist. Im Fall Schweiger jedoch nimmt Warner Bros. mindestens grob fahrlässig hin, dass unter seiner Mitwirkung die Pressefreiheit untergraben wird – nicht nur werden hier einzelne Berichterstatter ausgeschlossen, ganz bewusst werden nur vereinzelte eingeladen. Ganz nach dem Motto: Sind Kritiker nicht käuflich, wähle sie mit Bedacht aus. Dem Verleih ist die Problematik dieser Pressepolitik natürlich bewusst, verweist aber einfach auf den Produzenten. In diesem Fall mag das umso absurder erscheinen, da der Film sogar durch die Produktionsfirma als Oscar-Kandidat für den besten nicht englischsprachigen Film vorgeschlagen wurde. Inzwischen steht zwar fest, dass er nicht ausgewählt wurde, aber wer den Mut hat, sein Werk der deutschen Vorauswahl-Jury vorzulegen, könnte auch den Mumm haben … Ach, lassen wir das.

Wer steht noch hinter dieser Praxis?

Erdulden müssen die Schweiger-Kritikerphobie auch die angeschlossenen Agenturen Via Berlin und die Online-PRler von Voll-Kontakt – die uns pflichtgemäß mit Features und Rotem-Teppich-Streaming versorgt haben. Werben  dürfen wir gerne. So weit, so erwartbar: Die finanziell von Schweiger abhängigen/profitierenden Firmen Warner Bros. samt Presseagenturen halten zur Unterwanderung der Pressefreiheit, klar. Problematischer wird es aber, wenn man darauf guckt, mit welchem Geld Schutzengel überhaupt entstehen konnte.

Aus der Staatskasse haben knapp 2,6 Millionen Euro zur Produktion und Promotion von Schutzengel beigetragen, hinzu kommen mindestens 600.000 Euro aus der Filmabgabe (das sind sogenannte parafiskale Einnahmen, gesetzlich festgelegte Summen, die zentral durch die Filmförderungsanstalt verwaltet werden und durch eine Abgabe u.a. auf Kinotickets sowie Mittel der Fernsehsender zusammenkommen). Und dann wäre da noch eine aktuell nicht bekannte Summe aus der Referenzförderung (die Til Schweiger etwa aufgrund der Zuschauerzahlen von Kokowääh automatisch zur Verfügung gestellt wird).

Im einzelnen stehen hinter den staatlich sanktionierten Zuschüssen:

Medienboard Berlin-Brandenburg: 1,2 Millionen Euro Produktionsförderung aus „Restmitteln“ + Verleih- und Vertriebsförderung: 200.000 Euro

Deutscher Filmförderfonds (DFFF): 1.192.000,00 €

FFA: 300.000 Euro Verleihförderung + 300.000 Euro Medialeistungen + Referenzförderung offen, wird nur jährlich im Nachhinein veröffentlicht.

Eine Frage der Gesetze?

Das Problem: Förderung ist immer eine rechtliche Angelegenheit – und die Regelungen zur Filmförderung enthalten keine Punkte zum Umgang mit der Presse. Folgerichtig beziehen sich die verschiedenen Verantwortlichen bei den Filmförderungen auf diese Lücke. Der Verband der Filmkritik fordert bereits seit geraumer Zeit eine Gesetzesänderung zur Regelung der Pressevorführungen bei geförderten Filmen. Die Position der FFA lautet, es sei Sache des Produzenten, ob er den Film der Presse zeigen wolle. Das muss man sich mal vor Augen führen: Die FFA fördert im konkreten Fall mit 300.000 Euro die Werbung für Schutzengel, ermöglicht im Zweifelsfall, dass der Trailer mit Bundeswehr-Unterstützung auch noch verbreitet wird – ob aber gleichzeitig gewahrt ist, dass eine öffentliche Auseinandersetzung mit fairen Mitteln (d.h. gleicher Zugang für alle akkreditierten Pressevertreter) stattfindet, das ist jenseits ihrer Möglichkeiten. Klar kann jeder nach Filmstart ins Kino gehen und erst dann schreiben, aber das ist wider die Gepflogenheiten, auch weil bis dahin das Marketing und die bevorzugten Journalisten den Vortritt haben, um redaktionelle Plätze zu belegen und auf das wirtschaftlich entscheidende Startwochenende einzuwirken. Ob es übrigens wirklich so klar ist, dass den Filmförderungen der rechtliche Rahmen fehlt, wie immer wieder behauptet wird, kann ich zwar nicht beurteilen, wage es aber zu bezweifeln. Denn Förderungen wie die des DFFF verlangen inzwischen Garantien bezüglich der Kinoauswertung, gerade also mit dem Zweck, dass die Filme öffentlich zugänglich werden. Ab wann insofern das Grundgesetz greift und ob hier ein Verstoß gegen das Presserecht vorliegt, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“ (Artikel 5), das wäre durchaus eine Frage – nur wird sie wohl niemand weiter untersuchen.

