Drama

Auf der Suche nach Oum Kulthum

Die Videokünstlerin Shirin Neshat versucht sich am Leben der ägyptischen Sängerin Oum Kulthum. In ihrem verschachtelten Film-im-Film lässt sich blättern wie in einem Coffee Table Book. Filmkritik 

Paul

Neu auf DVD: In Klaus Lemkes Paul (1974) gerät ein Kleinganove zwischen Elbchaussee und Hans-Albers-Platz so sehr außer Kontrolle, dass weder das Drehbuch noch die Kamera ihn halten können. Filmkritik 

Feinde - Hostiles

Das Wiegenlied vom Indianerkrieg. Scott Cooper blickt versteinert auf die Ausläufer eines Massenmordes und findet Regungen in den ebenso versteinerten Gesichtern seiner männlichen Hauptfiguren. Schließlich schenkt er beiden Seiten eine Utopie. Filmkritik 

Christine

Neu auf DVD: Das Mitleid als Verrat – Antonio Campos erzählt in Christine die reale Geschichte einer jungen Fernsehjournalistin und lässt uns dabei mit unserem Wissen um ihr tragisches Ende auf schmerzhafte Art allein. Filmkritik 

Dogman

Die Machtlosigkeit als Wesenskern – Matteo Garrone begibt sich in Dogman an eine Stätte des ewigen Verhungerns, der hilflos verkeilten Körper und der halbgaren Sehnsuchtsbilder. Filmkritik 

In My Room

VoD: Postapokalyptisches Deutschland. Ulrich Köhler hat mit In My Room einen Film über Inneres, Bau und Heimat gedreht – und über Männer, die ihr Land lieben. Filmkritik 

Burning

VoD: Große Brüche und ein großer Brand. Mit dem von Haruki Murakami inspirierten Burning schenkt Lee Chang-Dong dem Wettbewerb von Cannes einen beeindruckenden Mystery-Reigen mit dringender Gegenwartsanalyse – der gar nicht so leicht zu fassen ist. Filmkritik 

Streik

Stéphane Brizés neuer Film inszeniert einen monatelangen Streik als ein spektakuläres Trommelfeuer der Worte – verliert das Wichtigste aber aus dem Blick. Filmkritik 

Ob wir schlafen oder wachen

VoD: Ein Feuerwerk der Harmlosigkeit. Ryusuke Hamaguchi erzählt in Ob wir schlafen oder wachen mit demonstrativer Leichtigkeit von einer gedoppelten Romanze, doch bei all der Luftigkeit verkommt seine Liebesgeschichte bald zu einem biederen Ritual. Filmkritik 

The House That Jack Built

Die Nazis und ihr Sinn für Ästhetik dürfen wohl nicht fehlen in einem Opus über die Schönheit des Mordens. Lars von Trier hat mit The House That Jack Built wieder einen Schocker inszeniert und langweilt – bis zum fulminanten Finale. Filmkritik 

Climax

VoD: Körperkino obsessiv, musikalisch, kurzweilig, verdammt ernst und unbedingt komisch. Gaspar Noé ersinnt eine durchsexualisierte Tanzgruppe, bei der jeder Tänzer etwas dringend will. Climax setzt darauf, dass es schiefgeht. Filmkritik 

Shoplifters - Familienbande

Schräge Familienaufstellung unter unsichtbarem Feuerwerk. Hirokazu Koreeda krakelt in Shoplifters mal wieder am japanischen Familienkonzept herum. So radikal wie vorher noch nie. Filmkritik 

Girls of the Sun

Der kurdische Befreiungskampf erreicht den Wettbewerb von Cannes – oder eben auch nicht. Eva Hussons Girls of the Sun setzt den weiblichen Peshmerga-Milizen ein Denkmal, das diese nicht verdient haben. Eine Palme könnte es trotzdem geben. Filmkritik 

Asche ist reines Weiß

VoD: Entwurzelt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Jia Zhang-Ke zeigt uns in Asche ist reines Weiß das China der letzten 20 Jahre, indem er die Spuren einer Liebesgeschichte legt. Filmkritik 

Cold War - Der Breitengrad der Liebe

Ein Liebespaar, das nicht nur von Ort zu Ort, sondern von einer musikalischen Ausdrucksform zur nächsten geworfen wird. Davon erzählt Cold War auf eine Weise, die jeden menschlichen Wildwuchs beharrlich zurechtstutzt.  Filmkritik 

Sorry Angel

VoD: Solange wir noch rauchen.. Christophe Honoré erzählt in Sorry Angel von zwei alltagsgefüllten Leben – und spinnt aus ihnen eine Liebesgeschichte, die schon war, bevor sie beginnt. Filmkritik 

Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu

Am Anfang war das Brautgeld. In ihrem epischen Birds of Passage spüren Cristina Gallego und Ciro Guerra den Verkettungen von Ritual und Kapital nach – und finden damit einen Ausweg aus allzu schlichter Kapitalismus- und Kolonialismuskritik. Filmkritik 

Offenes Geheimnis

Schuld, Moral und blanke Nerven im spanischen Herbstidyll. Asghar Farhadi spielt Karten mit Penélope Cruz und Javier Bardem. Filmkritik 

7 Tage in Entebbe

In seinem Film über eine spektakuläre Befreiungsaktion der israelischen Regierung stilisiert José Padilha Soldaten zu Tänzern. Doch hinter den mitreißenden Choreographien aus 7 Tage in Entebbe verbirgt sich ein Plädoyer für den Zweifel. Filmkritik