Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Der junge Eragon wird zum ersten Drachenreiter seiner Generation und muss gleich sein ganzes Volk befreien. Das macht nicht nur ihm viel Arbeit, sondern auch gleich zwei Firmen für Special Effects.

An Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Eragon) könnte schon skeptisch machen, dass als Vorlage für das Drehbuch der erste Band einer Romantrilogie diente, den Christopher Paolini mit gerade einmal 15 Jahren begonnen hatte. Noch skeptischer macht vielleicht der Umstand, Jeremy Irons wieder in einem Film zu sehen, der die Drachen schon im Titel trägt – wie einst in jener Filmadaption eines Fantasyrollenspiels, in dem Irons den obersten Bösewicht spielte und sein schauspielerisches Können offensichtlich an der Garderobe zurückließ.
Aber Eragon ist nicht Dungeons & Dragons (2000) und auch nicht annähernd so trashig. Hier gibt Irons keinen absurd finsteren Tyrannen – diese Ehre kommt John Malkovich zuteil, der für seine Handvoll Kurzauftritte auch nur finster gucken muss.

Malkovich spielt König Galbatorix, der die Drachenreiter, die über dem Land Alagaesia für Recht und Ordnung sorgten, ermorden ließ. Zufällig – im Film ist allerdings stets von „Schicksal“ die Rede – fällt dem Bauernsohn Eragon (Ed Speleers) ein Ei in die Hände; der alsbald schlüpfende Drache erwählt ihn zu seinem Drachenreiter. Pardon, zu ihrem: es handelt sich um eine Drachendame. Als erstem Drachenreiter seit langem soll Eragon nun einer Prophezeiung gemäß das Land zurück in die Freiheit führen.
Da noch zwei Teile der Inheritance-Trilogie zu füllen sind, wird dies natürlich nicht gleich gelingen, was Eragon aber immerhin Zeit lässt, sich in die Prinzessin und Kriegerin Arya (Sienna Guillory, Resident Evil: Apocalypse, 2004) zu verknallen und im Kampf gegen den Galbatorix ergebenen Zauberer Durza seine ersten Sporen zu verdienen. Durza, von Robert Carlyle mit sichtbarer Freude gespielt, ist die abgründigste und mit seinem im Laufe des Films zunehmend abstoßendem Äußeren auch visuell interessanteste Figur.

