Luis Buñuel (3)

Nach der Exilzeit in Mexiko drehte Buñuel 1961 erstmals in seiner Heimat Spanien. Dort wurde Viridiana (1961), die Geschichte einer gottesfürchtigen jungen Frau, die im Dorf ihres Onkels für ihren Altruismus nichts als Gespött erntet, prompt verboten. Seine bitterböse Parabel über Religion und Moral, die zudem mit einer Parodie auf das Letzte Abendmahl aufwartet, erregte zwar heimische Gemüter, wurde in Cannes hingegen aber mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Das Gespenst der Freiheit (Le Fantôme de la Liberté), 1974 in Frankreich entstanden, erinnert strukturell an den Vorgänger Der Diskrete Charme der Bourgeoisie (Le Charme discret de la bourgeoisie, 1972). Die bizarren, episodenhaft zusammengefügten Vignetten erfahren keinerlei narrative Auflösung, vielmehr entpuppt sich in der symbolhaften Umkehrung herkömmlicher Assoziationen die ganz eigene, ‚freiheitliche’ Logik Buñuels. Die Dokumentation Das letzte Drehbuch - Erinnerungen an Luis Buñuel (El último guión - Buñuel en la memoria, 2008) feiert dieser Tage ihre Premiere auf der Berlinale, 3Sat zeigt sie kurz darauf für all jene, die nicht in der Hauptstadt zugegen sein können. Buñuels Sohn Juan Luis und des Regisseurs langjähriger Wegbegleiter Jean-Claude Carrière bereisen Stationen einer Karriere und erinnern sich an den Filmemacher und Menschen. (kst)
Seite druckenFoto: © ZDF und José F. Aguayo; Films sans Frontières
Sendetermine
, 3Sat
, 3Sat
, 3Sat



Kommentare zu „Luis Buñuel (3)“
Es gibt bisher noch keine Kommentare.