Jeanne Moreau

Letzten Mittwoch feierte die Grande Dame des französischen Kinos ihren achtzigsten Geburtstag. Grund genug für Arte, der Moreau, die in vielen ihrer Rollen ein verführerisches Charisma mit intellektueller Femininität verband, einen kurzen Themenschwerpunkt zu widmen. In Tagebuch einer Kammerzofe (Le journal d’une femme de chambre, 1964) zeichnet Luis Buñuel einmal mehr ein satirisches Sittenbild der Bourgeoisie. Als Dienstmädchen Céléstine legt Jeanne Moreau die moralische Verkommenheit ihrer Herren und Mitangestellten blank. Dann geschieht ein Mord, und Céléstine beweist ihr Talent für Manipulation, als es gilt, den Täter zu finden. Zur Mörderin selbst wird die Hauptfigur aus Die Braut trug schwarz (La mariée était en noir, 1967), François Truffauts spielerische, mit Zitaten Hitchcocks gespickte Version eines Genrefilms. Noch auf den Treppen der Kirche zur Witwe gemacht, setzt Julie Kohler mit einer Mischung aus Melancholie und kalter Methodik ihre ausgefeilten Rachepläne in die Tat um und befördert einen nach dem anderen der fünf Mitschuldigen ins Jenseits. Arte zeigt außerdem eine Dokumentation über die große Schauspielerin, Jeanne Moreau – Im Film und ganz privat (2007). (kst)
Seite druckenFoto: © ARTE F / MGM
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