Prinzessinnenbad

Bettina Blümner zeichnet in ihrem Dokumentarfilm ein sehr persönliches Bild dreier 15-jähriger Freundinnen aus Berlin-Kreuzberg.

Prinzessinnenbad

Und immer wieder fährt sie durchs Bild: Nicht erst mit dem Musical Linie 1 ist die Berliner U-Bahnlinie U1 zu einem Wahrzeichen für Berlin und vor allem Kreuzberg geworden, in der sich, so der Mythos, das großstädtische Leben wie in einem Brennspiegel fokussiert wiederfindet.

Dabei spielt sich das Leben natürlich rund um die in Kreuzberg - für Fremde immer irritierend - oberirdisch fahrende Untergrundbahn ab: in den Straßen und Häusern der Stadt, in den Parks und natürlich im Prinzenbad, von dem sich Prinzessinnenbad den etwas irreführenden Titel leiht. Regisseurin Bettina Blümner folgt in ihrem Dokumentarfilm keineswegs drei verwöhnten Prinzessinnen der Straße, sondern drei 15-jährigen Kreuzberger Mädchen, die seit der Kindheit eng miteinander befreundet und alles andere als abgehoben, weltfremd oder eingebildet sind.

Prinzessinnenbad

Alle drei, Klara, Mina und Tanutscha, kommen aus Familien, denen man wohl das Etikett „Patchwork“ ankleben würde und die zugleich die Multiethnizität Kreuzbergs widerspiegeln – die Väter sind zumindest im Rahmen des Films größtenteils abwesend, bei zweien der drei Mädchen nicht aus Deutschland stammend, der Vater der Dritten lebt mittlerweile in Zentralamerika; Väter wie Mütter haben neue Partnerinnen und Partner gefunden. All das ist nie Grund zur Klage, sondern beschreibt schlicht die familiären Begebenheiten der drei jungen Frauen.

Nur selten weicht Blümner mit der Kamera von der Seite der drei Mädchen, etwa wenn sie den neuen Freund von Klara davon erzählen lässt, wie er sie kennen gelernt hat; bei den Gesprächen mit den Müttern sind die Töchter aber stets dabei und scheuen sich auch nicht, das Gesagte zu kommentieren und sich generell mehr oder minder klar und vehement zum Leben ihrer Eltern zu äußern. Auch in den persönlichen Dingen, die die jungen Frauen, ob allein oder als Gruppe, der Kamera anvertrauen, sind sie nicht weniger deutlich und meinungsstark.

Prinzessinnenbad

Natürlich tritt in diesen Positionen und Erzählungen immer wieder hervor, wie sehr die drei Protagonistinnen noch zwischen Kindheit und Erwachsensein schweben; und gelegentlich ist es atemberaubend, wie sie in wenigen Sekunden von einem ins andere wechseln, wenn in einem Gespräch unvermittelt Sexualität und Liebe thematisiert werden.

Die Regisseurin nimmt sich stets zurück und gibt nie dem Impuls nach, zu nah an die Mädchen heranzurücken und vermeidet es so, sie zu diskreditieren oder bloßzustellen. Bei aller Ernsthaftigkeit, mit der Klara, Mina und Tanutscha von auch sehr Persönlichem berichten, bleibt doch in allem eine gewisse spielerische Leichtigkeit zu spüren, aus der deutlich wird, dass sich bei diesen beeindruckenden Persönlichkeiten noch viel im Fluss und in der Entwicklung befindet.

Prinzessinnenbad, Blümners erster Langfilm, ist durchaus dazu geeignet, den eigenen Blick auf Kreuzberg und seine Bewohner zu revidieren. Der Film ruft, unterlegt mit der Musik vor allem weiblicher deutscher HipHop-Stars und immer wieder unter Einsatz der vorbeirasselnden U1, natürlich so einige Stereotype von Großstadtleben und Großstadtmädchen auf; in den feinfühligen Portraits dieser jungen Frauen widerlegt und präzisiert er sie jedoch und formuliert letztlich neu, wie wir uns Jugend in der heutigen Großstadt vorstellen können.

Trailer zu „Prinzessinnenbad“


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Kommentare


a.jacke

Netter Film mit all den typisch deutschen Klisches.. Proleten, kaugummi, dummes Gelabber.. Der Traum von der Freiheit... alles das soll eine Realität wiedergeben--- stimmt es gibt eine pubertierende Realität wieder.. und davon eben den Teil den hierzulande die Filmemacher so lieben... ich findes es nicht so interessant!


josef

der film ist die übliche klischee nummer: harte gören aus dem ghetto die so sex und drogen mässig voll krass drauf sind und hiphop hören und so boahhhhh. woran sich das bürgertum halt so gerne immer wieder mal aufgeilt, weil es selbt aus braven verhältnissen kommt. leichtverdauliches futter für senile filmkritiker.

leider unglaublich langweilig und ziemlich nichtssagend. warum nicht mal eine doku über jugendliche die mehr rausbringen als sätze wie "meine mutter lässt mich abends voll nicht lange weggehen das nervt weil ich bin schon erwachsen."

man kommt den mädels nie wirklich nahe. sie spielen für die kamera.






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