Intrige
Antisemitismus hinter akkuraten Schnauzbärten: Den ungeheuerlichen Fall der Dreyfus-Affäre erzählt Roman Polanski mit einem Hang zum Theaterhaften. Der kulissenhafte Stil von Intrige passt zum porträtierten Milieu. Filmkritik
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Antisemitismus hinter akkuraten Schnauzbärten: Den ungeheuerlichen Fall der Dreyfus-Affäre erzählt Roman Polanski mit einem Hang zum Theaterhaften. Der kulissenhafte Stil von Intrige passt zum porträtierten Milieu. Filmkritik
VoD:Melodram nahe dem Regenwald. Als tropisch-schweißige Schwere legt sich das Patriarchat über die Bilder, mit denen Karim Aïnouz von der Sehnsucht der Schwestern Gusmão erzählt. Filmkritik
Markus Schleinzer verbindet in Angelo die Geschichte eines historisch verbürgten „Hofmohren“ mit einer Kritik an Historienfilmen. Filmkritik
VoD: Marco Bellocchio schildert in Il Traditore die reale Geschichte des wichtigsten Zeugens während der Mafia-Prozesse der 1980er und 90er Jahre und entwirft ein breites historisches Panorama – die größte Dramatik entfaltet dabei ein Schnurrbart. Filmkritik
In ihrem großen Liebesfilm Porträt einer jungen Frau in Flammen empört sich Céline Sciamma nicht über den männlichen Blick, sondern sabotiert ihn. Filmkritik
MUBI: Im Wald die Beine breit machen, den Po emporstrecken für die Peitsche, bluten und leiden und genießen. Albert Serra beschwört die Kräfte der Zügellosigkeit auch in seinem Kinofilm Liberté – je beklemmender es wird, desto betörender wirkt es. Filmkritik
Nach seinem Rockmusical über die Kindheit Jeanne d’Arcs geht es bei Bruno Dumont nun ans Eingemachte – zumindest theoretisch. Auch in Jeanne wird Geschichte überführt: in Playbackshows, theologische Sprachspiele und die lächerliche Mimik der Macht. Filmkritik
Die zweite Wunschkritik unserer Abonnenten: Der Handlungsmittelpunkt liegt nie im Bild, das Abwesende ist immer da. In Eine Stadt der Traurigkeit – Familienepos, Gangsterdrama, Historienfilm – zeigt sich Hou Hsiao-Hsien als ein Meister des Entzugs. Filmkritik
Alles ist üppig und überbordend an diesem Dekadenzporträt des Hofes von Queen Anne. Doch neben pompösen Detailreichtum und maliziösen Bonmots zeigt Regisseur Yorgos Lanthimos in The Favourite etwas für ihn bisher Ungewohntes: Empathie. Filmkritik
Ein Liebespaar, das nicht nur von Ort zu Ort, sondern von einer musikalischen Ausdrucksform zur nächsten geworfen wird. Davon erzählt Cold War auf eine Weise, die jeden menschlichen Wildwuchs beharrlich zurechtstutzt. Filmkritik
Kälte, die die Haut vom Fleisch zieht: Die Serie The Terror folgt der Franklin-Expedition in die arktische Nacht, wo die Hybris der britischen Admiralität mit dem eisigen Hammer des Horrorgenres zerschlagen wird. Filmkritik
In seinem Film über eine spektakuläre Befreiungsaktion der israelischen Regierung stilisiert José Padilha Soldaten zu Tänzern. Doch hinter den mitreißenden Choreographien aus 7 Tage in Entebbe verbirgt sich ein Plädoyer für den Zweifel. Filmkritik
Eine Sternstunde des Journalismus als seelischer Überlebenskampf: Steven Spielberg kämpft in Die Verlegerin mit der tiefen Verunsicherung des journalistischen Standes – und ruft aus lauter Verzweiflung am Ende nach den Founding Fathers. Filmkritik
„Haha! What a story, Mark!“ – James Francos The Disaster Artist über den „schlechtesten Film aller Zeiten“ will selbst gar kein eigenständiger Film sein. Aber der Mond ist ja auch ganz schön, obwohl er nicht aus eigener Kraft leuchtet. Filmkritik
Eine Schulhof-Rangelei mit Standrecht – The Death of Stalin inszeniert die Machtkämpfe nach Stalins Tod als überdrehte Posse. Die Bilderarmut der tatsächlichen stalinistischen Herrschaft lässt die Energie des Films dabei unkontrolliert übersprudeln. Filmkritik
Die Last des Sehens und die Freiheit des Nicht-Sehen-Müssens – Barbara Alberts Licht blickt ins Antlitz der blinden Pianistin Maria Paradis. Was sie alles am eigenen Leib über gesellschaftliche Zwänge erfährt, hebelt der Film dabei immer wieder aus. Filmkritik
Warum Geschichte nicht als Actionfilm inszenieren? In Detroit versteht Kathryn Bigelow die Race Riots aus dem Jahr 1967 nicht als Geste schwarzer Selbstermächtigung – und setzt in ihrem Film doch auf die totale Mobilisierung, auch die des Zuschauers. Filmkritik
Der Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Trotz Hauptfigur mit Weltkriegstrauma interessiert sich Babylon Berlin mehr für die Vorahnung des Kommenden. In den Straßenschlachten des Blutmai findet der erzählerische Druckkessel der Serie erstmals ein Ventil. Filmkritik
Ein Sturm über der Heide fegt die Bühnentragödie hinweg. In William Oldroyds Lady Macbeth geht es nicht um menschliche Konflikte und bewusste Entscheidungen, sondern um Naturkräfte und stumme Gesetze. Filmkritik
VoD: Wie jemand weiß und wieder schwarz wird. Ezra Edelman widmet einem der berühmtesten Justizfälle der neueren Geschichte einen epischen Dokumentarfilm – und führt nicht zuletzt die Vorstellung eines farbenblinden Amerikas ad absurdum. Filmkritik
Schon nach einer Viertelstunde ist man völlig erschöpft: In seinem Film über eine spektakuläre Rettungsaktion im Zweiten Weltkrieg immunisiert uns Christopher Nolan gegen seine eigene Großspurigkeit. Filmkritik