Predators

Nimród Antal belebt das Predator-Franchise mit frischen Ideen, alten Tricks und pausenloser Spannung.

Predators

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Seit 1987 schon macht dieses Biest die Erde in mittlerweile vier Filmen zu seinem Jagdgebiet und ist sich dabei, das ist eigentlich recht erstaunlich, im Kern weitgehend treu geblieben: Der „Predator“, eigentlich ja nur: „Jäger“, den John McTiernan im ebenso genannten Film erstmals auf die Welt respektive Arnold Schwarzeneggers Söldnertruppe losließ, ist jenen Wesen, die jetzt unter Nimród Antals Regie auf die Leinwand kommen, immer noch sehr ähnlich.

Eine übermaskuline Figur ist dieser Predator, einem Ehrenkodex verhaftet, aber zugleich ein ruchloser Jäger. Die erfolgreich gewonnene Trophäe zählt – und erst, wenn sich jemand im Kampf als ihm ebenbürtig erwiesen hat, mag er so etwas wie Respekt empfinden und das Töten einstellen. Er repräsentiert damit eine (natürlich in Monstergröße aufgeblähte) sehr traditionelle Form von männlicher Kampfeslust, die unbewaffnete und schwangere Frauen verschont – ein intergalaktischer Großwildjäger, nur sind Menschen das Wild.

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Predators bringt diesen Jagdgedanken zu einem zwingenden Endpunkt; einen Haufen von acht Menschen verschlägt es, ohne dass sie wussten, wie ihnen geschieht, auf einen fremden Planeten, der den Predatoren offenbar als Jagdgehege dient. Entsprechend wurden die Opfer ausgesucht, sie sind selbst Jäger, Söldner, Mörder, Soldaten – Leute, deren erster Reflex es ist, aufeinander zu schießen, noch bevor sie Fragen stellen, und die das Verhalten der Predatoren aus ihrer eigenen gewissenlosen Grausamkeit, ihrem eigenen Jagdinstinkt zu verstehen suchen: „That is what I would do.“

Moralisch sind diese Menschen keine Vorbilder, auch die Soldaten sind keine Heroen, sondern von ihrer Arbeit zerfressene, moralisch fragwürdige Personen – ohne große Brüche stehen sie in der Gruppe gleichberechtigt neben Auftragsmörder und Yakuza. Mit diesen gebrochenen Figuren ist Predators zumindest an seiner Oberfläche (denn tief gehen die ethischen Diskussionen in diesem Film natürlich nicht) den zweifelnden Agenten und Soldaten des Mainstreamkinos so nahe, wie Schwarzeneggers muskulöser Körper Zentrum des Actionfilms der 1980er Jahre war.

Das Franchise ist also wieder eng am Puls der Zeit, und das gilt auch für die Inszenierung, die aber zugleich auf fast schon althergebrachte Methoden vertraut. Schnittstakkati sind eher selten, Splatter und explizite Grausamkeiten, die in Aliens Vs. Predator 2 (Aliens Vs. Predator: Requiem, 2007) noch eine große Rolle spielten, werden zwar auch in Predators gezeigt, aber fast schon en passant. Und natürlich hat Antal für seinen Film – kein Remake, kein „Reboot“, sondern eine Weiterführung der bereits existierenden Filme, und zugleich vor allem ein Versuch der Wiederbelebung – auch eines der Wiedererkennungsmerkmale der Serie wieder eingebunden: den Kamerablick aus der Perspektive des Predators, den Sucher im infraroten Spektrum.

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In Zeiten des digitalen Kinos, dessen Spuren im Filmbild normalerweise nicht mehr zu erkennen sind, wirkt dieses sichtbar pixelig gehaltene Bild der Wärmekamera wie eine nostalgische Rückbesinnung auf traditionelle Kulturtechniken. Das hat auch etwas damit zu tun, dass, bei aller Computertechnik, hier zumindest der Eindruck entstehen soll, als sei auf der Leinwand viel praktisches Handwerk der Filmkunst zu sehen.

Antal macht in Predators also etwas Ähnliches wie in seinen letzten Filmen, Motel (Vacancy, 2007) und Armored (2009): Er nimmt klassische Genremotive und besinnt sich auf deren traditionelle Stärken, um sie durch geradezu altmodische Mittel wieder neu zu beleben. Das ist keineswegs rückwärtsgewandt, weil Antal stets ein äußerst gegenwärtiges Tempo vorlegt. Und in Predators macht er auch am Anfang schon deutlich, was von allzu nostalgischen Anwandlungen und Rezepten zu halten sei: Da finden die Protagonisten einen Toten mit einem großem Loch in der Brust, und das große Arsenal von Fallen um ihn herum – konstruiert und umgesetzt wie jene, mit denen einst Schwarzeneggers Figur dem Predator erfolgreich aufgelauert hatte – hat ihm kein bisschen geholfen.

