Afrikamera 2026

Vom 9. bis 15. November stellt das Berliner Filmfestival wieder aktuelle afrikanische Produktionen vor, die man sonst nur selten zu sehen bekommt. Der diesjährige Schwerpunkt widmet sich unter anderem den Auswirkungen des Klimawandels und dem White Saviorism von NGOs.

Der für Natur und Bevölkerung verheerende landschaftliche Raubbau in afrikanischen Ländern steht im Zentrum der diesjährigen Ausgabe von Afrikamera. Unter dem Schlagwort „Reflect“ beschäftigt sich das Berliner Festival in seiner mittlerweile 19. Ausgabe mit den „Auswirkungen von Kolonialismus auf das ökologische Gleichgewicht, dem Klimawandel […] und dem White Saviorism von NGOs“.

Auf dem Programm stehen etwa die Dokumentarfilme La couleur du phosphate und Mikuba sowie die Virtual-Reality-Arbeit Water & Coltan. Sie beschäftigen sich mit den verheerenden Auswirkungen des Abbaus von Phosphat, Kobalt und Coltan in Tunesien und dem Kongo. Mit Poesie tastet sich Sammy Balojis The Tree of Authenticity an sein Thema heran. Der Essayfilm über eine heute nur noch als Ruine im Regenwald befindliche Forschungsstation widmet sich mit lyrischem Voice Over der ökologischen Zerstörung während der belgischen Kolonialzeit.

Zu entdecken gibt es auf dem Festival auch wieder mehrere Spielfilme, die von persönlichen Träumen, gesellschaftlicher Enge und staatlichen Repressionen erzählen. Nach seiner Premiere in Cannes läuft Rafiki Farialas autobiografisches Coming-of-Age-Drama Congo Boy, in dem ein 17-jähriger Nachwuchsrapper auf seine vier jüngeren Geschwister aufpassen muss, nachdem seine Eltern inmitten der Kriegswirren verhaftet wurden. Deutlich komödiantischere Töne schlägt Zoey Martinson in The Fisherman an, der von einem zwangspesionierten ghanaischen Fischer handelt, der an einen sprechenden Tilapia gerät.

Weiters gibt es in diesem Jahr wieder Diskussionen, Kurzfilmprogramme sowie eine Fotoausstellung, mit Nyaba L. Ouedraogos Bilderserie „The Sacred: Human, Animal and Plant“. Die Spielstätten für die Filmvorführungen sind wieder das Arsenal, das City Kino Wedding, das fsk und das Sputnik. Zum ganzen Programm geht es hier.

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