Kommentare
300
14.03.2007
300 kampfeswillige Spartaner versuchen verzweifelt, dem Ansturm eines gewaltigen Heeres aus Persien zu trotzen. Das Kinopublikum wird durch Regisseur Zack Snyder von einem Bombardement ganz anderer Art bedroht. >> weiter...
Kravi aus wien
Dienstag, 20-01-09 23:38
PsyclopS
Montag, 22-09-08 16:43
Also ich hatte den Film damals, als er in den Kinos anlief, natürlich angeschaut. Die Bilder sind großartig Fotografiert und in Szene gesetzt. Besonders gefallen haben mir die Kontrastspiele und die Farbkompositionen. Kein Zweifel, der Film schaut phantastisch aus. Auch habe ich keinerlei Vorbehalte wegen der exzessiven Gewaltdarstellung und dem beinahe schon wunderschön herumspritzenden Blut, das ja quasi als Farbe auf der Leinwand eines Malers Verwendung findet.
Doch...
Was sollte eigentlich diese permanente Berieselung mit Schlagworten wie Ehre, Pflicht, Krieg und Tod? Wieso waren die Charaktere so schrecklich eindimensional?
Und warum äußerten die Helden praktisch bei jeder Gelegenheit den Wunsch zu sterben?
Mir ging dieser übersteigerte Pathos; dieser blitzsaubere, etwas dümmlich wirkende Leonidas und dieses andauernde Elitegefasel - nach dem Motto: geboren um ehrenvoll zu fallen - nach kurzer Zeit so was von auf den Keks... . Das hatte mir den Filmgenuss ruiniert. Außerdem empfand ich die Spartiaten als sehr faschistoid und die eigentlich recht fortschrittlichen Perser als Monster verunglimpft und entmenschlicht dargestellt.
Mittlerweile finde ich, ist das genau die Stärke des Films. Dieser Film zwingt uns regelrecht dazu, uns mit dem Thema Sparta auseinander zu setzen. Man hätte die Eindringlichkeit dieser Darstellung nur noch steigern können, wenn der Regisseur die Spartaner tatsächlich hätte nackt Kämpfen lassen, so wie das wohl mal vorgesehen war. Das stelle man sich mal vor.
Der Film orientiert sich vage an der Schlacht am Thermopylenpass 480 v. Chr.. Die Griechen waren der Hoffnung das Landheer der Perser an einem teilweise nur wenige Meter breiten Engpass wenigstens eine gewisse Zeit aufhalten zu können. König Leonidas hatte das Kommando über ein gemischtes griechisches Heer, das wohl um die 6000 Mann stark war. Darunter befand sich laut Überlieferung die Leibgarde des Königs: 300 spartanische Hopliten. Das waren angesehene, zumeist wohlhabende, gepanzerte, beschildete, in Phalanx kämpfende Lanzenträger. Die Verteidigungsstellung erwies sich eine gewisse Zeit als sehr erfolgreich, jedenfalls bis es den Persern gelang, den engen Pass zu umgehen. Nach Herodot soll ein Verräter den Persern dazu verholfen haben. Leonidas ordnete den Rückzug des griechischen Heeres an, verblieb aber selbst mit seiner Leibgarde und vielleicht 700 Thespiern und Thebaner an Ort und Stelle und wurde geschlagen. Abgesehen von dieser heldenhaften „wir halten bis zum letzten Mann-Taktik“ hatte Sparta allerdings relativ wenig Anteil an den persischen Kriegen. Schon die legendäre Schlacht von Marathon verpassten die Spartaner nur knapp, da sie gerade ein religiöses Fest feierten. Es oblag den Athenern die meisten Siege zu erringen.
Was bleibt also von dieser Schlacht der “300”? Und warum erfährt dieser eigentlich so sinnlose Opfergang eine solche Aufmerksamkeit? Denn sicher hielt Leonidas mit seinem Heer die Perser ein paar Tage auf, aber Kriegentscheidend war das nicht mal annähernd. Es ist also Zeit sich mit Sparta an sich auseinander zu setzen, wenn schon die Schlacht so “wenig” her gibt.
Ich kann nur jedem empfehlen sich die spartanische Gesellschaft etwas genauer anzusehen. Man kann sie als durch und durch krank bezeichnen.
