Swastika

Alter Skandal neu aufgelegt: Der Kompilationsfilm Swastika (1973) wurde nach 37 Jahren erstmals in deutschen Kinos gezeigt und auf DVD herausgegeben. Was bieten Hitler in Farbe und Eva Braun beim Baden heute noch an Erkenntnisgewinn?

Swastika 23

Lutz Becker und Philippe Mora, einem deutschen Historiker und einem australischen Filmemacher, ist in den 1970er Jahren eine Archiventdeckung gelungen, welche die großen Hitlerbildmaschinerien von Kino und Fernsehen nachhaltig geprägt hat. Die beiden machten die 1945 von amerikanischen Armeeangehörigen auf dem Obersalzberg beschlagnahmten Filmrollen ausfindig, die Eva Braun in ihrem Schlafzimmer auf dem Berghof gelagert hatte. In den acht Zelluloidbüchsen befanden sich Brauns Aufnahmen von Kaffeekränzchen unter Nazis, Spielereien mit Kindern und Hunden und Freizeitspaß am See: gedreht auf 16mm-Material und in Farbe. Dem durchschnittlichen TV-Zuschauer sind bestimmte Szenen dieser Home-Movies inzwischen hinlänglich bekannt: Hitler mit Blondi, Hitler mit den Kindern von Albert Speer, Hitler macht einen Tanzschritt. Damals wirkte die plötzliche Nähe zum Diktator in seiner privaten Banalität wie ein Schock. Swastika, in dem der Berghofplausch erstmals kompiliert war, sorgte beim Filmfestival in Cannes für heftige Reaktionen. Die Zuschauer stritten und schlugen sich, die Vorführung musste abgebrochen werden. Der deutsche Verleih trat zurück. In Frankreich wurde eine Kopie aus dem Kino geraubt und über jüdischen Gräbern verstreut. 2010 – unzählige Hitlerfilme später – ist Swastika bei absolut medien auf DVD erschienen. Ein privater „Führer“ löst längst keine Skandale mehr aus. Was bleibt von Swastika?

Zur Kritik von Swastika

Swastika (Großbritanien 1973)

Al!ve AG

DVD-Verkauf ab: 13.08.2010

Kommentare zu „Swastika“


Carlee

Smack-dab what I was lokonig for-ty!






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