Logo Medienboard Berlin-Brandenburg

Etwas anders liegt der Fall beim Medienboard Berlin-Brandenburg. Denn bei deren Mittelvergabe gilt das Intendantenprinzip: Hier entscheidet Geschäftsführerin Kirsten Niehuus letztlich selbstständig, wer wieviel Geld wofür erhält. Das hat sie etwa dafür genutzt, um Schutzengel Ende vergangenen Jahres aus Restmitteln 1,2 Millionen Euro zur Produktion bereitzustellen. Wer weiß, wie staatlich finanzierte Institutionen ticken, wird das schon nachvollziehen können: Kurz vor Weihnachten werden dort noch die letzten Gelder ausgegeben – damit die Etats künftig nicht verkleinert werden, sollten sie auch alle aufgebraucht werden. Was ist da naheliegender, als das herumliegende Geld an eine Produktion zu geben, von der gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass sie die Fördermittel wieder einspielt und das Darlehen daher auch zurückzahlt. Dass man es auch anders hätte ausgeben können, ist vielleicht Nebensache. Nun hätte aber das Medienboard auch die Freiheit, die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Und sich etwa gegen die unrühmliche Praxis von Til Schweiger und Warner Bros. einzusetzen. Schutzengel ist übrigens bereits der fünfte Film des Regisseurs, bei dem auf die gleiche Weise agiert wird. Zeit also, die Schuld bei denen zu suchen, die tatenlos zusehen.

Trailer zu „Schutzengel“


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Kommentare


dirk

ihr armen... ist doch richtig so - wieviele hunderte von filmseiten nennen sich presse, redaktion oder journalist - ist am ende aber nur ein verkappter filmfan, der denkt, dass seine meinung interessiert. und die sache mit der pressefreiheit ist doch ein witz von euch oder? ihr könnt doch schreiben - wenngleich auch etwas später. aber das ist noch lange kein grund so eine hetzkampagne gegen schweiger zu starten. schaut euch den trailer an - macht ne news, schaut den film im kino oder auf dvd und schreibt "dann" ne kritik. total affig euer verhalten...


Frédéric

Dass sich im Prinzip jeder Journalist nennen kann, ist eine Errungenschaft, kein Problem. Oder wer soll diese Weihen verleihen?
Die Pressefreiheit hat mindestens zwei Seiten, dass wir uns selbst nicht zensieren und auch nicht zensiert werden, ist eh klar. Die zweite Seite ist die des Informationszugangs - obwohl hier bereits mehrfach Öffentlichkeit hergestellt wurde (Afghanistan, "Family & Friends"-Screening inkl. Journalisten, Premiere) und Regisseur wie Verleih von gesamt ca. 3 Millionen Euro öffentlicher Gelder profitieren (ihr Geschäftsrisiko auf die Öffentlichkeit abwälzen), sollen sie nach Gutdünken nur manche Kritiker zu Pressevorführungen einladen dürfen? Da scheint mir ein logischer Widerspruch zu bestehen.


Bernd Zocher

Bei allem Respekt gegenüber Herrn Jaeger, aber dieses und ähnliches Gemoser hat Herrn Schweigers Filme von Anfang an begleitet. Dass er sich das von einem Augenblick an erspart, kann ich nachvollziehen. Soller doch – auch wenn er Filmförderungsmittel bezieht. Soll im Umkehrschluss jedem Produzenten, der Filmjournalisten keine Vorab-Gratiskarte gibt, das Geld gestrichen werden? Das wäre albern


Frédéric

Danke für den Einwand, Herr Zocher, bis zu einem gewissen Punkt kann ich Ihre Position sogar nachvollziehen, deswegen habe ich mich in diesem Artikel auch auf die Frage konzentriert, wer ihn eigentlich in seiner Pressepolitik unterstützt. Als größten Widerspruch sehe ich die Verquickung der öffentlichen Finanzierung von Werbung (Vertrieb, Verleih, Medialeistungen) mit dieser Begünstigung nur bestimmter Kollegen. Der Staat hat selbst ja qua Grundgesetz bzw. Presserecht eine Verpflichtung zur Pressefreiheit und zum Gebot der Gleichbehandlung miteinander konkurrierender Medien. Schweiger ist per se als Privatmensch bzw. Unternehmer daran nicht gebunden. Aber wenn er sich gleichzeitig auf die Öffentlichkeit für die Risikominderung verlässt, sollte er dann nicht auch an diesem höheren Standard gemessen werden dürfen? Könnten denn die Förderungsinstitutionen - so wie sie teilweise eine Zusage über den Kinostart fordern - nicht auch einen fairen Umgang mit der Presse verlangen? Im Übrigen würde ich die Situation anders bewerten, wenn gar keine Journalisten vorab den Film zu sehen bekämen, hier ist aber nicht nur die übliche Marketingstrategie im Gang, sondern auch ein Spiel des Erkaufens journalistischer Berichterstattung (durch Zugang, Bevorzugung).


