Das Biopic von Cordula Kablitz-Post will die Titelheldin als emanzipierte Frau des 19. Jahrhunderts porträtieren. Besonders steht dabei im Fokus, ob sie ihre sexuelle Enthaltsamkeit aufgeben wird. Kritik
VZ 2015. Regie: Lorenzo Vigas. Mit: Alfredo Castro, Luis Silva Start:
Das Rätsel als ermüdende Faszination: Der venezolanische Debütant Lorenzo Vigas hat im letzten Jahr überraschend das Festival von Venedig gewonnen – aber nicht jede überraschende Entscheidung ist eine für überraschendes Kino. Kritik
Erst wenn es ganz still ist, beginnen Worte zu klingen. Dalibor Matanic lässt seine Figuren vor allem eines: schweigen. Über Liebe, über Krieg und den Drang, aus Verzweiflung zu implodieren. Kritik
F, USA, DK 2016. Regie: Nicolas Winding Refn. Mit: Jena Malone, Keanu Reeves Start:
Was ist Fläche, was ist Farbe, was ist Leben? Nicolas Winding Refn widmet sich der Stadt L.A. und ihren Models. Kaum zu glauben: Er hat ein Auge fürs Feine im Groben. Kritik
Ö, GR, D 2016. Regie: Peter Bardehle, Andreas Martin Start:
Peter Bardehle und Andreas Martin erkunden die Autonome Mönchsrepublik Athos im Osten Griechenlands. Und finden ein erstaunlich profanes Refugium für Männer mit langen Bärten vor. Kritik
F, USA 2016. Regie: James Watkins, Jill Gagé. Mit: Idris Elba, Charlotte Le Bon Start:
Ein Nationalfeiertag ist im Kino der beste Termin für ein Terrorszenario. James Watkins schickt ein ungleiches Paar auf die Party und gibt ihm ein paar Verhältnisprobleme mit. Kritik
Yorgos Lanthimos versteht sich darauf, zu versprechen, ohne einzulösen. Bisher standen Sehnsüchte, Begierden und unkonventionelle Wege ihrer Nicht-Erfüllung im Mittelpunkt. Jetzt entwirft er eine verspielt-perverse Fantasiewelt, um die Bedeutung von Paarbeziehungen zu hinterfragen. Kritik
D 2016. Regie: Till Müller-Edenborn. Mit: Margarita Broich, Hendrik Duryn Start:
Weniger Poparchäologie als schwermütiger Blick in die BRD-Provinz zur Zeit der geistig-moralischen Wende. Till Müller-Erdenborns Spielfilmdebüt zeigt zwei junge Männer, die sich an ihren Alptraumvätern abzappeln. Kritik
D 2006. Regie: Marcus Hausham Rosenmüller. Mit: Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt Start:
Tod und Lausbuben, Humor und Bayern, Liebe und Stammtischbrüder. Regisseur Marcus H. Rosenmüller führt in seinem Kinodebüt mit viel Witz all das zusammen, was auf den ersten Blick gar nichts gemein hat. Ein zünftiges Loblied auf die Phantasie. Kritik
USA 2016. Regie: Richard Linklater. Mit: Zoey Deutch, Tyler Hoechlin Start:
Ein Schritt vor, drei Jahrzehnte zurück: Richard Linklater rückt nach dem Coming-of-Age mit Boyhood in Richtung College vor, reist dafür aber ins Jahr 1980 zurück. Und stellt mal wieder ganz unverblümt ein paar Fragen ans Leben. Kritik
USA 2015. Regie: Jeremy Saulnier. Mit: Imogen Poots, Alia Shawkat Start:
VoD: Nach der Rache von Blue Ruin kommt die Belagerung im Hinterzimmer: Jeremy Saulnier sperrt vier junge Punkmusiker in ein House of Horror mit lauter Neonazis ein. Kritik
D, F, Ö 2015. Regie: Maria Schrader. Mit: Josef Hader, Barbara Sukowa Start:
Lehrer: Finger weg. Maria Schrader hat einen Historienfilm gedreht, der Stefan Zweig weder als Material für den Literatur- noch für den Geschichtsunterricht aufbereitet. Die Erfahrung der Vergangenheit, ein ästhetisches und ein erzählerisches Fest. Kritik
Wie fühlt es sich an, wenn ein Staat stirbt? Sergej Loznitsa montiert Archivaufnahmen zu einer solidarischen Erinnerung an den Augustputsch in Moskau – und ergänzt den Kanon historischer Bilder um eine häufig vernachlässigte Ebene. Kritik
USA 2016. Regie: Jodie Foster. Mit: Julia Roberts, George Clooney Start:
Großer Spaß statt großer Spannung – oder gar Moral: Jodie Foster legt so viele schöne falsche Fährten, dass sie gar keine richtige mehr braucht. Kritik
Ein Haus, das durch den Kosmos fliegt; eine Postbotin, die durch die entleerten Landschaften Fukushimas wandert. Sion Sono hat einen ziemlich langsamen Film gedreht. Kritik
D 2015. Regie: Akiz. Mit: Carolyn Genzkow, Sina Tkotsch Start:
VoD: Fernab von schnöder Mahnfabel und grauer Theorie. Akiz’ Horrorfilm löst im Betrachter ein Gefühl aus, das schmerzhaft und berauschend zugleich ist – und wahrt dabei die Ambivalenz und Freiheit, die wirklich intelligentes Kino auszeichnet. Kritik
D, IRL 2015. Regie: Franz Müller. Mit: Mehdi Nebbou, Simon Licht Start:
Alte Jungs bringen’s nicht. Regisseur Franz Müller zeigt einen Irlandurlaub zwischen Lausbubenstreich und Midlife-Crisis und belauscht ein Grundrauschen enttäuschter Erwartungen. Kritik
IT, F 2015. Regie: Luca Guadagnino. Mit: Dakota Johnson, Tilda Swinton Start:
Last der Eindeutigkeit: Luca Guadagnino inszeniert zur Musik der Rolling Stones eine weitere Abwärtsspirale sexueller Begierde vor pittoresker Südseekulisse. Kritik
USA 2015. Regie: Alex Ross Perry. Mit: Katherine Waterston, Elisabeth Moss Start:
Neu auf MUBI: Zwei Frauen am See, der Horror ganz nah. Alex Ross Perry bedient sich in der Motivkiste der Filmgeschichte und erweitert sein pessimistisches Laberkino um ein feines kleines Psychodrama. Kritik