Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

Der Womanizer folgt einem klugen Rezept für romantische Komödien. Nur geht es ganz und gar nicht auf.

Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

zoomicon

Es ist ein einfacher Trick: Man heuchle dem Publikum vor, es ernst zu nehmen, so lässt es einem auch die ärgsten Einfältigkeiten durchgehen. Spielt man die Karte gewitzt, dann erreicht man nicht nur die bereitwillige Zielgruppe, sondern auch die skeptischen Zuschauer. In Romantic Comedies ist das ein beliebtes Mittel, schließlich ist den meisten bewusst, wie sehr das Genre auf formelhafte Versatzstücke zurückgreift. Wird das kritische Bewusstsein ein wenig gestreichelt, indem just dieses Funktionsprinzip beäugt wird, kann der Film selbst noch so formelhaft sein, er erweckt zumindest den Anschein, mehr als nur das zu sein.

Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

zoomicon

Serien wie Desperate Housewives (seit 2004) oder Gossip Girl (seit 2007) beweisen, dass ironische Kommentare deren Storys, die sich mitunter deutlich an Soaps anlehnen, aufwerten können und eine Legitimation der „guilty pleasure“ für Scharen an Fans bieten. Er steht einfach nicht auf Dich (He’s Just Not That Into You, 2009) bemühte sich kürzlich in einer Webkampagne, das männliche Publikum für die Romantic Comedy zu gewinnen, indem es zehn Klischees von „chick flicks“ vorführte, die in dem Film nicht vorkommen. Der Film selbst machte sich daran, Irrtümer über Männer aufzudecken.

Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

zoomicon

Auch Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen (Ghosts of Girlfriends Past) stellt das eigene Genre aus und versucht damit, selbstbewusst zu wirken. Matthew McConaughey gibt den erfolgreichen, selbstverliebten Macho Connor Mead, der die Frauen durchschaut hat und fast jede rumkriegt. Jennifer Garner spielt den Konterpart als gutmütige, sensible Jenny Perotti, die fest entschlossen ist, ihm zu widerstehen. Sie war seine Kindheitsliebe und ist bis heute die einzige Frau, die ihn verstehen kann. Mit einem fantastischen Element, das in den angestaubten Film ein wenig Dynamik bringt, wird beider Geschichte aufgerollt. Geister aus seiner Vergangenheit suchen ihn auf, um ihm vorzuführen, wie er sich von seinem eigentlichen Sein (und von ihr) entfernt hat. Mit reichlich Küchenpsychologie und platten Kausalitäten wird klar gemacht: Die Enttäuschung seiner ersten Liebe ist schuld, und es ist an der Zeit, sie zurückzugewinnen.

Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

zoomicon

Den wenigen Witz, den Der Womanizer überhaupt zu bieten hat, schöpft der Film aus der Überzeichnung der Charaktere und dem sarkastischen Gestus, der einige Passagen prägt. Dass es sich dabei aber lediglich um einen recht verzweifelten Versuch handelt, die zuckersüße Fassade eines weitgehend hohlen Films aufzulockern, daran besteht kein Zweifel. Es ist doch kein ganz so einfacher Trick. Ohne ein Mindestmaß an Gehalt nimmt einem die Ironie letztlich keiner ab.

Filmkritik von Frédéric Jaeger

Veröffentlicht am 04.05.2009

Kommentare zu Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

Ich 07.06.2009 01:54

Blödsinn, der Film ist absolut Klasse, sehr witzig und geht total ans Herz...Die Kritik kann nur ein Mann geschrieben haben

Marco 12.06.2009 00:41

Find den Film auch voll geil!

kevin9r 27.10.2009 13:42

Alles Blödsinn was dort steht. Ohne zu lügen? Bester Film den ich bis jetzt gesehen habe. Die perfekte Mischung aus Romantik und Komödie.

Phillip Andos 30.11.2009 20:18

Ich kann mich meinen Vorpostern nur anschließen, der Film ist klasse. Gut, man hat die Thematik des Films nach drei Minuten durchschaut, und man weiß wie er ausgeht.Aber. Die Umsetzung ist genial. Allein Michael Douglas ist hervorragend. Seine Rolle ist einfach perfekt und Matthew M. C. perfektioniert diese Rolle als ahnungslosen Novize perfekt.

Fazit:
Ein lustiger Film mit brillianten Schauspielern

Hinterlassen Sie hier Ihre Meinung oder Anmerkungen zu Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen. Kommentare werden in der Regel innerhalb eines Tages freigeschaltet.

Kommentar schreiben

*
*
*


*

Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.

DVD von Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

 

Blog: Berlinale im Dialog

Berlinale im Dialog

Verfolgen Sie das Festivalgeschehen der Berlinale auch im deutsch-französischen Berlinale-Blog des DFJW auf critic.de/berlinale-im-dialog

 
 

Film-Angaben

Titel: Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

Originaltitel: Ghosts of Girlfriends Past

USA 2008

Laufzeit: 100 Minuten

 

Regie: Mark Waters

Drehbuch: Jon Lucas, Scott Moore

Produktion: Brad Epstein, Jonathan Shestack

Bildgestaltung: Daryn Okada

Montage: Bruce Green

Musik: Rolfe Kent

Darsteller: Matthew McConaughey, Jennifer Garner, Breckin Meyer, Lacey Chabert, Robert Forster, Anne Archer, Emma Stone, Michael Douglas, Christina Milian, Amanda Walsh

 

Kinostart: 28.05.2009

 

DVD-Angaben

Titel: Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

Vertrieb: Warner Home Video

Bild: 2,40:1, 16:9

Sprache(n): Englisch (DD 5.1), Deutsch (DD 5.1), Italienisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Hebräisch

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Spieldauer: 96 Minuten

 

Extras: Keine Extras.

 

Verleih ab: 23.10.2009

Verkauf ab: 23.10.2009

 

Weitere Filme

... von Mark Waters

Mr. Poppers Pinguine
USA 2011
Mit Jim Carrey, Carla Gugino

Solange du da bist
USA 2005
Mit Reese Witherspoon, Mark Ruffalo

... mit Matthew McConaughey

Der Mandant
USA 2011
Von Brad Furman

Tropic Thunder
USA 2008
Von Ben Stiller

Ein Schatz zum Verlieben
USA 2008
Von Andy Tennant

... mit Jennifer Garner

Arthur
USA 2011
Von Jason Winer

Juno
USA 2007
Von Jason Reitman

Operation: Kingdom
USA 2007
Von Peter Berg

 

Copyright Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

Fotos: © Warner Bros.

 

Neue Kritiken

alle neuen Kritiken

 

Neueste Kommentare