Rastlose Bewegungen, aufgeregte Telefonate: Die Brüder Jean-Luc und Pierre Dardenne stellen in Jeunes Mères – Junge Mütter junge Frauen ins Zentrum, die vor der Aufgabe stehen, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen – obwohl sie selbst noch kaum richtig erwachsen sind. Filmkritik
Berlinale 2026 – Generation: Der bloße Anblick einer lesbischen Frau reicht, schon mutieren Heterosexuelle in Don't come out zu mordlüsternen Zombies. Die dominikanische Regisseurin Victoria Linares Villegas inszeniert ihren queeren Coming-of-Age-Film als Horrorparabel. Filmkritik
Streaming-Tipp: Gerade steht die neue Staffel von Annette Hess‘ Ku’damm-Serie in der ARD-Mediathek, Ku‘damm 77: Auch empfehlenswert! Aber in Hess‘ Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (2021) können einem die Figuren zwischen Kindlichkeit und abgefuckt-gefährdeter Junkie-Grandiosität u. U. noch näher gehen. Filmkritik
Fatima beobachtet viel und schweigt viel. Hafsia Herzi verfilmt und verdichtet in Die jüngste Tochter gekonnt einen Roman über das lesbische Begehren einer jungen Frau, die in der Banlieu aufgewachsen ist. Filmkritik
Regisseurin Alissa Jung schickt in ihrem Spielfilmdebüt die 15-jährige Leo nach Italien, um dort ihren biologischen Vater zur Rede zu stellen. Klischeebefreit und präzise geht es in Paternal Leave – Drei Tage Meer nicht um die Rückkehr des verlorenen Vaters, sondern um die Konsequenzen einer jahrelangen Abwesenheit. Filmkritik
VoD: Energiegeladen und formwandlerisch erzählt Stella Marie Markert in ihrem Spielfilmdebüt Danke für nichts von vier jungen Freundinnen in einer Berliner-WG. Eine Kampfansage ans Erwachsenwerden und ein Liebesbrief an die eigenen Figuren. Filmkritik
Taiwan Film Festival Berlin: Kleider machen Leute. Ai muss eine Uniform tragen, die sie als Schülerin zweiter Klasse stigmatisiert. Die Teenie-Komödie The Uniform erzählt vom enormen Druck des taiwanesischen Bildungssystems – und von einstürzenden Trennwänden. Filmkritik
Heranwachsende Töchter in einer italienischen Bauernfamilie während des 2. Weltkriegs: Vermiglio richtet mit kühler Bildsprache den Blick darauf, wie sich die gesellschaftliche Ordnung und die Notwendigkeit des Weitermachens in Körper einschreiben. Filmkritik
Vom Boxen zum Wasserball: Wild Foxes in der Quinzaine des Cinéastes und The Plague im Certain Regard widmen sich der Gewalt von Jungscliquen im Sportinternat – und beide brechen auf ihre Weise das Gerüst des Themenfilms inszenatorisch auf. Special
Johanne verliebt sich in Johanna. Nur ein Buchstaben trennt die beiden Hauptfiguren in Dag Johan Haugeruds Berlinale-Gewinner Oslo-Stories: Träume. Erzählt wird – meisterlich - die intime Geschichte einer ersten Liebe, die aus der Literatur kommt und wieder in sie zurück fließt. Filmkritik
Als ein Student stirbt, trauern seine Freunde – und heimlich auch seine Geliebte. Rúnar Rúnarssons Wenn das Licht zerbricht erzählt vom schlecht abgestimmten Trauern in der Gruppe und spielt geschickt mit dem Wissensgefälle der Figuren. Filmkritik
Schönheit, Jugend und Neapel: In Parthenope vereinen sich drei Obsessionen des für seine Hochglanzästhetik bekannten italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino. Leider verkommt dabei die weibliche Hauptfigur zum leeren Mythos. Filmkritik
Berlinale 2025 – Classics: Eine Waisenhausgeschichte in Moll erzählt die estnische Regisseurin Leida Laius in Lach doch mal (1985). Das Figurenensemble um die 16-jährige Mari ist darin engmaschig in gewaltförmige Verhältnisse verstrickt. Filmkritik
VoD: Ein paar Freundinnen aus einer abgelegenen religiösen Gemeinde ziehen durch Wald und Wiesen und probieren sich aus, während es ein Monster auf junge Frauen abgesehen hat. Als Horrorfilm bleibt Spirit in the Blood ein wenig blutleer, doch als Abhängfilm ist er sehr schön. Filmkritik
VoD: Mehr als eine (fast) 18-Jährige aushält. Hazal reißt von Berlin nach Istanbul aus und findet weder hier noch dort Zugehörigkeit. Ellbogen ist ein Coming-of-Age-Film in der postmigrantischen Gesellschaft, aus einer dezidiert migrantischen Perspektive erzählt. Filmkritik
Im eigenen Tempo Freundschaften schließen: Ein märchenhaftes Schloss wird zum Zufluchtsort für einige Jugendliche mit Schulangst. Keiichi Hara entwirft in seinem Anime einen Ort der Ruhe, der erst spät vom großen Drama geflutet wird. Filmkritik
Neu auf MUBI: Die Ross-Brüder (Bloody Nose, Empty Pockets) begleiten fünf Jugendliche von einer Kleinstadt in Oregon zu einer Party an der Pazifikküste. Der weitgehend improvisierte Gasoline Rainbow ist eine schillernde Hommage an die Jugend und fängt zielsicher den Moment vor dem Ernst des Lebens ab. Filmkritik
Neu auf Mubi: Die mathematische Ordnung der Erwachsenen und der jugendliche Überschuss der Pubertät. Shinji Sōmais mäandernder Typhoon Club (1985) folgt über 5 Tage einer Gruppe Schüler*innen. Und ein Sturm wird kommen, der gleichermaßen Freiheit wie Grausamkeit mit sich bringt. Filmkritik
Eskalierende Konfrontationen und Kissenschlachten. Die Schule ist im neuen Film von Schauspielerin Hafsia Herzi ein Ort, an dem man mit der eigenen Identität ringt, aber auch ein hierarchischer Hofstaat mit Machtkämpfen. Filmkritik
Berlinale 2024 – Generation: Zwei Jugendliche brechen nach Sizilien auf und suchen das unbeschwerte Leben. Carlo Sironis My Summer with Irène ist ein Sommerfilm, der von Beginn an unter einem Schatten steht. Filmkritik
Die 14-jährige Margaux will dem Stillstand ihres Lebens entfliehen. Jenna Hasses Langfilmdebüt L’amour du monde erzählt von einem Sommer am Genfer See mit Ablaufdatum. Filmkritik