Moritz

Man darf Schweigers Filme gut finden, muss man aber nicht - soviel ist klar. Das Schweiger auf Kritik sehr empfindlich reagiert, sogar kindisch, ist bekannt, aber bloß seiner Person abträglich. Maximal manipulativ den Film zu vermarkten - inklusive krasser Journalistenselektion - macht vielleicht auch unternehmerisch Sinn. Deutsche Filmförderung hat aber nicht die Aufgabe narzisstische Befindlichkeit zu unterstützen oder reine Geldmacherei, schon gar nicht wenn die Mittel so 'knapp' sind und im deutschen Kino massenfähige Qualitätsfilme Mangelware. (Dass Herr Petzold kein Massenpublikum erreicht sollte man auch nicht zwingend als Qualitätsmerkmal deuten)


Klaus

Pressefreiheit? Nicht gleich so hoch schießen, denn man merkt, dass da jemand beleidigt ist, dass ER nicht eingeladen wurde. Wie frech von der Filmfirma.
Es ist nur ein kommerzieller Film! Von einem der unbeliebtesten deutschen Schauspieler. Also nicht aufregen. Und bitte nicht bei jedem Furz (wie die Gossenpresse auch) die Pressefreiheit als Schild vor sich hertragen. Der Produzent hat ebenfalls Freiheiten: Nämlich Reklame zu machen oder nicht, und wenn, dann in der Art und Weise die er möchte (und nicht irgend ein Blatt).
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Schimpf ich, wenn ich für den von mir betreuten Musiker 300 Einladungen zur Release-Party an Journalisten schicke und es kommen nur drei? Werd' ich da auch in meiner "Freiheit" eingeschränkt?


Mike

'Ich bin wahrlich kein Fan von Til Schweiger, aber mit Pressefreiheit hat das absolut nichts zu tun. Er verhinderte keine Berichterstattung. Niemand ist gezwungen jedem Kritiker eine Vorabvorstellung zu geben.
So gesehen können diese kostenlosen Vorstellungen auch als Bestechung der Kritiker angesehen werden. Kritik ist immer persönlich und subjektiv und ein Kritiker, dem man entgegen kommt der schreibt freundlicher als einem, der nichtmal eine Vorabvorstellung bekommt.

Mit dem Wort Pressefreiheit sollte man vorsichtig sein. Wenn Politiker versuchen einzugreifen, Lobbygruppen Artikel bezahlen oder religiöse Fanatiker von katholisch bis muslimisch Druck ausüben dann wird gekuscht, wenn aber ein Filmemacher mal weniger Leute kostenlos ins Kino lässt wird das als Untergang der Presse in Deutschland hochgeschrieben...

Ich kann Til Schweiger auch irgendwo verstehen. Seine Filme sind schlecht und er kein guter Schauspieler, allerdings sind die Kritiken wirklich immer nur persönlich angreifend. Vielen Kritikern fehlt auch einfach das Know How einen Film wirklich bewerten zu können, deshalb muss man dann solche Schmähkritiken schreiben. Eine einfache Kritik, die vom Besuch im Kino abrät gibt es nicht, sondern nur ein Bashfest.
Es gibt nunmal Lieblinge und Feinde in diesen Kreisen. Siehe Harald Schmidt, der konnte damals alles machen und es wurd hochstilisiert. (Harald Schmidt bspw sollte Kritikern Geld zukommen lassen, die haben ihn groß gemacht, intellektuell überhöht und reich gemacht)

Ein Til Schweiger Film wird verrissen werden, das weiß man vorher und am besten weiß das Til Schweiger. Wieso also vorher da was vorstellen?


Renatus

Hat die Künstlersozialkasse (KSK) mittlerweile eigene Soldaten?


Robin Urban

Wozu sich den Film vorab ansehen? Der Trailer wird ja immerhin öffentlich gezeigt. Und der ist scheiße. Reicht doch.


