Cowgirl

Cowgirl versteht sich als actionreiche Komödie um die Hausfrau Paula (Alexandra Maria Lara), die auszieht, um ihr Glück zu suchen. Tatsächlich ist es nicht mehr als eine bemühte Klamotte, der auch bewährte Darsteller nicht auf die Beine helfen.

Cowgirl

Beim Titel Cowgirl denkt man unvermutet erst einmal an Uma Thurman in Gus Van Sants Even Cowgirls get the Blues (1994). An Hollywoods Screwballkomödien denkt man wohl eher nicht. Trotzdem liest sich die Geschichte wie ein solches Szenario: Naives, gutes Mädchen vom Lande namens Paula (Alexandra Maria Lara) beschließt, ihrem Herzen zu folgen, verlässt ihren langweiligen, pedantischen Ehemann (Peter Lohmeyer) und fährt nach Hamburg zu ihrer Jugendliebe (Wotan Wilke Möhring). Dieser besitzt eine Bar im Rotlichtviertel und steckt in größeren Schwierigkeiten mit einem Unterweltpaten. In ihrem Versuch, ihm zu helfen, macht Paula aber alles falsch und so geraten die Beiden immer tiefer in den Schlamassel.

Marc Schlichter an großen Screwball-Regisseuren wie Howard Hawks zu messen wäre natürlich vermessen. Aber selbst ohne den Vergleich mit diesen zu bemühen: sein Film ist nur in ganz seltenen Momenten komisch. Er reiht ein Filmzitat an ein anderes, inszeniert diese aber ohne Witz. Die Schauspieler nehmen ihre Figuren zu ernst, lassen noch nicht einmal ansatzweise augenzwinkernde Doppelbödigkeit erkennen. Alexandra Maria Lara spielt die Paula mit großer Naivität, die sie nie bricht. Anders als zum Beispiel Katherine Hepburn in Leoparden küsst man nicht (Bringing Up Baby, 1938) überrascht Paula nie, selbst in den Momenten, in denen sie die Handlung an sich reißt. Cowgirl ist eine bemühte Komödie, der ein bisschen mehr Mut bei der Umsetzung der Filmzitate und der Darstellung der Figuren gut getan hätte.

 

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