1. Das Wohl eines jeden Bürgers war dem Staat untergeordnet.
2. Jeder Mann war verpflichtet zu Heiraten und seine Kriegskünste zu perfektionieren.
3. Reisen ins Ausland waren verboten.
4. Für zu schwach befundene Kinder wurden in den Bergen ausgesetzt - starke wurden gefördert.
5. Mit 7 Jahren wurden die Kinder von den Eltern getrennt und u.a. zum Militärdienst ausgebildet.
6. Die Kinder mussten Kälte, Schmerz, Hunger und Durst klaglos ertragen.
7. Fehltritte wurden mit Peitschenhieben bestraft und sie durften keine Schuhe tragen.
8. Jeder “Vollbürger” musste einer “Speisegemeinschaft” angehören, die in das Heer eingebettet war.
9. Sparta hat die erste totalitäre, streng militärische Verfassung der Weltgeschichte.
10. Rund 8000 “Vollbürger” stützten sich auf 200000 Sklaven.
11. Härte, körperliche Züchtigung gegenüber Sklaven war gesetzlich vorgeschrieben.
12. “Knabenliebe” war gesetzlich vorgeschrieben. Es gab sogar eine seltsame Tradition, wonach es ganz offen Brauch war die jungen Knaben zu entführen um sie für ein paar Monate bei sich zu behalten. Die Liebesbeziehung zu den Jungen galt als “Erziehung” und “Ehre” ...
Aber genug über Sparta - es gibt sicher Leute, die noch weitere Seltsamkeiten dieser Polis kennen - zurück zum Film.
Den Film als unpolitisch zu betrachten halte ich für falsch. Denn gerade die griechischen Stämme definierten sich durch Krieg. Der Krieg war sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes “Politik”. Außerdem handelt es sich um eine wirklich gelungene Propaganda für Sparta. Die Spartiaten hätten sich diese Niederlage auch nicht besser schönreden können. Das taten die zwar, aber die anderen griechischen Stämme sahen den Sachverhalt möglicherweise etwas ambivalenter. Also zuerst kommen sie zu spät zu der Schlacht von Marathon, weil sie ein religiöses Fest feiern und dann starten sie diese unsinnige Heldennummer nach dem Motto: einer gegen alle. Am Ende blieb mal wieder alles an den Athenern hängen.
Wie auch immer. Für mich ist der Film ein wunderbares Beispiel dafür, wie Propaganda funktioniert. Sie greift einen Sachverhalt wie z.B. eine Niederlage auf und verdreht, manipuliert, dämonisiert, glorifiziert und so weiter. Ist unsere Sichtweise einmal genug verklärt, verleitet sie uns zu einem bestimmten Handeln.
Und genau das zeigt dieser Film meiner Meinung nach so, dass es einem - bitte verzeiht diesen Ausdruck - direkt in den Arsch fährt.
Günther Rabbatz
Mittwoch, 14-05-08 23:35
Und das ist meine Meinung: Der Film hat mir einen "Mords"-spaß gemacht. Das liegt wohl auch daran, daß in jedem Mann ein Bißchen ein Testosteron-Bolle ist, die manchmal raus will, und man sich als Mann halt hin und wieder gerne einen Splatter-Film reinarbeitet. Das ist genauso wie einen Saufen gehen. Ist zwar nicht gut für das Gehirn und das Karma, wirkt aber in irgendwie auch reinigend, wenn man's nicht übertreibt. Das einzige, was mir Angst macht, sind die, die dem Film eine POSITIVE Aussage abgewinnen wollen, so nach dem Motto: "Ehre und Vaterland sind ja eigentlich doch ganz coole Werte, sagte ja auch schon der Leonidas." Denen, die den Film mit solchen Augen sehen, kann ich nur sagen: "Moses, Moses, gib mir meine Schafe zurück..."
Prowsky
Montag, 14-04-08 23:03
Ähh, in wie fern hat Eugenik denn nun zum Untergang von Sparta geführt, kann jetzt beim besten Willen nicht erkennen, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Ich würd gern die Begründung hörn.
R3cK
Donnerstag, 08-11-07 19:56
(@Persia )
Eine bildgewaltige Comic Verfilmung. Mehr nicht.
Die jetzige US Kriegstreiberei in dem Film mit einzubeziehen ist schier falsch. Denn Paranoia und Verschwörungstheorien kannst du anderen Filmen wittmen. Genau wie deine Wut, dass du dich persönlich angegriffen fühlst.
Für mich unverständlich, übertrieben und kleinlig.
(du fühlst dich als perser nicht so toll wie die muskel Spartaner, am ende wolltest du selber lieber ein Spartaner sein, sorry aber diese Aussage grenzt ans Lächerliche ;D )
300 soll sich so anfühlen, als ob man mit ein paar Spartanern am Lagerfeuer sitzt und man von 300 Kriegern und deren Taten mit unzähligen Persern und Ungehäuern (wie den riesen Elefanten) erzählt bekommt.
Und genau so fühlt sich der Film an, was auch so beabsichtigt war.
