Das Flickwerk des Teufels: In Demián Rugnas Horrorfilm stiftet ein Dämon in einer dystopischen argentinischen Provinz Chaos und Zerstörung. When Evil Lurks entwickelt eine gewisse Rasanz, erweist sich insgesamt jedoch als zu regelverliebt. Filmkritik
Ein Film, der ständig vor dem Kollaps steht: Johannes Grenzfurthners Found-Footage-Horror Solvent erzählt, wie die NS-Ideologie auf einem österreichischen Bauernhof wieder an die Oberfläche sickert und gibt sich dabei ganz dem Wahnsinn hin. Filmkritik
Gefangen im Ich. Brandon Cronenberg baut mit Infinity Pool filmische Zonen der Unsicherheit konsequent aus. Eine üppige neue Heimkinoveröffentlichung mit vielen Specials würdigt die technische Raffinesse des Psycho-Horror-Thrillers. Filmkritik
Der Fluch der eigenen Abstammung: In seiner Neuinterpretation des Werwolf-Klassikers verbindet Leigh Wannell unappetitlichen Body Horror mit dem Porträt einer zerfallenden Familie. Dabei lebt Wolf Man auch von seinen ungeniert ausgekosteten Momenten des Grauens. Filmkritik
MUBI: Der RKO-Produzent Val Lewton machte psychologische Horrorfilme, lange bevor es diese Bezeichnung gab. Sein Schlüsselwerk Cat People (1942, Regie: Jacques Tourneur) enthält keine expliziten Monsterszenen, ist aber durchzogen von einer Aura des Schaurigen und Fantastischen. Filmkritik
Zwei Mormonen-Missionarinnen geraten an einen Herren, der ihnen den Glauben nehmen will. Mit einem oft sensationellen Hugh Grant wirft Heretic eine faszinierende Dialektikmaschine an, erweist sich aber auch zunehmend als abgekartetes Spiel. Filmkritik
Gemeingefährliche Krabbeltiere aus der Wüste landen in einem brutalistischen Appartmentkomplex, der sich als Wildnis anderer Art erweist: Sébastien Vanicek mischt in seinem Debüt souverän Banlieue-Drama, Spinnen-Horror und actionreichen Überlebenskampf, verhebt sich aber ein wenig im Finale. Filmkritik
VoD: Ein paar Freundinnen aus einer abgelegenen religiösen Gemeinde ziehen durch Wald und Wiesen und probieren sich aus, während es ein Monster auf junge Frauen abgesehen hat. Als Horrorfilm bleibt Spirit in the Blood ein wenig blutleer, doch als Abhängfilm ist er sehr schön. Filmkritik
Die morbide Neugier einer Frau für einen Snuff-Mörder ist auch die unsere: Pascale Plantes Red Rooms ist zugleich Gerichtsdrama und Psychothriller und konstruiert ein plattitüdenfreies Dreieck zwischen Medien, Publikum und Gewalt. Filmkritik
War da was? Der Slasher In a Violent Nature verschiebt seine Haupthandlung ins Off und bleibt lieber bei einem stoischen Monster, das sich durch eine ungerührte Natur mordet. Das Grauen funktioniert am besten, wenn es sich schlicht ereignet. Filmkritik
Im zweiten Teil von Parker Finns Horrortrip wandern die tödlichen Wahnvorstellungen in den Kopf eines Popstars weiter. Smile 2 – Siehst du es auch? kultiviert die Stärken des Vorgängers nicht nur, sondern setzt sie auch gezielter ein. Die seelischen Wunden übertragen sich diesmal in garstigen Body Horror. Filmkritik
Anachronistische Rituale und idiosynkratische Genresonderbarkeiten: Albert Serra porträtiert einen exzentrischen Star-Matador und Kiyoshi Kurosawa dreht sein eigenes französisches Remake. Special
Im Sequel der 1988er Haunted-House-Komödie treffen wir auf alte Figuren oder ihre Entsprechung. Beetlejuice Beetlejuice ist eine Wiederkehr des Bekannten, die sich zunehmend von den Fesseln ihrer Handlung befreit. Die gute Nachricht: Tim Burton hat wieder Spaß mit seinem Spielzeug. Filmkritik
In einem Hotel in den Alpen zerfällt einer überforderten Teenagerin die Realität. Wie Tilman Singers zweiter Film Atmosphäre schafft, ist ein Erlebnis für sich. Dann schlägt Cuckoo den Weg in die lustvolle Selbstvertrashung ein. Filmkritik
Disney+: Fede Álvarez verneigt sich vor Ridley Scott und James Cameron, lässt aber auch sonst nichts und niemand aus der Alien-Welt zurück. Wo frühere Regisseure der Reihe ihren eigenen Stempel aufdrückten, ist Alien: Romulus ein Film für die Fans. Filmkritik
Neu auf DVD / Blu-ray: Das schwierige Verhältnis zwischen Japan und Korea dient Jang Jae-hyun als Aufhänger für seinen Horrorfilm um eine mysteriöse Krankheit, einen Dämonensamurai und Fengshui. Exhuma wirkt manchmal wie ein beschaulicher Puzzleabend, und kommt in einem gut vorbereiteten Gag zu sich. Filmkritik
Ein Popkonzert wird abgeriegelt, um einen Serienkiller zu fangen, der zugleich liebender Daddy ist: Erneut nutzt M. Night Shyamalan eine haarsträubende Prämisse als Chance. Trap: No Way Out ist so konstruiert, dass es Spaß macht, ihm beim Arbeiten zuzusehen. Filmkritik
Ein Serienkiller namens Longlegs (Nicolas Cage) bringt Väter dazu, ihre Familien zu töten. Der gleichnamige Film ist von einem tiefen Pessimismus durchzogen, doch Regisseur Osgood Perkins ist zu sehr Formalist, um es wirklich eskalieren lassen. Filmkritik
Im letzten Teil von Ti Wests Slasher-Trilogie versucht Titelheldin Maxine den Sprung vom Porno- zum Hollywoodstar. Dabei werden Film wie Protagonistin mit fortschreitender Laufzeit immer perverser, vielschichtiger und glamouröser. Filmkritik
Unter Drehbuchautor Kevin Williamson gerät der Slasher Sick leicht zum formelhaften „Scream mit Corona“. Doch dank der Handschrift von Regisseur John Hyams wird der Überlebenskampf zweier junger Frauen in einem Haus am See im besten Sinne grauenvoll. Filmkritik
Vier Menschen landen in einer Waldhütte und müssen sich beobachten lassen. Ishana Shyamalan hat in Irland einen materialreichen und gekonnten Feenhorrorfilm gemacht, der sich für seine zentrale Metapher erstaunlich wenig interessiert. Filmkritik