Lissi und der wilde Kaiser

Michael Herbigs Parodie auf die Sissi-Filme fleddert reichlich Material aus seiner Bullyparade und fügt es zu einem nur halbwegs stringenten, aber größtenteils recht unterhaltsamen Animationsfilm zusammen.

Lissi und der wilde Kaiser

Es ist natürlich mutig, sich mit den finanziellen Mitteln für einen deutschen Kinofilm an ein computeranimiertes Projekt zu wagen – schließlich tritt man dabei gegen so hochkarätige amerikanische Konkurrenten wie Ratatouille (2007) an, die mit so viel technischer Erfahrung und monetärer Gelassenheit aufwarten können, dass ein hiesiger Streifen kaum mithalten kann. Insofern haben sich Michael „Bully“ Herbig und sein Team, allen voran die Münchner Firma Scanline, mit der Herbig bereits bei (T)raumschiff Surprise (2004) und Hui Buh – Das Schlossgespenst (2006) zusammengearbeitet hatte, mit ihrem neuen Film Lissi und der wilde Kaiser weit aus dem Fenster gelehnt.

Technisch hat man sich dann auch auf das Wesentliche besonnen – der Film zeigt solide dreidimensional animierte Figuren, comichaft überzeichnet und ohne allzu große Detailtiefe – nur eine Figur darf mit wogendem Fell glänzen, das aber keineswegs an die computergenerierten Haare etwa aus Die Monster AG (Monsters, Inc., 2001) heranreicht, die Frisuren aller anderen sitzen für gewöhnliche wie betoniert. Die Stärken von Lissi und der wilde Kaiser liegen denn auch auf ganz anderer Ebene.

Lissi und der wilde Kaiser

Erzählt wird der wenig aufregende, aber sehr amüsante Alltag von Lissi und Franz, ihres Zeichens Kaiserin und Kaiser von Österreich – offensichtlich standen die Sissi-Filme (1955-1957) mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm Pate. Das glückliche Paar hat also wenig Aufregendes zu tun und vergnügt sich damit, ein wenig zu regieren, Geld zu verbrennen und den Feldmarschall herumzukommandieren – bis Lissi von einem Yeti gekidnappt wird, der in existenzieller Not dem Teufel versprochen hat, ihm eine wunderschöne Frau zu bringen.

Der Yeti ist natürlich ein Fremdkörper in dem Universum, mit dem sich der Film in seinen ersten Minuten vorrangig beschäftigt – und während schon die Beispiele aus Lissis und Franz’ Alltag ein wenig wirken wie aneinander gereihte Revuenummern, so wird Lissi und der wilde Kaiser nun endgültig zu einer Perlenkette kleiner, meist wirklich komischer Scherze und Actionszenen, die nur mühsam durch die sich nicht unbedingt zwingend logisch fortsetzende Handlung zusammengehalten wird.

Lissi und der wilde Kaiser

Denn Herbig hat für sein mit Alfons Biedermann verfasstes Drehbuch gleich auf eine ganze Reihe von Figuren aus den Sketchen seiner Fernsehshow Bullyparade (1997-2002) zurückgegriffen – anders als bei (T)raumschiff Surprise und Der Schuh des Manitu (2001) sind die Figuren aber für diesen Film mehr oder minder mühsam erst neu zueinander in Beziehung gebracht. Entsprechend sind die kleinen Szenen bei Hofe und dann, wenn sich der Hofstaat, auf der Suche nach der entführten Lissi, unterwegs miteinander auseinandersetzen muss, die vielleicht komischsten des Films, während der Humor zum Finale hin immer brachialer gerät – nur eine Verfolgungsjagd quer über ein in schwindelnder Höhe angebrachtes Baugerüst ist da noch ziemlich slapstickhaft-komisch.

Solchen Momenten und dem durchgehend erfreulich hohen Tempo des Films verdankt der Zuschauer den Eindruck, einigermaßen gut unterhalten zu werden, obwohl zugleich zu spüren ist, dass man einem Schlussverkauf bei „Bully’s Resterampe“ beiwohnt. Einen weiteren Film nach Motiven aus der Bullyparade soll es nach Herbigs Aussagen nicht geben, und das ist wohl auch ganz gut so.

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Kommentare


joke100

Aus meiner Sicht ist der Film gründlich missraten. Nach 30 sek. war der größte Spaß des Abends durch, nämlich die Vorstellung dessen was kommen soll durch den Butler. Leider hielt der Film meinen Erwartungen nicht Stand. Eine Vielzahl von Figuren die schwerfällig in die Handlung einbezogen wurden, halfen nicht diese stimmig und spaßig werden zu lassen. Ein engerer Bezug zum "Original" wäre vermutlich besser gewesen.
In Einzelszenen erzeugte der Wortwitz einige müde Lacher ohne aber ein humoriges Hochgefühl zu erzeugen.
Fazit: Geld nicht wert!


Carsten Schlegel

"Für Kinder nicht wirklich geeignet"

Obwohl der Film ab 6 Jahre ist, sollten Eltern mit Kindern in diesem Alter eher einen anderen Film ansehen.

1. Die Witze/Wortwitze werden von Kindern nicht verstanden
2. Das Vorhandensein des Teufels (auch wenn vorallem am Anfang eher lustig) ist nicht besonders Kinderfreundlich. Vorallem am Ende des Films könnten die Szenen Kindern schon Angst machen
3. Lustige Szenen halten sich in grenzen. Emely (6) lachte nur sehr selten.

Also lieber einen Walt Disney (o.ä.) Film auswählen.

Für Erwachsene ok, nach "Schuh des Mannitu" und dem wesentlich schlechteren Film "Traumschiff Surprise" hat dieser Film nochmals nachgelassen.


Gruß,

Carsten


isscchhh

Ich fands voll geil!!! es war witzig und einfach nur cool. ;D

Fazid: Geld wert!!


Christl

Der film ist endgeil!!!
Echt sehenswert!!
Wenn jemand nicht lachen kann, ist nicht der film schuld!!!






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