Persia
Sonntag, 07-10-07 17:26
@Hal9000: Für mich völlig rätselhaft, warum du an Pferdezucht denkst. Will auch gar nicht wissen woran du sonst so beim Thema Pferde denkst, aber den Begriff Vollblutpersa gibt es in der Pferdezucht nicht. Was du meinst ist Vollblutaraber, aber für dich als Oberschullehrer und der Weisheit letzter Schluss wahrscheinlich alles das Selbe. Wen kümmerts, Araber, Perser, Türken, Holländer, Deutsche! Bombenträger kannte ich wiederum nicht, wohl aber Bombenleger oder Flugzeugträger?!?!! Oder meinst du evtl. Teppichleger? Außerdem fühle ich mich von dir total diskriminiert Herr Oberschullehrer! kannst du mir erklären warum wir "Bombenträger" und Labertaschen sind? Weil ich erklärt habe, dass ich den Film als absichtliche Provokation halte und nicht so wie du hier reinplatze und total überheblich und besserwisserisch Noten verteile? In diesem Falle würde ich sagen: Hal9000 sechs, setzen.
Hal9000
Samstag, 06-10-07 20:08
Hallo! 300 hat nun einmal Comic-Charakter und nichts anderes sollte man in diesem Film sehen. @Persia: "Vollblutsperser",bisher kannte ich den Begriff nur aus der Pferdezucht, aber gut.
Der Welt ist zumindest bewiesen: Perser sind nicht nur Bombenträger, sondern auch Labertaschen. @Leonidas und ISTEgal: Man lernt nie aus: anscheinend gibt es doch Primaten, welche den Umgang mit einer Tastatur beherrschen;
@Lenow: Ich kann dem nichts hinzufügen, sehr schön.
Persia
Samstag, 29-09-07 15:17
Nun denn,
ich als Vollblutsperser hab schon nach den ersten 3 Minuten des Filmes, wo noch kein einziger Perser die Bühne betreten hatte, keine Lust mehr gehabt meinen Sa. Abend mit diesem Film zu vergeuden. Film hin oder her, diese peinliche Aufmachung des Filmes, diese krasse Übertreibungen der Seiten(eine vor Perfektion triefende spartanische Seite gegenüber den bööööösen Persern) usw. Aber was solls, ich hab mir den Film angeschaut um zu sehen, warum sich die Gemüter so aufregen. Ich muss gestehen, dass ich es ziemlich ekelerregend fand, wie versucht wurde Blut und Blutvergiessen so zu verherrlichen. Schon am Anfang wo die zwei Kidis auf einander einprügeln, kam ich mir im wahrsten Sinne des Worte vor wie im falschen Film. Ich habe da weniger an die "Blut, Ehre, Vaterland"-Fraktion der 40er Jahre gedacht als vielmehr an die Neuzeitspartaner im Pentagon, die jetzt Neokons heissen. Weiß Jemand, ob und mit Wieviel $ Pentagon diesen Film subventioniert hat? Die Verbindung Pentagon und Hollywood wäre ja auch nichts neues. Selbst Mickymouse hat gegen die Nazis aufgerufen. Auch im Zusammenhang mit dem Atomkonflikt mit Nachfolgepersien (Iran) kann man diesem Film als meinungsbildende Massnahme der US-Regierung betrachten. Man stilisiere einen Kult des Tötens und hämmert den Leuten ein es für eine gute Sache zu tun. Gewisse, menschlich primitive Denkstrukturen kann man wohl immernoch leicht ansprechen und manipulieren. Die Vorbereitungen für den Irakkrieg waren ja auch nichts anders in den Medien: Die bösen Iraker bedrohen uns Spartaner! Die Vorbereitungen für einen weiteren Krieg gegen Iran folgt diesmal über die Unterhaltung. Es tut mir leid, aber ich kann diesen Film nicht als Comic ansehen, solange es keine reine Fiktion alla HDR oder Harry Potter ist und irgendwo auf der Welt noch 80 Millionen Perser friedlich leben, die in diesem Film mindestens 80 Mal offen beleidigt werden. Ich glaube selbst den Nazis bringt man in den Filmen mehr Respekt entgegen als dies hier gegenüber ein existierendes Volk geschieht. Ich denke auch nicht, dass dieser Film eine blosse Comic-Verfilmung ist, sondern schon eine grössere politischen Intention verfolg. Irgendwie kann ich mir den Sinn und zweck dieses Filmes nicht anders vorstellen als der Versuch in Zeiten vom Komasaufen und Frustprügeln und auf Handy aufnehmen oder den Körper und Klamottenkult durch schöne Bildern und pseudo Ideologien die Meinungen gegen ein Land zu manipulieren um später evtl. genug Unterstützung oder spartanischen Kanonenfutter für