Andrej Tarkovskij: Stalker, Andrej Rubljow und Iwans Kindheit

Drei Werke des meisterhaften Filmmystikers auf 3sat: In Stalker (1979) beschreibt Tarkovskij die Reise einiger Männer durch die postapokalyptische Landschaft der ‚Zone’, bis zu dem einen Ort in ihr, der die Erfüllung innerster Begehren verspricht. Tarkovskijs Bilder mögen naturalistisch anmuten, die ‚Zone’ erhält aber gleichsam eine halluzinatorische Qualität, die sich letztlich auf den ganzen Film faszinierend überträgt. Andrej Rubljow (Andrei Rubljow, 1969) entwirft mehrere imaginäre Episoden aus dem Leben des titelgebenden Ikonenmalers. Tarkovskij zeichnet ihn als christusähnliche Figur, die nach jahrelangem Schweigen angesichts der Realitäten eines mittelalterlichen Russlands im eigenen Schaffensprozess Erlösung findet. Ein Kind wiederum ist die Hauptfigur in Tarkovskijs Debüt Iwans Kindheit (Iwanowo detstwo, 1962), das schon viele der Motive seines Gesamtwerks aufzeigt. Die verbotene Zone, die der junge Held hier als vermeintlich unauffälliger Spion betritt, ist die der deutschen Front im Zweiten Weltkrieg. Tarkosvkijs Regie und die visionäre Schwarz-Weiß-Kameraarbeit von Vadim Yusov erheben den verhältnismäßig konventionellen Stoff zu einer Meditation über die Mysterien des Kindesalters, aus dem Ivan allzu schnell herausgerissen wird. (kst)

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