Frédéric

@Renatus: Das wärs: Statt Kommando Spezialkräfte, Künstler-Sozialkräfte.
@Klaus + @Mike: Ja, ich nutze einen vielleicht etwas ausgedehnten Begriff von Pressefreiheit. Ich bin der Ansicht, dass der Zeitpunkt des Zugangs zur Information nicht gleichgültig ist. Gerade in der heutigen Medien-/Kinolandschaft. Die anderen Punkte hatte ich bereits oben beantwortet, aber nochmal in aller Klarheit: Mit öffentlichen Mitteln (die Schweiger & co. ja beantragt haben) Werbung machen (Öffentlichkeit suchen), parallel aber die kritische Auseinandersetzung mit seinem Werk behindern, das passt nicht zusammen. Als Privatperson und Unternehmer verstößt Schweiger natürlich nicht gegen die Pressefreiheit, aber er untergräbt sie, indem er aktuelle Diskursmechanismen (Vorberichterstattung, Verlegerdruck auf Redaktionen) ausnutzt. Und fahrlässig wird das von unterschiedlichen Stellen so hingenommen.
Im Übrigen ist mir der konservative Reflex (hier und anderswo) sehr suspekt, jemandem, der die bestehende Ordnung kritisiert, vorzuwerfen, dies geschehe aus persönlichen Motiven oder verletztem Stolz. Bei Schweiger werden nicht lediglich der ein oder andere Kritiker nicht eingeladen, sondern es werden systematisch nur bestimmte in den Kreis der "Family & Friends" aufgenommen. Es ist ein System der Inklusion, nicht der Exklusion. Das ist ein relevanter Unterschied.


Dieter Herren

Sorry, aber dieses Gejammer über die Pressefreiheit, die angeblich untergraben wird, ist Nonsens. Es wäre ein Einschnitt in die Pressefreiheit, wenn euch von staatlicher Seite untersagt worden wäre, über diesen Film ÜBERHAUPT zu berichten. Oder wenn die Filmfirma eine einstweilige Verfügung erwirken würde, der zu Folge ihr nicht über diesen Film berichten dürftet. Das aber ist ja gar nicht der Fall. Ihr könnt soviel über den Film berichten, wie ihr wollt. Kauft euch eine Karte, geht ins Kino, schaut euch den Film an, berichtet darüber. Ihr habt die Freiheit.

Das einzige, was passiert ist: Ein kommerzielles Unternehmen hat euch nicht zur Präsentation seines kommerziellen Produkts eingeladen. So what?


Frédéric

@Dieter Herren
Nö. Pressefreiheit lässt sich nicht auf Meinungs- und Publikationsfreiheit reduzieren. Die Lage ist schon etwas komplizierter, wer den kompletten Text liest, ist insofern im Vorteil.
Übrigens: Marktübliches Verhalten kommerzieller Unternehmen im Filmsektor (zum Beispiel der Tochterunternehmen von U.S. Studios wie Warner Bros.) ist es, ihre Filme rechtzeitig vor Start der Presse zu zeigen.


Steffen Meyer

Das Gehabe von Herr Schweiger ist doch schon länger bekannt - allerdings finde ich es faszinierend wie er hier von manchen Leuten in Schutz genommen wird. Ich meine, im Klartext: er bekommt Fördergelder zuhauf und kann trotzdem manipulieren wie sein Film bewertet werden darf/soll? Mal ganz davon abgesehen glaub ich kaum dass der Film - sollte er sich zum Blockbuster entwickeln (was bestimmt der Fall sein wird) - dieses Fördergeld zurückzahlen muss? Dass Herr Schweiger persönlich angegriffen wird bei manchen Kritikern ist doch schon fast normal - ich meine wenn ich eine Filmkritik schreibe und dabei neben der Leistung der Schauspieler auch die des Regisseurs und Drehbuchautors bewerte ist doch normal oder? Falls diese Posten nun zufällig von Till Schweiger besetzt sind, naja dann muss er doch aber auch Rückgrat zeigen und zu seinen Werken stehen!
Ich persönlich finde es auch ein bischen heftig hier von Pressefreiheit zu reden, doch kann ich den Ärger verstehen wie es manche Prominente oder Pseudoprominente verstehen die Medien zu benutzen wie es ihnen gerade so passt - naja solange dass mal gut geht und nicht umschlägt!


Kurt

Was für ein Quatsch, entschuldigen Sie bitte aber mit dem Artikel und Ihren Antworten, katapultieren Sie sich ja selber ins Aus. Was soll denn das ? Die Frage müsste doch wohl viel eher sein, WARUM bekommt ein Til Schweiger, ein Bully Herbig oder ein Disney Konzern überhaupt Fördergelder? Dieser Frage sollten Sie mal nachgehen, denn gerade diese Menschen und Firmen haben so viel kommerziellen Erfolg, das sie wahrlich keine Fördergelder brauchen. Aber die kleinen guten Projekte, die kriegen NIX an Förderung, das ist doch ein viel größeres Problem.

