Hangover 2

Hangover 2 ist vielleicht das, was man ein archetypisches Sequel nennen könnte, oder jedenfalls: die Bestätigung all der Vorurteile, die man über nachgereichte Zweitfilme so haben kann. 

Hangover 2 01

Mit Todd Phillips ist im zweiten Teil immerhin noch der gleiche Regisseur mit an Bord wie vor zwei Jahren, ein Spezialist in Sachen Junggesellen- oder Großejungs-Filme also, der außerdem noch den grässlichen Old School (2003) sowie Stichtag (Due Date, 2010) realisiert hat. Dennoch: Hangover 2 (The Hangover Part II) ist strukturell wie inhaltlich nahezu identisch mit Hangover, auch wenn natürlich Figuren, Tiere, Entführungsopfer und -täter ausgetauscht und hin- und hergeschoben werden. Und statt „Viva Las Vegas“ ist es hier eben „One Night in Bangkok“.

Diesmal soll Stu (Ed Helms) heiraten, der brave Zahnarzt, der sich im ersten Film im Drogeneinfluss mit einer Stripperin verheiratet hatte und dadurch letzten Endes aus seiner doch sehr beengenden Beziehung ausbrechen konnte – jetzt hat er sich mit Lauren (Jamie Chung) ein bezauberndes Wesen geangelt, von dem man nie so recht versteht, was sie an ihm findet, aber das spielt hier auch kaum eine Rolle. Frauen sind in der Hangover-Welt nachsichtige Randgestalten – durchweg positive Figuren, das sollte man vielleicht betonen, stets erwachsener oder mindestens vernünftiger als die Männer.

Hangover 2 02

Das Erstaunliche an diesen beiden Filmen ist eigentlich, dass sie die Identitätskrisen der Männer praktisch ohne Bezug auf und Abgrenzung von Frauen bewerkstelligen. Es fehlt damit völlig jene tendenzielle Abwertung des anderen Geschlechts, die andere Jungsfilme so unangenehm macht. Natürlich geht es dennoch auch um (Hetero-)Sexualität und um das Überschreiten von Grenzen auch sexueller Natur; aber es sind immer die Männer, die dabei – wenn sie dann wieder klaren Kopfes sind – unentspannt auf eine irre Welt reagieren, auf die sie sich unter Drogeneinfluss entspannt eingelassen hatten.

Denn auch in Hangover 2 nimmt ein diesmal sehr klein geplanter Junggesellenabend einen rapide anderen Verlauf, an dem sich Stu und seine Freunde plötzlich in einer Absteige in Bangkok wiederfinden – die Hochzeitsgesellschaft wartet einige Kilometer entfernt an der thailändischen Küste –, mit einem Affen, dem abgeschnittenen Finger von Laurens Bruder Teddy (Mason Lee) und keiner Ahnung, was passiert ist – oder wo der Rest von Teddy steckt.

Hangover 2 03

Die harmlosen Jungs aus der Vorstadt – der Zahnarzt, der verheiratete Grundschullehrer, der Irre – in der wilden weiten Welt. Nach und nach finden sie heraus, was sie in der vergangenen Nacht alles angerichtet haben; irgendwie geht immer alles gut, das ist natürlich die Vorbedingung, der Exzess, aus dem sich der Humor des Filmes speist, ist hier nie fundamental bedrohlich, sondern eröffnet neue Möglichkeiten und Horizonte: Erst im Exzess finden wir zu uns selbst.

Hangover 2 06

Das ist schließlich nicht nur ein Topos des Jungmännerfilms der letzten Jahre – man denke nur zuletzt an Männertrip (Get Him to the Greek, 2010) –, sondern auch erstaunlich nah an den hippiesken Selbstfindungsfantasien durch LSD und andere Rauschmittel. Die 68er sind also im amerikanischen Mainstream angekommen: So brav sind sie aber dann doch (der verheiratete Grundschullehrer macht nämlich keine allzu schlimmen Sachen), dass die wahren Exzesse vor der Hochzeit abgehakt werden müssen.

Trailer zu „Hangover 2“


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Kommentare


Popo MxPO

GEILER SHIT!!!


Niemeyer

Hallo ich war gestern mit meinem Sohn 12 Jahre in dierer "KÖMÖDIE" der Film ist ab 12 J. von der FSK freigegeben. Mich wundert es nur das ANALSEX mit einer zweigeschlechtlichen Nutte, Kokain schnupfende Meschen, eine "Tänzerin" die mit ihrer Vagina Pinpong spielt usw. für Kinder ab 12 Jahren freigeben ist.


der gute dad

hmm ist der film etwas fuer nen 13 jähriges mädchen??


Denkender Mensch

Ob man einen 12 Jährigen in so eine Art von Komodie mitnehmen muß?

Kommt wohl auf den Level von Jägermeister/Marshmallows an die der Vater vorher nimmt (Erklärung zu der Einahme - beide Filme sehen).

Nicht jede FSK Einstufung ist auch einfach so hinzunehmen - mitdenken ist bei der Erziehung schon nötig.

Der Film ist eher ab 16 - in dem Alter kann es einem schon passieren das ein Jungesellen-Abschied des älteren Kumpels zu den ersten sehr einschneidenden Erfahrungen führt.

Alles in allem ist der Film eine gelungene Wiederholung des ersten Teils und zeigt das man aus Fehlern nicht immer klug wird - aber die eigene Sichtweise auf die Realität sich ändert.






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