In the Mix – Willkommen in der „Familie“

Mafiabosse kochen gerne Spaghetti, sorgen sich um die Familienehre und tragen edle Anzüge. Coole Afroamerikaner dagegen tragen weite Hosen, hören Gangsterrap und benutzen viele Vier-Buchstaben-Wörter. Wenn diese beiden Welten aufeinander treffen, ist Ärger natürlich vorprogrammiert.

In the Mix

Eigentlich ist In the Mix damit ausreichend beschrieben: Pasta und Armani einerseits, Baggypants und Tupac andererseits – allerdings doch keine Vier-Buchstaben-Wörter, denn Ron Underwoods Film zielt deutlich auf ein minderjähriges Publikum und muss sich den harten Vorgaben des amerikanischen Jugendschutzes beugen. Der angepeilten Zielgruppe wird offensichtlich wenig Kinoerfahrung zugetraut, In the Mix dient auch als Einführungskurs in den Gangsterfilm einerseits und den Liebesfilm andererseits.

Gangsterfilm: Auf den Mafiaboss Frank (Chazz Palminteri) wird ein Attentat verübt. Der DJ Darrell (Usher) beschützt ihn, wird kurz darauf zum Leibwächter der Tochter Franks, seiner Jugendfreundin Dolly (Emmanuelle Chriqui), ernannt, und muss in seinem neuen Job bald Kopf und Kragen riskieren.

Liebesfilm: Wie nicht zu erwarten, ist die Beziehung zwischen Darrell und Dolly nur anfangs so platonisch, wie es der Vater des Mädchens gerne sähe. Das Problem der beiden Verliebten ist seit Shakespeares Zeiten bekannt: Die Welt des organisierten Verbrechens und die des Hip-Hop Djs scheinen sich zueinander zu verhalten wie Feuer und Wasser.

In the Mix

Allerdings gibt es in einem Film wie In the Mix keinen Gegensatz, der nicht irgendwie überwunden werden könnte, in diesem Fall durch Dollys Bruder Frank Junior (Anthony Fazio), einen Hip-Hop-verrückten Italoamerikaner, der größtenteils damit beschäftigt ist, seinen Vater – und die Zuschauer – an den Rand der Verzweiflung zu treiben. Womit wir bei dem größten Schwachpunkt des Films angelangt wären: Den Schauspielern. Die Hauptrollen sind zwar größtenteils solide besetzt, die teilweise sehr dämlich in der Handlung herumirrenden Nebendarsteller und viele unfreiwillig komische Dialoge verwandeln den eigentlich harmlosen Streifen schnell in einen lupenreinen Trashfilm, den weder die streckenweise ambitionierte Kameraarbeit retten kann, noch der nicht immer ganz schlechte Soundtrack.

R’n’B Star Usher selbst macht seine Sache eigentlich ganz gut. Allerdings wird er von dem Film als eine Art männlicher Mae West aufgebaut: In the Mix ist zu großen Teilen damit beschäftigt, Darrells überirdische Wirkung auf das andere Geschlecht zu präsentieren. Um ein solches Potenzgeprotze goutierbar zu machen, bedarf es aber – siehe Mae West – eines besseren Drehbuchs.

 

Kommentare


Sezer

Also, ich fand den Film einfach nur grottig! Wie schon in der Kritik völlig richtig beschrieben, versucht man im Film Usher als den ultimativen Womanizer darzustellen. Er hat es einfach nicht drauf der Typ. Und wenn ihr euch den Film doch noch antun wollt und die letzte Szene seht, dann werdet ihr höchstwahrscheinlich weinen und sagen:"Wie schlecht ist das denn?" Naja, jedem das Seine, den Film würde ich aber trotzdem niemandem empfehlen.


Joanna V. Sky

ne stunde backofenkartoffeln beim backen zusehen hat den gleichen unterhaltungswert. schmalz ist gar kein ausdruck und Usher wird definitiv keine Oscarnominierung erhalten






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