Neu auf MUBI: Es beginnt mit einem Duschvorfall wie in Psycho, nur ohne Schnittgewitter und Stichwunden. Selten wurde so sachlich und entspannt über die seelische Zerrüttung einer Figur erzählt wie in dem ivorischen Film The Woman with a Knife (1969). Filmkritik
Rosalie Thomass trampelt als zynisch gewordene Pippi Langstrumpf durch einen Film, der sein komödiantisches Glück in Peinlichkeitserfahrungen sucht. Jagdsaison ist vorhersehbar, ausgelutscht, klischeebeladen – und ziemlich schön. Filmkritik
Plansequenzen, die an Kraft verlieren: In seinem neuen Film versucht sich Kornel Mundruczó an einem epischen Holocaust-Drama über drei Generationen – und findet genau das, was er sucht. Filmkritik
Verarbeiten, um wieder arbeiten zu können. Arbeiten, um zu verarbeiten. Im zweiten Teil von Joanna Hoggs autobiografischem The Souvenir muss die Heldin nach dem Tod ihres langjährigen Partners einen Abschlussfilm drehen. Filmkritik
Venedig als LSD-Trip: In Atlantide folgt Yuri Ancarani ein paar hormongesteuerten Teenagern, taucht die Wasserstadt in Neonfarben und entführt die Sinne in ein rauschhaftes Kinoerlebnis. Filmkritik
Frau und Außerirdischer machen unter sich aus, wer in der Nahrungskette ganz oben steht. Dabei will das Predator-Prequel Prey etwas über Natur und Kultur erzählen. Auch für die Freunde Freuds gibt es viel Spaß beim Gucken. Filmkritik
Neu auf DVD: Philippinischer Gendarm, philippinische Ganoven, philippinische Drogen in New Jersey. Bei Lav Diaz träumt niemand den American Dream. Filmkritik
Was bedeutet Familie? Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda stellt immer wieder dieselbe Frage – und findet auch in seinem neuen, im Babyhandel-Milieu angesiedelten Film wieder zärtliche Antworten. Filmkritik
Das Leben meistern, indem man es an der Nase herumführt: Der chamäleonhafte George und die manisch-depressive Camille pendeln zwischen Ekstase und Absturz. Warten auf Bojangles liegt mit der Realität genauso im Clinch wie seine beiden Hauptfiguren. Filmkritik
VoD: Border-Regisseur Ali Abbasi kehrt mit einem Thriller über einen Frauenmörder im Iran zurück. Gedreht wurde Holy Spider in Jordanien – gerade dadurch ermöglicht er seltene Einblicke in die iranische Gesellschaft. Filmkritik
Sex, Geld, gesellschaftliche Stigmata und ein Generationenkonflikt. Die ruhigen Bilder von Moneyboys werden von brutalen Brechstangen, wiederholten Verhaftungen und familiären Eskalationen gestört – aber auch tanzend in Schwingungen versetzt. Filmkritik
Im Karussell des sozialen Unbehagens: Kiyoshi Kurosawa schickt seine junge Protagonistin mit einem scheinbar feindseligen Team zu absurd anmutenden Dreharbeiten nach Usbekistan. To the Ends of the Earth ist ein ruhiger Film, in dem doch allerlei Flieh- und Rotationskräfte wirken. Filmkritik
VoD: Den Wertungen und Geschichten davonhüpfen. Die eigentlichen Protagonisten in Grand Jeté sind Nadjas und Marios Körper. Die Hintergründe ihrer inzestuösen Beziehung kümmern den Film wenig. Filmkritik
Neu auf DVD: Normale Leute in den Klauen spaßbefreiter Unmenschen. In Harald Brauns Zwischen gestern und morgen (1947) erscheint Deutschland als erstes von den Nazis besetztes Land, in dem nur ein paar wenige und grundsätzlich die anderen schuld waren. Filmkritik
Alex Garlands Folk-Horror Men sucht in gleißender UHD-Optik nach den okkulten Wurzeln toxischer Männlichkeit. Dabei ist er in seinen zartesten Momenten am verstörendsten. Filmkritik
VoD: Sissi als Feminist Icon in der Midlife Crisis. Marie Kreutzer lockert die Schnüre von Kaiserin Elisabeths Korsett und spinnt damit Geschichte neu zusammen. Corsage ist Dekonstruktion, aber zugleich eine ernstgemeinte Liebeserklärung. Filmkritik
Ein domestizierter Pfau will fliegen lernen, die Menschen um ihn herum stehen auch ganz schön unter Spannung. Laura Bispuris Film über eine Familienfeier hat mehr Gespür für die einzelnen Figuren als fürs Kollektiv. Filmkritik
PR für eine rechte Partei und ein Einbruch im Ferienhaus: Ronnie Trocker beobachtet eine Familie, die sich langsam selbst demontiert. Der menschliche Faktor wechselt gekonnt die Perspektiven, hält seine Figuren aber doch außer Reichweite. Filmkritik
VoD: Ein Alltagshochstapler als pathologische Fallstudie oder Gesellschaftsdiagnose: Jörn Jönsson legt in seinem Axiom verschiedenste Spuren, lässt sich aber genau so wenig festlegen wie sein faszinierend unvorhandener Protagonist. Filmkritik
Keine Elegie, keine Gerechtigkeit, nur die blanke Tat, die ein Leben nimmt. Der belgische Regisseur Nabil Ben Yadir bringt in Animals eine der vielleicht bisher grausamsten Darstellungen queerfeindlicher Gewalt auf die Leinwand. Filmkritik
Vor dem Hintergrund der japanischen Tsunami-Katastrophe von 2011 erzählt One Day, You Will Reach The Sea einfühlsam und mit erfrischender Ruhe die Geschichte einer Freundschaft, die zu früh und tragisch endet. Filmkritik