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Das Drehbuch von Alex Litvak und Michael Finch macht die Predatoren immer noch etwas klüger, aber auch grausamer und unangenehmer, damit den Menschen wenigstens ein kleiner moralischer Vorsprung bleibt – am Ende wird das zu einer so unglaubwürdigen wie vorhersehbaren Figurenkonstellation aufgekocht und destilliert (die im Übrigen selbstverständlich eine mögliche Fortsetzung andeutet). Aber das zeigt nur deutlicher, dass Predators vor allem eine insgesamt eher trashige Actionserie fortsetzt und die moralischen Verwerfungen und Probleme eher funktional einsetzt, um zwischen den Figuren emotionale Dynamik zu erzeugen.

Antal setzt damit auch jene Szenen unter Spannung, in denen es nicht kracht, in denen nicht gejagt, geschossen, gesprengt oder aufgespießt wird, und dadurch wirkt fast der ganze Film wie unter Druck, bis zum Bersten gefüllt mit Energie. Natürlich ist das reines Attraktionskino, das die Zuschauer mit immer neuen Thrills von Moment zu Moment festhalten will, aber bei Predators funktioniert das bemerkenswert gut.

Filmkritik von Rochus Wolff

Veröffentlicht am 02.07.2010

Kommentare zu Predators

Stefan 08.07.2010 23:40

Mag der Film noch so trshig wirken... der Film ist einfach nur Kult. Ich habe alle Teile von Aliens gesehen, ebenso die von Predator. Ich muss gestehen, dass mir die Filme von Predator wesentlich besser gefallen. Alleine von den visuellen Effekten her schon... Schön, dass beide (Alien und Predator) auf einander treffen!!!! Aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich in Predators gehen....was ich bei Kinostart auch machen werde. :-) Filme beider Spezie sind sehenswert, aber ich tendiere zu Predators..... Ich hoffe nur, dass beide wieder auf einander treffen..... Vielleicht in der Konstellation Mensch und Predator gegen Alien?! ;-) In diesem Sinne.... Frohes Gruseln :-D

Erkan 11.07.2010 01:44

Lieber Gott schick Hirn vom Himmel!

Dill 18.07.2010 14:12

Der Film ist eine durchsichtige Mischung aus altem Trashmovie mit einigen modernen Videosequenzen.Der eigentliche Held des Films ist der Predator selbst, da die Ausgesetzten egozentrische, unzufriedene Charaktere symbolisieren die schon früh anerkennen müssen, dass sie den Predatoren weit unterlegen sind.Dem Zuschauer wird somit keine klar definierte 'Lieblingspartei'angeboten. Der Film lebt von der Spannung, besonders am Anfang, sowie von einzelnen stereotypischen Dialogen der Söldner. Alles in allem kein schlechter Genrefilm der jedoch die Erwartungen der im Trailer gezeigten Szenen nicht ganz erfüllen kann.

Jemand 18.07.2010 22:24

Habe den Film letzte Woche geguckt und zwei Tage später Eclipse - und hey, Predators hat mir persönlich besser gefallen (soviel zu Frauenfilmklischees ^^ )

Der Film ist natürlich kein ARTE-Themenabendfilm, der in die Tiefen der Gesellschaftskritik abtaucht, und die Handlung ist auch nicht allzu überraschend, jedenfalls nicht, wenn man schon mal einen Predator respektive Alien vs. Predator-Film gesehen hat, aber ich kann trotzdem (im besten Sinne!) sagen: Er hat gehalten, was ich mir versprochen habe, nämlich einen spannenden Action-Horrorfilm.

Die Charaktere sind zwar nicht auffallend originell, aber mich hat keiner davon genervt ;) Obwohl ich nicht alles ganz einleuchtend fand, hab ich keine logischen Schwächen entdeckt, für die man keine Erklärung finden könnte.
Die Atmosphäre ist meiner Meinung nach sehr gelungen, die Effekte sind überzeugend und die Spannung wird konstant gehalten. Dazwischen gibt es immer mal wieder einen kleinen Lacher zur Entspannung.

Das Ende schreit ziemlich offensichtlich nach einer Fortsetzung und ich hab nichts dagegen, besonders wenn man dabei mal nicht wie in AVP II, Jurassic Park II, Predator II und diversen anderen Fortsetzungen die Handlung in die Stadt verlegt, sondern dem Setting treu bleibt.