Durch Ihre Wortwahl wird vollkommen klar, das Sie beleidigt sind, weil Sie sich den Film nicht ansehen durften. Ich persönlich finde das gut so - denn was hätte es gebracht Sie den Film sehen zu lassen ? Eine deftige Kritik schon vor Veröffentlichung, und bei Ihnen bin ich mir sicher, das Sie selbst dann eine schlechte Kritik über einen Til Schweiger Film schreiben würden, obwohl Sie ihn klasse finden. Sie sind ja schon vorgepolt da kann er doch machen was er will - und so jemanden holt man sich doch nicht für die Pressearbeit ins Haus - denn genau das und nix anderes ist das Einladen von Journalisten zu Premieren.

Ich selbst war in der Premiere, und ich finde den Film sehr gut. Er hat ein paar Längen, aber zum Ende hin wird er immer besser. Und neben der vielen Ballerei kommen auch eine Menge Emotionen darin vor - ein wollte Film.

Und immer den Menschen zu zerreisen der über 5 Millionen Menschen ins Kino lockt - warum eigentlich ? Wenn gerade Kritiker nicht mit der Zeit gehen und auf das hören was die Menschen Ihnen mitteilen (Schweiger Filme sind sehr beliebt) dann sollten sie vielleicht einen anderen Beruf ausüben


Frédéric

Ach, Kurt, nur weil Sie selbst Vorurteilen fröhnen und sie nicht in Frage stellen, muss das doch nicht auch für mich gelten.
In Deutschland gibt es ein vielgliedriges Fördersystem, bei dem sowohl Filme mit großen Budgets und Aussichten auf Erfolg bedacht werden als auch Werke, bei denen andere, mithin künstlerische Kriterien ausschlaggebend sind. Ob und welches Ungleichgewicht es darin etwa zugunsten den einen oder den anderen Werken und Produzenten gibt, ist ein ganz eigener Komplex. Schweiger würde sagen, die erfolgreichen Filme kriegen zu wenig Mittel, Sie sagen das Gegenteil. Beides interessante Positionen, für beide gibt es Argumente. Aber das ist doch hier gar nicht meine Frage. Ich will wissen, ob eine geförderte Produktion presserechtlichen/ethischen Standards genügen sollte, denen andere auf selbstverständliche Art folgen.
Ich habe im Übrigen durchaus Verständnis dafür, dass in der aktuellen Lage - bei geringer Bereitschaft von Banken zur Vorfinanzierung von Filmen (und wenig Anreizen dafür), die Förderung in Form von Darlehen (Schweigers große Förderungen sind bedingt rückzahlbare Darlehen im Erfolgsfall) genutzt wird, um ein Projekt realisieren zu können. Bei der Filmförderung geht es ja nicht lediglich um das Entstehen von einzelnen Filmen, es geht auch darum, eine Branche in Arbeit zu führen. Aber wie gesagt, das sprengt hier den Rahmen.

Wenn Sie einige meiner Texte lesen, werden Sie bemerken, dass ich keinem Schwarz-Weiß-Schema folge. Weder sind Mainstream-Produktionen schlechter noch sind sie besser als Autorenfilme. Sie folgen anderen Konventionen, stammen aus einem anderen Produktionsumfeld, klar. Und sie haben meistens auch andere Absichten. Kann natürlich sein, dass Sie nun nach Sichten des Films einschätzen können, dass er mir nicht gefallen würde. Ich kann das aber so nicht sagen. Erstens beschreibe und bewerte ich Filme auch danach, inwiefern sie den selbst gesetzten Parametern gerecht werden, zweitens hab ich durchaus Affinitäten zum Genrekino, nicht zuletzt zum Actionfilm. Aber selbst wenn ich der bornierteste, einseitigste Kommerz-Verachter wäre, den es je gegeben hat - und dies auch auf alle anderen nicht eingeladenen Kritiker zuträfe - wieso sollte das die Club-Mentalität der Pressearbeit Schweigers entschuldigen? Es bleibt eine äußerst kleingeistige und feige Art des Umgangs mit der Öffentlichkeit, gerade wenn man sie gleichzeitig so offensiv sucht wie Schweiger.

