Killerlady

In Killerlady will Cho Jin-gyu Komödie mit Schwertkampf verbinden – der Film gerät jedoch nur zu einer leicht pubertären, nicht sehr witzigen Klamotte.

Killerlady

Gelegentlich durchlaufen deutsche Verleihtitel in der Übersetzung seltsame Metamorphosen – dass etwa die mit dem Originaltitel Jopog manura 3 klar erkennbare zweite „Fortsetzung“ von Cho Jin-gyus Film My Wife is a Gangster (Jopog manura, 2001) jetzt in der „Amazia“-Reihe von Splendid Film unter dem Titel Killerlady erscheint, ist so ein Fall. Es mag an Namensrechten gelegen haben – die ersten beiden Filme sind bei der Konkurrenz erschienen – oder vielleicht doch der ehrenvolle Versuch sein, den Zuschauer nicht zu täuschen. Killerlady hat nämlich inhaltlich und ästhetisch kaum etwas mit My Wife is a Gangster zu tun.

Killerlady

In Cho Jin-gyus My Wife is a Gangster muss eine Mafiosa, dem Wunsch ihrer sterbenden Schwester folgend, schnell einen Mann finden, der sie heiraten und schwängern wird – alles Dinge, an denen sie bislang kein Interesse hatte. Es vermischen sich so einige Elemente der romantischen Komödie mit ein wenig Slapstick und reichlich Nahkampfaction zu einem durchaus unterhaltsamen Film, der sich selbst nicht besonders ernst nimmt.

In Killerlady hingegen gerät die vom Regisseur anscheinend angestrebte Wiederholung des Rezepts aus dem Gleichgewicht. Seine Hauptfigur, Aryoung (Shu Qi), ist Tochter eines Mafiabosses aus Hongkong und Meisterin des Schwertkampfes. Sie wird von ihrem Vater nach Korea geschickt, wo sie vor seinen Gegnern in Sicherheit sein soll. Da die etwas verwöhnte junge Dame nicht eben zurückhaltender Natur ist, hat sie schnell auch im Ausland Ärger am Hals, in den sie den zu ihrem Schutz abgestellten „Babysitter“ Ki-chul (Lee Bum-soo) gleich mit hineinzieht. Und natürlich tauchen auch rasch gedungene Mörder aus Hongkong auf.

Killerlady

Nach Ende der recht viel versprechenden Exposition entpuppt sich Killerlady schlagartig als eher langsam und gemächlich dahin gleitende Komödie, die sich leider nie ganz traut, den Sprung in den völligen Slapstick zu wagen. Ki-chul und seine Untergebenen sind minderbemittelte Tollpatsche, die für ihre Haltung gegenüber Frauen allzu freundlich abgewatscht werden; das komische Potential dieser Szenen wird nie ganz ausgekostet. Die Missverständnisse, die durch die Sprachbarriere zwischen den chinesischen und koreanischen Protagonisten entstehen, werden durch die deutsche Synchronisation leider völlig weggebügelt.

Mit pubertär anmutenden Scherzchen wird auch die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Aryoung und Ki-chul nur behauptet – selbst wenn die Schauspieler hier überzeugender agieren würden, wäre echte Zuneigung im Drehbuch gar nicht vorgesehen. Bis hin zum ein wenig furioseren Finale können auch die Kampfszenen nie wirklich überzeugen – sie wirken seltsam distanziert gefilmt, und ganze Szenen aus den Kämpfen, zumal die blutigen, scheinen dem Schnitt zum Opfer gefallen zu sein. Ob sie den Film retten könnten, bleibt allerdings fraglich.

Kommentare


johtscho

Besticht durch gute Kamera, cuts und Technik. Die Story ist eher nicht post-feministisch europäisch sondern noch davor. Aber diese Thematik wird mit gutem Witz umgesetzt somit funktioniert es doch recht gut. darüber hinaus setzt sich Shu Qi gut in Szene, das schafft gute Atmosphäre - wenn natürlich auch nicht so gut wie in "three times".






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