Für Fans der Reihe eine würdige Fortsetzung; mir persönlich hat dieses Remake auch besser gefallen als die "alten" Predatorfilme. Auch für Neueinsteiger, die Horror-Action mögen, ganz sicher keine verschwendete zeit! ;)

Sowbug 22.07.2010 09:27

das ist kein remake sondern soll ne fortsetzung sein...und besser als die "alten" filme? typisches beispiel von hollywood-blockbuster-spezial-effects verdummung...sry aber als frau bleib lieber bei deinem eclipse-kram

Armin Hofstädter 31.07.2010 22:35

Der Film ist schon wieder soo schlecht, dass es mir die Zeit meines Lebens wert ist, diesen Eintrag zu verfassen, vielleicht lässt sich zumindest eine Person davon abhalten, ihn anzusehen.

margrue 03.09.2010 16:57

Ich schließe mich Herrn Hofstädter an! Bin zwar ein absoluter Predator Fan und habe sogar das Messer (Replik aus Predator) an der Wand, muss jedoch enttäuscht feststellen, dass Predators totaler Scheiß ist. Wer finanziert diesen Mist eigentlich? Spätestens wenn sich der Regisseur das fertige Werk anschaut muss er doch sehen, dass er Mist gedreht hat. Meine Hoffnung richtet sich nun auf "Alien 5".

JanGunnar 20.01.2011 15:45

Um James Cameron mal zu zitieren: Es langt heutzutage einfach nicht mehr, eine Fortsetzung von irgendeinem erfolgreichen Kinofilm von früher zu machen und dann zu denken, egal wie die Story etc. ist-wird das schon wieder ein Erfolg werden!
Trotz aller Warnung schaute ich mir Predators auf DVD an, um mir selbst ein Urteil zu bilden. Der Film ist noch nicht mal sehr unterhaltsam und strotzt zudem noch von Filmfehlern. Zuviel ist einfach abgekupfert aus anderen Filmen, vorhersehbar und unrealistisch. Da bringt auch kein Lawrence Fishburne mehr irgendeine Stimmung. In der Urversion von 1987 wurden gewisse Spannungen geweckt, an die keine Fortsetzung mehr rankommt. Es ist einfach so, als ob man die Titanic heben würde und statt Leo nun mit irgendeinem B-Actor den Film nochmal anders zeigen würde...langweilg.

Kurz noch zu Alien 5 von meinem Vorschreiber: Ridley Scott sagt geplanten "Alien"-Film ab und kündigt stattdessen "Prometheus" an...vieleicht ja ganz gut so.

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DVD von Predators

 

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Berlinale im Dialog

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Film-Angaben

Titel: Predators

USA 2010

Laufzeit: 105 Minuten

Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe

 

Regie: Nimród Antal

Drehbuch: Alex Litvak, Michael Finch

Produktion: Robert Rodriguez, Elizabeth Avellán, John Davis

Bildgestaltung: Gyula Pados

Montage: Dan Zimmerman

Musik: John Debney

Darsteller: Adrien Brody, Alice Braga, Laurence Fishburne, Topher Grace, Danny Trejo, Oleg Taktarov, Louis Ozawa Changchien, Derek Mears, Brian Steele, Carey Jones

 

Kinostart: 08.07.2010

 

DVD-Angaben

Titel: Predators

Vertrieb: 20th Century Fox

Bild: 2,35:1, 16:9

Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Italienisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch

Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe

Spieldauer: 102 Minuten

 

Extras: Audiokommentar von Robert Rodriguez und Nimrod Antal; Unbekanntes Terrain; Prequel-Comic

 

Verleih ab: 05.11.2010

Verkauf ab: 05.11.2010

 

Weitere Filme

... von Nimród Antal

Armored
USA 2009
Mit Matt Dillon, Jean Reno

Motel
USA 2007
Mit Luke Wilson, Kate Beckinsale

Kontroll
Ungarn 2004
Mit Sándor Csányi, Zoltán Mucsi, Csaba Pindroch

... mit Adrien Brody

Detachment
USA 2011
Von Tony Kaye

Midnight in Paris
Spanien, USA 2011
Von Woody Allen

Splice
Kanada 2009
Von Vincenzo Natali

... mit Alice Braga

The Rite - Das Ritual
USA 2011
Von Mikael Håfström

Repo Men
USA 2010
Von Miguel Sapochnik

Die Stadt der Blinden
Kanada, Brasilien, Japan 2008
Von Fernando Meirelles

 

Links

Predators Pressespiegel film-zeit.de

Predators auf moviepilot

IMDB-Eintrag zu Predators

 

Copyright Predators

Fotos: © 20th Century Fox

 

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