Erfolg sagt etwas über Erfolg aus. Kein Zuschauer versucht durch den Kauf eines Tickets mir mitzuteilen, ich müsste seinen Film loben. Wieso sollte er auch?
Ich glaube nicht, dass Til-Schweiger-Fans das Dilemma von Til Schweiger teilen, über den Erfolg hinaus nach einer weiteren Bestätigung des eigenen Urteils zu suchen.
Und wenn sich Ihr Begriff des Berufs des Kritikers auf den des Waren testenden Journalisten beschränkt, dann sind Sie hier wahrlich an der falschen Adresse:
www.critic.de/filmkritik/


Carsten Moll

Ich bin immer wieder erstaunt mit welcher Geringschätzung viele Kommentatoren (und Til Schweiger) Filmkritik entgegentreten. Für mich ist Filmkritik integraler Bestandteil einer reichen Filmkultur, die sich nicht nur auf das bloße Ansehen eines Kinofilms beschränken möchte und im Produkt auch das Kunstwerk (und umgekehrt) entdecken kann. Ob das nun durch einen professionellen Journalisten im Feuilleton geschieht oder durch einen der unzähligen unbezahlten Dilletanten [sic], soll nichts über die Qualität aussagen. Was hier als „Vorab-Gratiskarte“ belächelt wird, gibt vielen Kritikern übrigens überhaupt erst die Möglichkeit viele Filme zu sehen und über sie zu schreiben, denn für jeden einzelnen Film 6-15 Euro auszugeben, dürfte sich zumindest für die von mir durchaus geschätzten „verkappten Filmfans“ kaum lohnen bzw. das Kritikerdasein zu einem äußerst kostspieligen Hobby machen…


swyzewite

@jene, die dem kritiker schmollerei vorwerfen

Ich glaube, dieser Film hat das ausdrückliche Ziel, das Verhältnis der deutschen Gesellschaft zu den Kriegseinsätzen der Bundeswehr emotional zu justieren.
Wenn ich einen Film gesehen habe, beschäftigt er mich bestenfalls noch am Folgetag, an dem ich Artikel und Hintergrundinformationen zu dem Thema suche. Eine Filmkritik, sorgfältig erarbeitet von einer Person, die den Film erst zum Kinostart sieht, wird sicherlich erst einige Tage später zu lesen sein.
Gerade Filme, die im großen Stil gesellschaftliche Meinung prägen wollen, sollten von Beginn an durch eine kritische Berichterstattung begleitet sein. Wenn sie dafür staatliche Hilfe kriegen, sollte der Staat dafür auch die Bedingungen stellen.


Hermann

1) Es ist tölpelhaft und unsinnig, bei dieser Banalität von fehlender Pressefreiheit zu reden. Filmkritik ist bekanntlich das Spucken von der Brücke in den Fluss - welch erbärmliche Arroganz, das in Bezug zu Fällen tatsächliche Zensur zu stellen.

2) Wie perfide, jene Journalisten implizit als unkritisch oder käuflich darzustellen werden, die über den Film geschrieben haben - sämtliche Langplaner, Spiegel, Focus, Cinema, dpa etc WAREN in den drei Vorstellungen in München, Hamburg und Berlin anwesend..

3) Schweiger zahlt seine Förderdarlehen nicht nur zurück. Die Einnahmen seiner Filme generieren, über JEDE VERKAUFTE KINOKARTE, Filmförderabgaben, über die verschnarchte Autorenfilme im ARTE-Stil mit Jaeger-Soße erst finanziert werden können.

4) Was der schicke Zynismus samt Gruppenzwang diverser Edelfeldern anrichten, hat Dietl wohl noch allzu gut auf dem ZETTL: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber

4) Wenn man sich schon als gockelhafter Moralapostel gefällt, sollte man auch danach krähen, wie sich Oberfunktionäre des Filmkritiker-Verbandes beim "Exklusiv"-Interview als seltsam unterwürfige Stichwortgeber erweisen:
http://www.welt.de/kultur/kino/article109303291/Elitesoldat-Til-Schweiger-ueber-seine-Filmrolle.html


Frédéric

Hermann, bei künftigen Kommentaren möchte ich Sie bitten, auf Beleidigungen zu verzichten. Ich verstehe aber durchaus, dass dieses Thema emotional belegt sein kann, deswegen antworte ich einmal unabhängig davon.
Interessant finde ich, dass Sie zum einen Filmkritik als irrelevant bezeichnen ("das Spucken von der Brücke in den Fluss" - da wäre interessant: welcher Fluss? Geht es da ums Marketing, die Publikumswahrnehmung, den öffentlichen Diskurs?) und zum anderen gleichzeitig die Ursache für den Misserfolg von "Zettl" bei der Kritik suchen ("Zynismus samt Gruppenzwang diverser Edelfedern"). Das ist ein üblicher Widerspruch in diesem Kontext, deswegen eine kurze Anmerkung dazu: Stünde Kritik hauptsächlich in einem Zusammenhang mit der kommerziellen Auswertung eines Films, dann bräuchten Sie sich bloß entscheiden, ob irrelevant oder schädlich. Ich bin der Ansicht, dass ihre wichtigere Funktion eine andere ist (Stichpunkt öffentlicher Diskurs) und dass wir deswegen nicht auf der Ebene der Beurteilung ihres Effekts auf Zuschauerzahlen verweilen sollten. Übrigens: Nach der Logik, Schweigers Filme finanzierten kleinere Filme, verdanken wir das Gros des deutschen Kinos dem amerikanischen. Ja, und weiter?

