Universal Language
In Kanada sprechen plötzlich alle Persisch. Rod Stewart macht Karriere als Immobilienhändler. Und Truthähne klauen Brillen. Mit Universal Language ist Matthew Rankin eine der besten Komödien des Jahres gelungen. Filmkritik
--> -->
In Kanada sprechen plötzlich alle Persisch. Rod Stewart macht Karriere als Immobilienhändler. Und Truthähne klauen Brillen. Mit Universal Language ist Matthew Rankin eine der besten Komödien des Jahres gelungen. Filmkritik
Eher widerwillig geht die Schriftstellerin Sidonie nach Japan. In Élise Girards Film tastet sich eine wie immer grandiose Isabelle Huppert durch eine Lesereise, in der sie bald zwischen ihrem japanischen Verleger und dem Geist ihres verstorbenen Ehemannes steht. Filmkritik
Disney+: Emma Stone, Jesse Plemons und Willem Dafoe bewegen sich durch drei Beziehungs-Episoden, die eher psychoanalytisch als filmisch ergiebig sind. Yorgos Lanthimos versucht das Disney-Publikum wieder abzuschütteln, Kinds of Kindness zieht sich dabei aber vor allem in sich selbst zurück. Filmkritik
Das Fotobuch The Bikeriders porträtierte in den 60er Jahren einen Motorradclub im Mittleren Westen. Jeff Nichols hat daraus einen Film gemacht, der mit Verführungskunst und ethnographischem Gespür von einer Gruppe von Außenseitern erzählt, ihren Enttäuschungen sowie ihrer Sehnsucht, gesehen zu werden. Filmkritik
MUBI: Hitchcock-Hommage mit Wong-Kar-Wai-Vibes. Das formverspielte Neo-Noir-Märchen Suzhou River (2000) über zwei unglückliche Liebesgeschichten in Shanghai ist mehr als die Summe seiner Referenzen. Filmkritik
Im eigenen Tempo Freundschaften schließen: Ein märchenhaftes Schloss wird zum Zufluchtsort für einige Jugendliche mit Schulangst. Keiichi Hara entwirft in seinem Anime einen Ort der Ruhe, der erst spät vom großen Drama geflutet wird. Filmkritik
Neu auf MUBI: Die Ross-Brüder (Bloody Nose, Empty Pockets) begleiten fünf Jugendliche von einer Kleinstadt in Oregon zu einer Party an der Pazifikküste. Der weitgehend improvisierte Gasoline Rainbow ist eine schillernde Hommage an die Jugend und fängt zielsicher den Moment vor dem Ernst des Lebens ab. Filmkritik
Russisches Millionärssöhnchen heiratet Sexarbeiterin in Las Vegas: Sean Baker wagt sich aufs Terrain des Exploitationskinos vor. Dabei glaubt er zwar anders als seine Figuren nicht an Romantik, aber ist doch voller Wärme für sie. Filmkritik
Neu auf Mubi: Die mathematische Ordnung der Erwachsenen und der jugendliche Überschuss der Pubertät. Shinji Sōmais mäandernder Typhoon Club (1985) folgt über 5 Tage einer Gruppe Schüler*innen. Und ein Sturm wird kommen, der gleichermaßen Freiheit wie Grausamkeit mit sich bringt. Filmkritik
In Jonás Truebas Volveréis - Ein fast klassischer Liebesfilm wollen zwei Menschen mal nicht den Anfang, sondern das Ende ihrer Liebesbeziehung feiern und irritieren damit ihr Umfeld. Dass das eine schöne Idee für einen Film ist, wissen die beiden selbst. Filmkritik
Drei Kilometer bis zum Ende der Welt erzählt von Homophobie in der rumänischen Provinz. Am Ende von Emmanuel Parvus Film werden wir gewahr, dass wir das Opfer gar nicht kennengelernt haben – und können dennoch mit ihm aufatmen. Filmkritik
Keine Meisterwerke mehr. Francis Ford Coppolas Megalopolis ist nicht das grandiose Science-Fiction-Epos geworden, das es wohl nie hätte werden können, sondern etwas viel Besseres. Filmkritik
Unwirtlich ist die Welt im neuen Film von Nuri Bilge Ceylan nicht nur für Frauen. Zwischen kargen Winterlandschaften und Tee trinkenden Männern zeichnet der türkische Regisseur das Porträt eines Misanthropen und einer abgehängten Region. Filmkritik
Mediathek: Pablo Bergers Animationsfilm über die Freundschaft zwischen einem Hund und einem Roboter in einem von Tieren bevölkerten New York kommt gänzlich ohne Worte aus. Robot Dreams zeichnet weniger seine Figuren als deren Gefühle und nutzt dafür die Macht der kleinen Gesten. Filmkritik
Neu auf Mubi: Von der Thalassotherapie zur Vogelimitation. Stephane Brizé schickt einen berühmten Schauspieler auf Kur und dann noch eine ehemalige Liebe hinterher. Zwischen uns das Leben ist ein Film über das aufrichtige Leben trotz notwendiger Kompromisse. Filmkritik
Seinen neuen Film schließt Luca Guadagnino weder hermetisch ab noch erstickt er ihn im eigenen Geltungsdrang. Challengers ist eine furiose Dreiecksgeschichte im Tennis-Milieu – mit dem Duft eines verschwitzen Schritts und dem Grinsen eines Jokers. Filmkritik
Neu als VoD: Nichts tut weh, aber alles ist unbehaglich, ein perfektes Vibrieren. Das Drehbuch von Claire Denis' neuem, in Nicaragua angesiedeltem Film Stars at Noon will sich mitteilen, wird aber immer wieder ausgebremst vom eigentümlichen Rhythmus eines Films, der sich für Motive mehr interessiert als für Ereignisse. Filmkritik
VoD: Umweltaktivistin leistet Sozialstunden bei traumatisierter Studentin, oder: Zwei große Schweigerinnen lernen sich kennen. Michael Kliers Zwischen uns der Fluss ist ein kontemplativer Film flüchtiger Eindrücke, doch dahinter linst manchmal das Klischee hervor. Filmkritik
Auch nach elf, zwölf Bier findet man nicht zusammen: In Josef Haders Film um eine Frau, die sich nicht nur scheiden lässt, sondern auch ihren Ex-Mann überfährt, scheint eine Welt auf, in der nur die Verkorkstheit verbindet. Filmkritik
Einbrecher in Platos Höhle: Alice Rohrwacher erzählt in La Chimera in der ihr eigenen naiv-magischen Weise von sympathischen Grabräubern, Europas schlechtem historischem Gewissen und dem Drang, in Vergangenheit und Träume zu flüchten. Filmkritik
Ein winterliches Bergdorf, ein abstruses Tourismusprojekt, und plötzlich wird ein Kind vermisst: In Ryūsuke Hamaguchis Evil Does Not Exist geht es weder um Naturverklärung noch um Ökoaktivismus, sondern um den Wald als Sehnsuchtsraum. Filmkritik