Werner Herzog

Werner Herzog

Das 25. Filmfest München widmet Werner Herzog gerade eine vollständige Retrospektive und bereits früher in diesem Jahr konnten deutsche Kinogänger endlich seinen herausragenden Grizzly Man  (2005) bewundern. Von den Schlüsselfiguren des Neuen Deutschen Films, die heute noch aktiv sind, bleibt Herzog wohl ohnehin eine der spannendsten. Seine Spiel- und Dokumentarfilme handeln nicht selten von Grenzgängen, wobei sich ihre Produktionsbedingungen oft ebenfalls als solche erwiesen. Fitzcarraldo (1982), der mit einer unglaublichen Bildgewalt den Herzog-Abend von Bayern morgen einläutet, illustriert dies mehr als gut. Klaus Kinski pendelt hier zwischen Genie und Wahnsinn ebenso wie der Titelheld, der sein Dampfschiff über einen an den Amazonas fußenden Berg ziehen lässt um den Traum einer eigenen Oper zu verwirklichen. Von den harten Dreharbeiten, die darüber hinaus noch durch die Beziehung von Herzog und Kinski maßgeblich erschwert wurden, kann man sich im Anschluss in der Dokumentation Mein liebster Feind (1999) ein Bild machen. Nach zehnjähriger Abstinenz vom Spielfilm kehrte Herzog zu diesem Format dann 2001 mit Invincible – Unbesiegbar (Invincible) zurück, allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Zishe, stärkster Mann der Welt und Jude im Berlin der Nationalsozialisten, reiht sich nahtlos ein in die Riege der filmischen Outlaws, zu der man den Regisseur zweifelsohne auch selbst zählen kann. (kst)

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Foto: © BFS

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