Felicia, mein Engel

Wie der Originaltitel von Felicia, mein Engel (Felicia’s Journey, 1999) verheißt, ist Atom Egoyans Film die Geschichte einer Reise, die von physischer sowie mentaler Natur ist. Felicia, eine junge Irin, sucht rund um Birmingham nach ihrem Freund, begleitet von Fabrikküchenchef Hilditch (Bob Hoskins). Die Handlung schreitet langsam fort, nimmt aber in beunruhigender Intensität zu, sobald Egoyan über Flashbacks die düsteren Motive von Felicias Weggefährten offen legt und parallel dazu die Landschaft der englischen Midlands als eine latent bedrohliche Örtlichkeit inszeniert. (kst)
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Kommentare zu „Felicia, mein Engel“
Martin Z.
Ein kleiner Film, der es nie zum ganz großen Erfolg geschafft hat. Dafür ist er aber auch zu ungewöhnlich. Das Ganze wird von den guten Darstellern Bob Hoskins und Elaine Cassidy getragen.
Das anfängliche Misstrauen gegen die Hilfsbereitschaft eines älteren Herrn wird kontinuierlich durch kleine optische Zugaben erhöht. Die zunehmende Spannung rührt von der Ungewissheit her: ist er einer oder nicht? Die Ahnung eilt der sich zuspitzenden Handlung voraus. Und dann kommen noch zwei völlig unerwartete Wendungen hinzu: eine vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Bekehrung des Alten im Garten, die mit einer skurrilen Komik etwas überzogen daherkommt. Und dann dessen Ende! Völlig überraschend, blitzschnell, ohne viel Aufhebens. Schließlich pflanzt Felicia Blumenzwiebeln ein. Sie ist wohl inzwischen auf ihrer Reise (so der Originaltitel) an einem Ziel angekommen. Ein Drama voller subtiler Täuschungen, in dem die Gefahr aber auch eine gewisse Komik immer latent mitschwingen.