Machen Frauen die härteren Filme? Isa Willingers Dokumentarfilm No Mercy geht dieser Frage in Gesprächen mit Regisseurinnen wie Catherine Breillat, Monika Treut und Ana Lily Amirpour nach – und schafft ein vielstimmiges Mosaik, in dem Raum für Widerspruch und Kontroverse bleibt. Filmkritik
Berlinale 2026 – Forum: Die Regisseurin Nurith Aviv lässt 13 Menschen die Geschichte ihres Vornamens erzählen. Dabei verschreibt sie sich ganz den Porträtierten, nichts lenkt von ihrer Sprache ab. Prénoms ist ein Freundschaftsakt, ein Film wie ein Blumengeschenk. Filmkritik
Berlinale 2026 – Panorama: Mit Douglas Gordon by Douglas Gordon ist Finlay Pretsell ein schmerzhaft intimes Porträt des berühmten Künstlers gelungen. Nicht die großen Erfolge stehen im Mittelpunkt, sondern kleine, sprechende Details – ein Hauch von Goldstaub im Gesicht macht hier ein ganzes Leben erfahrbar. Filmkritik
Berlinale 2026 – Forum: Die Dokumentarfilmerin Pepa Lubojackis begleitet ihren Bruder durch die Alkoholsucht, ohne ihm helfen zu können. If Pigeons Turned to Gold ist Kino gewordene Überforderung mit einer Situation. Filmkritik
Berlinale 2026 – Forum: Eight Bridges macht die titelgebenden Bauwerke zum Sinnbild für die inneren Spannungen der U.S.-Gesellschaft. Das ist formal beeindruckend, doch vermisst man ein wenig die von Regisseur James Benning sonst gewohnte Ironie und Neugier. Filmkritik
Berlinale 2026 – Forum: Ohne Budget, aber mit viel Leidenschaft dreht das nigerianische Kollektiv „The Critics“ afrofuturistische Sci-Fi-Kurzfilme. Die Doku Crocodile folgt dem Aufstieg der Gruppe und zeigt dabei auch Herausforderungen und Zerwürfnisse, die den Erfolg begleiten. Filmkritik
Brett Ratners Melania über die amtierende First Lady der USA ist weniger Propaganda-Machwerk als eine um jede Eigenwilligkeit bereinigte Unternehmens-Broschüre. Glänzende Bilder und schmissige Popsongs erschaffen eine Oberfläche, an der man lang kratzen muss, um etwas Interessantes freizulegen. Filmkritik
Stille Beobachter wirft einen Blick auf das Leben in einem bulgarischen Bergdorf – aus der Perspektive seiner tierischen Bewohner. Spielerisch offenbart Eliza Petkovas Dokumentarfilm dabei eine Spannung zwischen Realismus und Mystik. Filmkritik
In ihren so politischen wie persönlichen Essayfilmen reflektiert Lee Anne Schmitt anhand von Landschaften und Objekten über US-amerikanische Verhältnisse. Das Festival DOK Leipzig widmet der Regisseurin eine Hommage. Special
Die diesjährige Retrospektive des DOK Leipzig widmet sich der eigenen Festivalgeschichte und präsentiert eine Auswahl aus den erstaunlich vielen US-amerikanischen Filmen, die dort zu DDR-Zeiten liefen. Kuratorisch verantwortlich für die Schau „Un-American Activities“ sind Tobias Hering und critic.de-Autor Tilman Schumacher. Ein Gespräch. Interview
In A Letter to David erinnert der israelische Regisseur Tom Shoval an das Schicksal seines Freundes David Cunio, der am 7. Oktober 2023 von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurde. Ein Film über eine historische Zäsur und ihre Folgen, der konsequent der Perspektive der Betroffenen verpflichtet ist. Filmkritik
Teils recht überzeugend zeigt Maciej J. Drygas‘ Trains, wie Zivilisation in Barbarei kippt. In einigen entscheidenden Passagen vergisst der kommentarlose Eisenbahn-Kompilationsfilm allerdings, dass Bilder nicht für sich stehen; sondern lesbar gemacht werden müssen. Filmkritik
San Sebastiàn Filmfestival: Bei einer Auseinandersetzung wird ein Angehöriger einer indigenen Gemeinschaft erschossen. Lucrecia Martel beobachtet in ihrem brillanten Dokumentarfilm den Prozess, der blinde Flecken und offene Wunden der argentinischen Vergangenheit und Gegenwart aufdeckt. Filmkritik
Die Kamera ist für Peter Mettler und seine einst aus der Schweiz migrierten Eltern zum Familienmitglied geworden. In seinem poetisch fließenden, das Autobiografische nur streifenden Tagebuchfilm While The Green Grass Grows denkt der Regisseur über vielerlei Formenwechsel nach. Filmkritik
Dreißig Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag von Mölln erreichen damalige Briefe der Anteilnahme erstmals die Angehörigen der Opfer. Die Möllner Briefe begleitet die Betroffenen auf dem Weg des Erinnerns und wird dabei selbst zu einem Dokument der Solidarität. Filmkritik
Für zehn Tage widmet sich das Leipziger Festival wieder filmischen Randbereichen. Diesmal stehen aktuelle Festivalperlen, feministische Kurzfilmprogramme, die Vorführung einer handbetriebenen Projektionsmaschine und ein Porträt der Regisseurin Sabine Herpich auf dem Programm. News
Er hat Klaviere zertrümmert und Buddha vor einen Fernseher gesetzt. Nam June Paik war Medienkünstler und Provokateur. Die Dokumentation Moon Is The Oldest TV schildert sein Leben in bunten Bildern und ergibt sich in ideenloser Heldenverehrung. Filmkritik
Pink Floyd Live at Pompeii dokumentiert ein Konzert der britischen Band in den Ruinen der von Lavamassen verschütteten Stadt. Entstanden ist ein groovender Endzeitfilm mit außerweltlicher Musik, in dem sich die Band auf eine neue Schaffensphase vorbereitet. Filmkritik
Mediatheken-Tipp: Ein Reichsbürger-Fitness-Influencer und sein Gefolgsmann. Julian Vogels und Johannes Büttners Dokumentarfilm Soldaten des Lichts gibt einen beklemmenden Einblick in eine Welt zwischen Überzeugung und Kalkül, Ideologie und Profit. Filmkritik
Der Eifler Dokumentarästhet Dietrich Schubert ist ein Suchender und Stichwortgeber, seine bescheidenen wie ausgetüftelten Filme ein präzises Erforschen im wandernden Nebel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine Huldigung zum Geburtstag. Special
Seit über dreißig Jahren porträtiert Aysun Bademsoy Menschen, die sich zwischen verschiedenen Welten und Kulturen zurechtfinden müssen. Im Filmmuseum Frankfurt läuft ab heute eine Werkschau mit acht Filmen der deutschtürkischen Regisseurin. Special