Sieht man von diesem Magier ab, bietet Eragon inhaltlich wie filmisch nur Dutzendware aus dem Versandhandel für Fantasyversatzstücke. Manche Szenen und Handlungselemente – durchweg Stereotypen der Heldenerzählungen – wirken, als seien sie unverändert aus Krieg der Sterne (Star Wars, 1977) oder der Herr der Ringe-Trilogie (The Lord of the Rings, 2001-2003) übernommen worden, was nicht nur daran liegen kann, dass für Bild- und Toneffekte die Firmen Industrial Light and Magic und WETA verantwortlich zeichnen. Das böse Fußvolk, das sich stets in finsteren Räumen trifft und bei offenem Feuer Metall schmiedet, besteht aus orkähnlichen Wesen mit einem ernsthaften Parasitenproblem sowie bärtigen, tätowierten Männern in Leder. Die Prinzessin hingegen trägt gerne Weiß, der Held blickt nachdenklich in den Sonnenuntergang – und damit auch trotz der fehlenden Ausdruckskraft des Hauptdarstellers deutlich wird, dass die Situation gerade als schmerzhaft oder schmalzig zu verstehen ist, spielen des Öfteren die Streicher auf, dass es eine manipulative Freude ist.
Regisseur Stefen Fangmeier liefert mit Eragon brauchbares Kunsthandwerk für die jungmännliche Zielgruppe ohne jegliche Überraschung ab. Eines gelingt ihm aber sicher: er lässt auf der Leinwand das wahrscheinlich niedlichste Drachenbaby der Filmgeschichte schlüpfen.
Kritik von Rochus Wolff
Fotos: © 20th Century Fox
Veröffentlicht am 13.12.2006
Film-Angaben:
Titel: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Eragon)
USA 2006
Laufzeit: 105 Minuten
Regie: Stefen Fangmeier
Drehbuch: Peter Buchman
Produktion: John Davis, Wyck Godfrey
Darsteller: Edward Speleers, Jeremy Irons, Sienna Guillory, Robert Carlyle, Djimon Hounsou, Garrett Hedlund, John Malkovich
Kinostart: 14.12.2006
DVD-Angaben:
Titel: Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Vertrieb: 20th Century Fox
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Englisch (DD 5.1), Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Türkisch
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 99 Minuten
Extras: Audiokommentar von Regisseur Stefen Fangmeier; Unveröffentlichte Szenen
Am 3.9.2007 erscheint die Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter - Special Edition, die folgendes Zusatzmaterial enthält: Audiokommentar von Regisseur Stefen Fangmeier; Unveröffentlichte Szenen; Die Einwohner von Alagaesia; Verschiedene Hintergründe für das „Filmmenü“; Original Storyboards; Hintergründe (zum Erbe) der Trilogie: Die Magie von Eragon; Featurette: Visions of Eragon; Nicht verwendete Storyboards; Interviews Ed Speelers & Christophe Paolini; Geheimnisse von Alagaesia; Animationsguide des Drachen Saphira; Trailer; Marketing Material (EPK).
Verleih ab: 19.04.2007
Verkauf ab: 19.04.2007
Kommentare
Phoe
Donnerstag, 16-04-09 17:49
B4RNY
Donnerstag, 09-04-09 22:49
Argh was für ein s****ß Film, Wie kann man so geniale Bücher nur so verunstalten, schämt euch von Motion Picture
Notyourhomie
Montag, 06-04-09 02:04
Ich finde es einfach beleidigend, wie man diese Bücher so verunstalten kann. Die Handlung wurde fast komplett verändert, Figuren wurden rausgelassen und andere völlig falsch dargestellt. Als ich den Film gesehen habe ist mir allen Ernstes schlecht geworden. Ich habe schon gar keine Lust mehr den 2. Film zu sehen (falls sich die macher trauen noch mehr vo diesem Müll auf die Welt loszulassen), mehr ...
stephan aus Kleinkoschen
Sonntag, 11-01-09 10:14
Also ich habe alle drei Bücher gelesen die bis jetzt erschienen sind. Das erste hab ich sicher um die 20 mal gelesen. Den Film hab ich mir im Vergleich dazu 1 mal angesehen und nie wieder. So ein Schund, so eine Blamage. Als Autor wär ich gegen solch eine Deformierung meines Werkes vorgegangen. Wichtige Inhalte wurden einfach weggelassen (Schwerttraining mit Brom), Sachverhalte einfach hinzugedichtet mehr ...
MoeDaHool
Dienstag, 25-12-07 01:14
Als Genre-Freund bin ich normalerweise dazu geneigt, mittelmässige Filme als gut zu befinden. Eragon allerdings würde ich lediglich eine 4minus geben. Keine Atmosphäre, schlechte Dialoge, vorhersehbare Gamestory, und ganz fies, ein blöder Bauernlümmel mit Dentagardgrinsen als Retter der Welt. Dass es keine fünf wurde, liegt an dem netten Anblick seiner Angebeteten^^
Gegi
Freitag, 07-12-07 13:42
Ich kann mich den anderen nur anschließen. Wer das Buch gelesen hat und dann den Film ansieht(oder andersrum)wird vom film sehr sehr enttäuscht sein. Das Buch kann ich nur empfehelen. Der Film ist totaler mist dagegen.
Heibster
Montag, 29-10-07 21:19
Als erstes vorneweg, ich hab das Buch gelesen und finde es ziemlich gut. Das der Film nicht alle Handlungsstränge nachvollziehen kann, war mir klar . Was da allerdings fabriziert wurde ist wirklich so mies, dass ich es noch nicht mal als handwerklich solide bezeichnen kann. Der komplette Film wirkt, als hätten die Spezialeffekte für den (gut animierten) Drachen das gesamte Budget aufgefressen. Keine mehr ...
Mümmel
Sonntag, 22-07-07 16:16
Also ich habe das Buch ja gelesn und wra deshalb vom Film zemlich enttäuscht. Ich hatte das Gefühl als hätte man so gut wie alles aus dem Buch weggelssen oder verändert odaer wie auch immer... !! : 1.Arya fehlen die spitzen Ohren. 2.Wo sind die Zwerge(Orik)? 3.Was ist mit Angelas Werkatze?? 4.Dieser alte Freund von Brom-hab den Namen vergessen-fehlt. Ich könnte ewig so weitermachen... Der mehr ...
Julie
Mittwoch, 04-07-07 18:58
Ehrlich gesagt, fand ich den Film von Eragon am Anfang viel geil. (Am meisten den Hauptdarsteller, Ed Speleers)Doch als ich das Buch las, war ich ein bisschen enttäuscht vom Film.(Doch Ed Speleers finde ich noch immer hübsch und Geil!!!!)*lol* Und es fehlen einfach zu viele Szenen, z.b. gehen sie nicht sofort ins Beos-Gebirge, und Eragon ist auch nicht immer so brav. Und Brom Stirbt viel zu spät!!!!!!!!!!!!Und mehr ...
Bloody-Raven
Mittwoch, 04-07-07 10:58
Erst einmal muss ich sagen, ihr habt recht. Oben steht die Kritik und da fehlt noch einiges! -z.B. das Ende, hier haben wir eine Secene... und man will dem Seher deutlich machen das es noch weiter geht, ohnezweifel das gelingt, aber eher so das der Seher frustriert aus dem Kino kommt, weil sie diese Abschlussscene nicht ein bisschen geendet hatten! -Mit Saphira is ja echt das niedlichste Drachenbaby mehr ...
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Hi Leute! Ich liebe die Eragon-Bücher und deshalb war für mich klar, das ich mir den Film anschauen werde. Bin also ins Kino und war nur enttäuscht. Dann hab ich ihn verdrängt. Jetzt dachte ich mir, ich könnte ihn ja nochmal anschauen. Wo ich auch das dritte Buch gelesen hab. Und er ist bestimmt besser, wenn ich mit ner Scheiß-Erwartung rangehe. Hab ich mir immerhin so vorgestellt. Und ich hab mehr ...