Kollegenschelte überlasse ich anderen. Inwiefern kritische Journalisten bei den "Family & Friends"-Screenings waren, weiß ich nicht (aber mir war zu Ohren gekommen, dass es bei "Schutzengel" nicht nur Hofberichterstatter gewesen seien). Nur nebenbei: Hanns-Georg Rodek hält beim Verband der deutschen Filmkritik aktuell keine Position inne. Auffällig ist aber so oder so, dass bis dato keine kritische Auseinandersetzung mit dem Film begonnen hat. Das gilt sowohl für den Spiegel-Journalisten - der den Film in Afghanistan gesehen hat - als auch für die angeblich vielen (Langplaner-)Kollegen. Die wenigen bislang publizierten Kritiken, die ich finden konnte, waren tatsächlich auf der Ebene eines filmischen, ästhetischen oder auch gesellschaftlichen Diskurses wenig ergiebig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.


herman

Nur kurz zur Aufklärung: Der Vergleich der FIlmkritik und der Brücke und dem Spucken stammt bekanntlich von André Bazin. Dazu sind auch Publikationen ihres eigenen Verbands weiterbildend. http://www.vdfk.de/139-notizen-zum-kino-1. Für kritische Besprechungen, schauen SIe mal ZITTY


Frédéric

Verstecken Sie sich doch nicht hinter Bazin. Sie haben sich sicherlich etwas dabei gedacht? Welcher Fluss? Und der Widerspruch bleibt bestehen?

Mit Verlaub, die Kritik in der Zitty ist sehr knapp und in ihrer handlungszentrierten Herangehensweise ein gutes Beispiel für "Filmkritik als Warentest". Damit wird kaum in einen Diskurs eingestimmt. Höchstens vielleicht darüber, wie "effektvoll" und "gut getimt" die beschriebenen Szenen sind und welche neuen Maßstäbe hier gesetzt würden. An der Stelle könnte eine Kritik beginnen (z.B. analysierend, vergleichend, historisierend), hier endet sie aber leider auch schon wieder. Bis auf die beiden Vergleiche mit Filmen mit "Safe" im Titel, die mir so ad hoc als Referenzen nicht einleuchten, weist der Text nicht über sich selbst hinaus. Was mir also fehlt (was ich aber weder dem Autor noch der Zitty vorwerfen würde, weil das Medium klassischerweise einen anderen Ansatz von Kritik verfolgt) ist die Analyse und der Weltbezug. Bemerkenswert finde ich an dem Text, dass er die Logik der Verwerter übernimmt: Überragender Film - "herummäkeln" (allein dieser Begriff, der quasi Kritik per se diskreditiert!) könne man aber natürlich daran wie an allem.


Nordlicht

Was soll dieser Film? Dass Actionfilme unrealistisch sind, ist ja klar. Aber warum dieses schwache Remake der Bourne-Verschwörung. Da ist das Original um Längen besser. Und die Pressearbeit im Vorfeld mit der dauernden Betonung der heldenhaften "Mission" der Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan ist widerwärtig, zumal Herr Schweiger damit nichts als Kohle macht. Natürlich ist der Job als Soldat mörderisch, mörderisch natürlich auch an der Seele des Soldaten. Natürlich ist es ein Skandal, dass die Bundeswehr nichts für die Entwicklung des Menschen im Soldaten unternimmt, aber nur durch Unterdrückung der Menschlichkeit ist das Töten möglich. Was aber soll man mit diesen Menschen nach der Bundeswehr in der zivilen Gesellschaft anfangen? Nur Fahrlehrer? In meinen Augen sollte Til Schweiger bei der Liebeskomödie bleiben - das kann er grandios und für diese gute Unterhaltung bin ich dankbar. Aber diesen Action-Scheiß sollte er lassen. Seine Empfindlichkeit gegenüber den Filmkritikern kann ich ja irgendwo verstehen, aber wieso er denkt, dass ihn ein Action-Film zu einem ernsthaften Regisseur werden lässt, das wird wohl sein Geheimnis bleiben. Schade!


Thomas Ungeheuer

Gut beobachtet, sauber recherchiert und schön geschrieben! Bestens.-) Viele Grüße, Thomas Ungeheuer ("Frankfurter Neue Presse")


Georg

Mich kotzt jeder an, der den Bundeswehreinsatz in Afghanistan unkritisch sieht oder ihn werbewirksam glorifiziert, zumindest den Eindruck vermittelt ihn zu akzeptieren und Soldaten als "Helden" zu sehen, also auch Till Schweiger. Es mindert meine Lust auf seine Filme.


