Ghost Dog - Der Weg des Samourai
In Jarmuschs Tribut an Jean-Pierre Melvilles Der eiskalte Engel (Le Samouraï, 1967) tritt Forest Whitaker als moderner Samurai Ghost Dog an die Stelle des Trenchcoat-tragenden Jef Costello.

Jim Jarmuschs Version lässt den Helden in einer Holzbude hoch über den Strassen Jersey Citys residieren, von wo aus er mit seinen Mafiaauftraggebern über Tauben kommuniziert. Schließlich wird er selbst zur Zielscheibe, bleibt seinem Ehrenkodex jedoch treu. Jarmusch zitiert in seiner Neuinterpretation neben Melville Seijun Suzuki und Kurosawas Rashomon (1950), für die stimmungsvollen Bilder von Ghost Dog – Der Weg des Samourai (Ghost Dog: The Way of the Samourai, 1999) zeichnete Robby Müller verantwortlich. (kst)
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Kommentare zu „Ghost Dog - Der Weg des Samourai“
Martin Z.
Forest Whitaker ist ’Ghost Dog’, ein Auftragskiller mit Herz, der ins Visier der Mafia gerät. Streng folgt er den Anweisungen aus dem Handbuch für Samurai. Es sind Weisheiten für alle Lebensbereiche, mit philosophischem Einschlag: “Form ist Leere, Leere Form“ oder „Nichts geschieht ohne Grund“. Die Kapitelausschnitte geben dem Film eine stringente Form. Neben ironischen Seitenhieben auf dämliche Gangster und faschistoide Jäger fließt auch noch ziemlich viel Blut. Am Ende steht konsequenterweise ein finaler Showdown: der freundschaftlichste Mord der Filmgeschichte. Er findet in einem rechtsfreien Raum statt. Sieger ist der Boss, aber es gibt keine Untergebenen mehr. Eine zusätzliche Qualität erhält der Film durch die kleine Pearline, die wie Ghost Dog gerne liest und mit ihm Bücher austauscht z.B. ’Rashomon’ und den Eisverkäufer mit seinen Verständigungsschwierigkeiten. Es ist der gefälligste Jarmusch – Film, nicht nur wegen der Farbe, sondern wegen der Story.