3x Tarkowski

Am kommenden 4. April wäre Andrej Tarkowski 75 Jahre alt geworden. Anlass genug für einige der dritten Kanäle, in den nächsten Tagen ein paar seiner mystischen Meisterwerke zu zeigen. Am heutigen Samstagabend beginnt der RBB um 23.50 Uhr mit Stalker (1979), der eigenwilligen Adaption des Science-Fiction-Romans Picknick am Wegesrand der Strugatzki-Brüder. Aus apokalyptischen Industrielandschaften führt der „Stalker“ zahlwillige Menschen durch eine verbotene Zone, in der außerirdische Einflüsse undurchschaubar, tödlich, aber auch vielversprechend walten: Es gibt in ihr einen Raum, in dem die innersten Wünsche in Erfüllung gehen sollen. In der Nacht vom morgigen Sonntag auf Montag, des 1. auf den 2. April, zieht der MDR Genre-nah mit der Stanislaw-Lem-Adaption Solaris (1972) nach, worin sich die Kontaktaufnahme mit einer außerirdischen Intelligenz nur über die physische Manifestation der Erinnerungen an Tote vollziehen lässt. In der Nacht von Montag dem 9. auf Dienstag den 10. April schließlich zeigt der MDR Andrej Rubljow (1966), ein Panorama über den künstlerischen Schaffensprozess, religiöse Erfahrung und das Leben im mittelalterlichen Russland anhand eines Ikonenmalers des frühen 15. Jahrhunderts. (chh)
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Kommentare zu „3x Tarkowski“
Martin Z.
Das ist Arthouse der besonders anspruchsvollen Art. Nicht nur, weil wie immer bei Regisseur Tarkovsky die überlangen Einstellungen und die Handlungsarmut den Zuschauer bis an die Grenze der Belastbarkeit strapazieren, sondern weil es hier auch noch philosophische Diskurse gibt z. B. „Kann man Glück erfahren auf Kosten des Unglücks anderer?“
Drei Männer, ein Professor, ein Schriftsteller und ein Häftling (ein Stalker) gehen in eine verbotene Zone. Die unwirtliche Umgebung ist nass, kalt, verfallen, farnüberwuchert. Sie versuchen auf diesem verbotenen Trip etwas über den Sinn ihres Lebens zu erfahren und tauchen in die Abgründe ihres eigenen Ichs und das der anderen. Man kann ihre Gedankengänge und Überlegungen zwar nachvollziehen, wird aber am Ende wie die Akteure damit allein gelassen. Will sagen, der Vorhang zu und alle Fragen offen.