"Geht das nicht auch subtiler?“ – Antalya Film Festival 2019
Über das, was man in Filmfördergremien vermutlich ein gutes Drehbuch nennt, und einen allegorischen Horrorfilm, der das Publikum aus dem Saal treibt. Notizen aus Antalya. Special
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Über das, was man in Filmfördergremien vermutlich ein gutes Drehbuch nennt, und einen allegorischen Horrorfilm, der das Publikum aus dem Saal treibt. Notizen aus Antalya. Special
Jan-Ole Gerster folgt einer der Welt entrückten Pianistin durch einen Tag im Leben der Hauptstadt. Der Vergleich zum Vorgänger Oh Boy drängt sich auf, aber Lara will deutlich tiefer bohren. Filmkritik
Eine schwule Chatbekanntschaft lockt einen jungen Mann in eine assoziative Albtraumwelt. Der Weg in Nevrland führt vom Fleisch zur Seele – doch der Horror bleibt. Filmkritik
Wer über den Joker schimpft, darf von New Hollywood nicht schweigen. Todd Philipps' Batman-Spin-Off nähert sich der Politik der Pointe und bekommt dafür wenig pointierte politische Kritik. Filmkritik
VoD: Ein Film, der von einem Verstorbenen erzählt, dessen physische Spuren längst verwischt wurden. Vitalina Varela ist eine Totenmesse, die Pedro Costas Ästhetik und Erzählfiguren konsequent fortsetzt. Filmkritik
Teenager-Romantik und wilder Sex: Mein schönster Sommer (2017) hätte ein Rohmer-Film werden können oder eine schwelgerische Romanze oder eine Komödie à la Eis am Stil. Nichts davon hat Eckhart Schmidt gedreht. Filmkritik
"Stalker, ey!" In Luzie Looses Coming-of-Age-Film Schwimmen bedeutet Abbilden Macht. Die junge Elisa wird erst durch die Kamera in ihren Händen zur Täterin. Filmkritik
María Alchés Debütfilm Die untergegangene Familie spürt den Folgen nach, die ein beendetes Leben für ein fortbestehendes hat – und lässt im tropischen Wohnzimmer ein unheimlich-familiäres Biotop heranwachsen. Filmkritik
Fünf Geschwister und ein Haus. Unprätentiös und smooth spielen alle ihr Familiending. Die jüngste wollen sie ins Heim schicken. Michael Kliers Die Idioten der Familie erzählt ein schwieriges Sujet in einer unbekümmerten Sprache. Filmkritik
Wo langsam verblutende Proleten aus Dantes Inferno zitieren: Das Loft in Eckhart Schmidts New-Wave-Neon-Kammerspiel ist ein Ort destruktiver Machtverhältnisse, an dem selbst die Liebe keinen Ausweg bietet. Filmkritik
Für sein Spielfilmdebüt lässt Eckhart Schmidt ein mysteriöses Model aus Paris in München einfliegen. Sie fängt sich Liebe ein wie eine Krankheit. Der fragile Neo-Noir-Plot kollabiert komplett. Filmkritik
In Anatol Schusters neuem Film Frau Stern wuselt eine suizidale Holocaust-Überlebende durch ein schon fast dystopisch vitales Berlin, in dem das Sterben gar nicht so einfach ist. Filmkritik
VoD: Brian De Palma war schon immer ein viel zu selten gewürdigter Satiriker. In seinem neuen Thriller Domino läuft bei der Hatz auf einen IS-Terroristen alles auf eine makabre Pointe hinaus. Ein eher schlechter Witz ist, dass er erst gar nicht ins Kino kommt. Filmkritik
Kommen Sie nach Thüringen: Carolina Hellsgårds Endzeit ist eine Mischung aus Zombiefilm und Märchen zwischen Weimar und Jena. Die Welt nach der Apokalypse ist sehr beruhigend. Filmkritik
Mit dem Tageslicht beginnt die Talfahrt: Eckhart Schmidts Alpha City ist ein exzessiver Film Noir, in dem die Dialoge gespreizt, die Coolness übersteuert und die existenzielle Verzweiflung nur noch Geste ist – aber sexy. Filmkritik
Geküsst und geliebt werden. Eine Villa, die laut Eckhart Schmidt Mafia- und Logengeschichte geschrieben hat, wird in seinem Filmgedicht Broken Hearts zu einem Kino-Schauplatz, in dem eine eigene Wahrheit gilt. Filmkritik
A Shootingstar Is Born: Ein Teenager wird vom Amoklaufopfer zum Popstar. Brady Corbet will in Vox Lux die Perfidität der Kulturindustrie zeigen und vergisst beim Blick hinter die Kulissen fast, wie interessant die funkelnde Oberfläche sein kann. Filmkritik
Auge um Auge, Aug’ in Aug’: My Days of Mercy ist eine Liebesgeschichte, die ihren Rhythmus in einer Abfolge von Hinrichtungen findet, aber von politischen Fragen abgeschirmt bleibt. Filmkritik
Mit einem raumgreifenden Beziehungsepos wagt sich Carlos Reygadas ins Innere seines Protagonisten. Unsere Zeit ist ein Exorzismus, aber die Innereien bleiben verschwommen. Filmkritik
Into the future we’ll travel alone: Wegen seiner egoistischen Kinder hat ein altes Ehepaar keine gemeinsame Zukunft mehr. Leo McCareys Make Way for Tomorrow (1937) hat den Ruf eines der traurigsten Filme aller Zeiten – dabei setzt er mehr auf Beobachtung als auf Überwältigung. Eine Wunschkritik unserer Abonennten. Filmkritik
Der Abgrund ist dunkel und das reicht: In seinem neuen Film Sunset setzt László Nemes der Gesellschaft Budapests kurz vor dem 1. Weltkrieg den Luxushut auf und ergötzt sich am langen Schatten seiner Krempe. Filmkritik