Ernst Lubitsch

Ernst Lubitsch

Gleich drei Filme des Exildeutschen Lubitsch sind diese Woche im Fernsehen zu sehen. Die antifaschistische Satire Sein oder Nichtsein (To Be or Not to Be, 1942) ist im besetzten Warschau angesiedelt. Aus Bühnenrealität wird bitterer Ernst, sobald eine Theatertruppe im Widerstandskampf ihre Schauspielkunst unter Beweis stellen muss: als ‚echte’ Nazis zu brillieren ist gar nicht so einfach, die Täuschung aber fast perfekt, genau wie Lubitschs Sinn für komödiantisches Timing. Rendezvous nach Ladenschluss (The Shop Around the Corner, 1940) gilt weitläufig als romantische Komödie, was natürlich nicht falsch ist, da die Entwicklung einer Liebesbeziehung im Mikrokosmos eines Budapester Geschenkeladens Zentrum der Geschichte ist. Eingebettet wird sie aber in eine für Lubitsch typische Form von subtiler und leichtfüßig daherkommender Sozialkritik, die er bereits in dem mit noch bissigeren Dialogen versehenen Ninotschka (Ninotchka, 1939, s. Bild) bestens unter Beweis stellte, an dessen Drehbuch kein Geringerer als Billy Wilder beteiligt war. Greta Garbo betrat hier erstmals das Terrain der Komödie und spielt eine sowjetische Kommissarin, die in Paris weder dem Kapitalismus, noch dem ihn verkörpernden Grafen Leon d’Algout widerstehen kann. (kst)

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Foto: © ARD Degeto

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