Verschwörung im Berlin-Express

Mit Verschwörung im Berlin-Express hat der schwedische Regisseur Peter Dalle einen wilden Mix aus Thriller und Komödie geschaffen, der optisch an den Film Noir der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnert, sich aber im Übrigen an die Maxime des österreichischen Philosophen Wittgenstein hält, dass nichts so ist wie es scheint.

Verschwörung im Berlin-Express

Agatha Christies Mord im Orient-Express, der Film Noir, die Sketche Monty Pythons und Peter Sellers Inspektor Clouseau standen Pate für diese originelle schwedische Komödie. Die Handlung spielt, darauf weist der deutsche Titel hin, im Berlin-Express, der sich nach Kriegsende von Stockholm auf den Weg nach Deutschland begibt. An Bord sind zunächst ein mörderischer Arzt, seine scheinbar ahnungslose Ehefrau, seine offensichtlich naive Geliebte, ein schusseliger Literaturkritiker mit Vorliebe für den österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein, zwei exzentrische Homosexuelle, ein verwundeter Kriegsheimkehrer und zwei Nonnen, die eine Gruppe baltischer Flüchtlinge begleiten.

Verschwörung im Berlin-Express

Den Part des merkwürdigen Schaffners übernahm der Regisseur Peter Dalle selbst. Mit Verschwörung im Berlin-Express (Skenbart) hat er eine bissige schwarze Komödie geschaffen, die sich aus der Schatzkammer der Filmgeschichte mit vollen Händen bedient und gleichzeitig Genrekonventionen bewusst karikiert: trottelige Helden, lebensbejahende Kriegsheimkehrer, den Glauben verlierende Nonnen. In diesem Schwarz-Weiß-Film kann der Zuschauer weder den weiteren Verlauf der Handlung noch die Absichten der Protagonisten abschätzen und so wird ihm die These Wittgensteins, dass eben nichts so ist wie es scheint, auf äußerst unterhaltsame Weise nahe gebracht.

Kommentare

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.