Bernhard Zink

Bei den meisten Kommentaren hier wird mir schon arg mulmig zumute und ich frage mich, ob der vollständige Artikel überhaupt ganz durchgelesen worden ist. Schießlich enthält er eine sehr große Menge an Fakten, die deutich von jemandem kommen, der sich in seinem Metier auskennt und sachliche Informationen zu Vorgängen im Umfeld von Filmproduktion und -vermarktung liefern kann. Desweiteren geht es auch nicht um die Qualität von Schweiger-Filmen; natürlich fühlts ich wieder der eine oder andere persönlich auf den Kopf gespuckt, sobald es um Til Schweiger geht, weil man selber den Film mag. Der arme Til. Was haben die bösen Kritiker nur alle gegen ihn? Überhaupt sind Kritiker ohnehin die Pest, die ihre eigene Frustration am "Künstler" abreagieren wollen. ("Künstler fällt ja inzwischen immer schneller, s.o.; Til Schweiger als "Handwerker" bezeichnen zu wollen, würde mir ja noch eingehen; und nun kann man auch die handwerklichen Fertigkeiten beurteilen, von Dramaturgie, Kamera, Schnitt, Filmmusik etc.
Letztlich geht es hier aber eben nicht um die Qualitäten von Schweigers Filmen. Es geht um die Pressefreiheit. Und mir wird ziemlich schwummrig, wenn hier die Kritik an Schweigers Vorgehen als haltlos und übertrieben hingestellt wird. Schweiger hat nunmal nachweislich die Kritiker zugelassen, die seinen Filmen bislang positiv gegenüberstanden. Was dabei rauskommen würde - klar, das hatte Schweiger nicht in der Hand. Aber alleine, DASS er es getan hat - NATÜRLICH ist das ein massiver Eingriff in die Pressefreiheit. Das absprechen zu wollen, hat schon was beinahe Autistisches: Der Til-Verteidigungs-Reflex lässt sogar darüber hinwegsehen, dass Schweiger selbstversändlich - so weit es in seinen Möglichkeiten steht - dafür sorgt, dass zuerst einmal die positiven Reviews in die Welt kommen. Die man dann auch zuerst liest. (Manche sparen sich dann auch schon mal das Lesen von weiteren Revies.) Über die auch zuerst diskutiert wird. Denen selbstverständlich auch von manchen bis vielen (?) Glauben geschenkt wird. Selbstverständlich hat das Agieren Schweigers einen starken Effekt auf die Rezeption seines Filmes. Das zu leugnen zeugt von Unverstand in der Materie und vor allem von genau der Voreingenommenheit (eben FÜR Schweiger), die die entsprechenden Kommentatoren dem Autor (GEGEN Schweiger) unterstellen.
Dass Schweiger selbst aber eine arme Sau ist, bleibt in der Gesamtschau als Bild für mich schon bestehen:
Mit seinen auf Hochglanz-Hollywood-Klischees abonnierten Filmen, die auf den immer gleichen Mechanismen aufbauen, erreicht er ein Millionenpublikum, macht extrem viel Geld - und will und will und will halt auch so so gerne von den Kritikern auch anerkannt und als Künstler gewertet werden. Um jeden Preis. Und sei es durch gezielte Manipulation. Was es daran abzustreiten gibt, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.


Martin Walser

Wie in Til Schweigers richtigem Leben, geht es um Macht. Auch Til Schweiger führt ein Regiment, innerhalb seiner Produktionen und im Kontakt mit seinen Geldgebern. Er hat Macht und Einfluss und nutzt beides gnadenlos, um seine mehr als fragwürdigen Filme zu produzieren. Dass Förderanstalten, Verleih-Firmen, Kritiker und viele andere dabei mitspielen ist traurig. Vor allem ist es traurig für den deutschen Film, wenn viel Geld in beknackte Schweiger Filme fliesst anstatt in Projekte von vielen herausragenden Künstlern die es in Deutschland gibt.


Tom Narva

fragwürdig? nochnichteinmal. All diese grossen Worte; Diskurs, Rezeption, Genre...
Wieso Filmkritik? Der Schlussmacher ist genausowenig Film ,wie Tille Regisseur. Hier geht es um Provinzielle Vetternwirtschaft: der Brandenburgverleihfördertopf war mit 700 000 Euronen gefüllt, Tille langt sich davon 300 000 und macht damit.... keene Peilung, die Nacht zum Tag, den Regen zum Schnee. Kein Wunder ist er dann in Zürich abgeschafft.


Tom Narva

wenn das der Tille hört!






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