einen Krieg zu haben. Ich muss auch gestehen zum Ende des Filmes habe ich mich selbst schon als Perser ein bischen gehasst und hätte schon gerne so sexy und kraftvoll ausgesehen, wie ein "Spartaner" eben! Im Ernst, für einen fiktiven Film ist der Film zu real und für einen realen Film zu peinlich und um mir hirnlose Unterhaltung anzuschauen schaue ich mir lieber Al Bundy an und kein Gemetzele. Übrigens waren die Perserkriege eine Art Bestrafung Athens, die Dariush der erste anfing und aus politischen Gründen abbrechen musste. Xerxes war sein Sohn und Nachfolger und hat diese Kriege weitergeführt. Beide waren Achameniden und Nachfolger von Kyrus. Sinn und Zweck waren nicht Hass oder Eroberung Griechenland,sondern Ruhe und Zusammenhalt im Reich, da manche Teile Griechenlands Aufstände unterstützten, also Sabotage betrieben. Kyros war übrigens der Gründer der Achameniden und der Jenige der die Menschenrechte erfand und die Perser waren keine blutrünstige Monster. Die Idee war einfach ein Reich, wo alle gleichgestellt sind und viele Rechte besassen. Man könnte es einen Föderale Monarchie nennen. Also gar kein schlechtes politisches System für vor über 2500 Jahren. Dazu siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dareios_I. oder http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte
lenow
Freitag, 28-09-07 16:45
Zuerst eine kurze Kritik der Kritik. Die Reden des Leonidas geben m.E. relativ gut den berühmten "lakonischen Stil" der Spartaner(knapp, militant, todesverachtend) wieder, teilweise sind sie modern adaptierte Zitate aus der Hauptquelle zum Ereignis: Herodots Historien (Hdt VII, 204ff.) Diesbzgl. sind also Analogien zu Goebbels Anachronismen. Die Blutrünstigkeit der Phalanxtaktik ist in der modernen hist. Literatur Topos, ich erspare mir die Literaturangaben hierzu. Das Ereignis an sich, die Schlacht bei den Thermopylen, ist in seiner Authentizität historisch relativ gut abgesichert, ich erinnere an die Inschrift "Wanderer, kommst du nach Sparta...", in der Antike waren die Namen aller 300 Spartiaten in einer Inschrift dokumentiert. Mißbildungen auf Seiten der Perser verwunderten die Griechen bei der Sammlung der persischen Gebeine nach der Schlacht bei Plataiai 1 Jahr später. Die konservative, militante und karge Einfachheit zum Ideal stilisierende spartanische Herrschaftselite hat in der Folge oft für Faszination gesorgt.
Die im Film auftauchenden Anachronismen bzw. Verfälschungen, mit deutlichem US-amerikanischem Bezug, w.z.B. Haarschnitt US-amerikanischer Rekruten, Kampfschrei von US-Spezialeinheiten (die Spartaner verwendeten im Ggs. zum "Eleleu" und "Alala" der übrigen Griechen keinen), Aussehen der Perser (nacharabisch = 1000 Jahre später), kein Hinweis, daß die Entscheidung des Krieges (bei Salamis) zur See durch die Athener erfolgte, etc. pp. sind m.E. dem US-Kinopublikum als Zielgruppe geschuldet. Dennoch finde ich, daß der Film, gerade durch seine Comic-Strip-Merkmale, eine Ahnung von der uns fremden archaischen Brutalität antiker Kriegsethik incl. ihrer modernen Bezüge vermitteln kann.
Ist egal
Montag, 24-09-07 21:22
Und zum Thema Herr der Ringe 300 ist nach einen Comic und Herr der Ringe nach Büchern und ich empfele niemanden Herr der Ringe zugucken fehlt eh die Hälfte
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Bei allem respekt , will der film mehr sein als ein wunderschönes schlachtgemälde ? weiss der autor dieses textes eigentlich dass viele pro/amteur-fotografen total gerne solch "überzeichneten" landschatsbilder per photo-shop machen? warum nciht diese ästhetik auf zelluloid bannen? wems gefällt dem gefällts , Ihre kritik wirkt mir zu persönlich , zu sehr hassgebunden , ohne einsicht auf jende die einfach einmal nur einen optisch genialen und ansonsten hirnlosen film sehen wollen ... - obwohl ich bei gott keine hirnlosen filme ansehe und eher der arthouse - typ bin , aber braucht es immer hochintelligentes? nein - manchmal kanns auch was fürs aug sein ;)
MFG