Religulous

Mit einer satirischen Dokumentation zeigen uns Regisseur Larry Charles und Comedian Bill Maher, für wie verblödet sie Religionen halten.

Religulous

In Zeiten, in denen äußerst empfindlich auf die Verletzung religiöser Gefühle reagiert wird, ist ein Film über die Unsinnigkeit von Religion zweifellos ein heikles Unterfangen. In seiner satirischen Dokumentation Religulous, ein Mischwort aus religious (religiös) und ridiculous (lächerlich), rechnet Larry Charles (Borat, 2006) mit den Weltreligionen ebenso ab wie mit Mormonen, Scientologen, Fernsehpredigern oder konservativen Politikern. Dabei schmückt sich der Film mit einem ehrenwerten Auftrag: Religionen müssen nicht nur bekämpft werden, weil sie völlig aus der Luft gegriffene Geschichten erzählen, sondern auch, weil sie für viel Hass und Elend in der Welt verantwortlich sind.

Stand-Up-Comedian und Schauspieler Bill Maher führt durch diese Reise von Amerika über Israel, Holland, Italien und weitere Länder und vertritt vehement seinen Standpunkt als Rationalist, der sich darüber mokiert, wie man als vernünftiger Mensch an die unbefleckte Empfängnis glauben kann. Kein einziges Mal bringt der Film dabei Mahers vorgefertigte Meinung ins Wanken, sondern bestätigt sie mit jeder Szene nur aufs Neue. Hinter der Entscheidung, einen Comedian als Interviewer einzusetzen, verbirgt sich wohl die Absicht, humorvoll und polemisch gegen die Allmacht der Religionen vorzugehen. Tatsächlich ist Maher so gierig nach jeder Pointe, dass die Gesprächspartner nur dekoratives Beiwerk bei seiner selbstgefälligen One-Man-Show bleiben. Wer nicht seine Meinung teilt, wird gnadenlos vorgeführt, und differenzierte Aussagen werden als Ausflüchte gebrandmarkt.

Religulous

Neben der polemischen Gesprächsführung Mahers werden die Interviewten durch filmische Mittel noch zusätzlich diffamiert. Kommentierende Untertitel stellen die Glaubwürdigkeit der Gesprächspartner in Frage, und unliebsame Äußerungen werden mit Ausschnitten aus Bibelfilmen der fünfziger Jahre ins Lächerliche gezogen. An anderer Stelle werden der Behauptung, der Islam sei eine friedliche Religion, Nachrichtenbilder revoltierender Muslime gegenübergestellt. Als Krönung gibt es noch einige aus dem Kontext gerissene Zitate aus der Bibel und dem Koran.

Als reine Satire betrachtet, muss man dem Film durchaus einige witzige Augenblicke zugestehen. Wenn Religulous anhand von Holyland – einem grotesken Themenpark für Christen, in dem der Kreuzweg Christi als Musical für ein sichtlich ergriffenes Publikum aufgeführt wird –, die krankhaften Auswüchse des Christentums in Amerika aufzeigt, gehört das zu den Höhepunkten des Films. Selbst Mahers respektlose Interviewführung scheint an manchen Stellen, etwa bei einem verlogenen Fernsehprediger, angemessen zu sein. Wenn er aber seinen muslimischen Gesprächspartnern immer wieder ins Wort fällt und sich über ihre Aussagen lustig macht und gleichzeitig die Äußerungen des Rechtspopulisten Geert Wilders über die Gefahren des Korans völlig unkommentiert lässt, scheint sich Maher gar nicht darüber bewusst zu sein, auf welches politische Terrain er sich damit begibt.

Trailer zu „Religulous“


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Kommentare


Bandit

"Jeder Gläubige der behauptet er wüsste was ihn nach dem Tod erwartet, weiss es nicht!Und warum?Weil ich es nicht weiss. Denn wie kommt er auf die Idee ich wäre blöder als er?"(Zit.)

Endlich mal jemand der hier klartext redet.
Ich wünschte es gäbe in Zukunf mehr solcher Menschen, die sich gegen diese Massenneurose wagen. Ob´s hilft? Wenn diese Neurose nicht als Neurose anerkannt wird, gibt`s wohl keine Hoffnung.Traurig






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