Dr. Mabuse

Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960) war Fritz Langs letzter Film, und gleichzeitig sein letzter über den nach einer Übernahme der Weltherrschaft trachtenden Superschurken. Allerdings lebt hier im Gegensatz zu den Klassikern Dr. Mabuse, der Spieler (1922) und Das Testament des Dr. Mabuse (1933) nur noch sein geistiges Erbe fort. Das spielt aber eigentlich keine Rolle, schließlich garantieren die beeindruckend ausgearbeiteten narrativen Wandlungen gewohnte Höchstspannung. Lang überträgt zudem die Handlung auf das Nachkriegsdeutschland, auf ein ehemaliges Nazi-Hotel, und so findet sich erneut eine starke antifaschistische Tendenz in dem Film, der Langs Werk aus den zwanziger Jahren in dieser Hinsicht in nichts nachsteht. Harald Reinls Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961) bildete dann den Auftakt einer ganzen Reihe von Mabuse-Filmen, die oft mit den Edgar-Wallace-Produktionen aus derselben Zeit verglichen werden und sich eher schwer mit ihren Vorgängern von Lang messen können. (kst)

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