Klick

Eine universelle Fernbedienung, mit der man sein Leben in den Griff bekommt, verspricht die Werbung zu Adam Sandlers neuem Film Klick (Click, 2006). Super findet dies zumindest seine Filmfigur und spult sich kurzerhand durch ihr eigenes Leben.

Klick

„Lazy Bones“ („Faule Knochen“) wurde inoffiziell Anfang der fünfziger Jahre eine der ersten Fernbedienungen genannt. Klobig und mit einem Kabel am Fernseher verbunden, erlaubte sie es dem Zuschauer, durch die damals noch vergleichsweise wenigen Programme zu zappen. Fernsehen ohne sie? Heute unvorstellbar. Und wohl nur wenige Geräte hatten eine so große Auswirkung auf unseren Umgang mit den Massenmedien wie die Fernbedienung.

Ein Haufen fauler Knochen ist auch Adam Sandlers Figur in Klick. Der Film basiert auf der haarsträubenden Idee, dass es eine Fernbedienung für alles gibt. Bellt beispielsweise der Hund zu laut, so lässt sich ganz einfach die Lautstärke reduzieren oder langweilige Tätigkeiten können im Schnelldurchlauf übersprungen werden. Dieses „Geschenk des Himmels“ kommt für den Architekten Michael Newman (Adam Sandler) gerade richtig und trotz Warnungen vom geheimisvollen Hersteller des Gerätes (Christopher Walken) setzt er es exzessiv ein. Mit der Zeit passt sich die Fernbedienung Michaels Gewohnheiten an und spult automatisch vor, sobald dem jungen Mann langweilig wird.

Klick

Klick ist eine eigenartige Mischung aus plumper Komödie und trivialem Pathos. David Hasselhoff als Michael Newmans Vorgesetzter stellt dabei den komödiantischen Tiefpunkt des Films dar. Seine Witze spielen sich fast ausschließlich unter der Gürtellinie ab, und seine Rolle beschränkt sich auf die eines puren Gaglieferanten.

Im Vergleich dazu hält sich Adam Sandler zurück. Klick ist nicht ausschließlich eine Komödie, sondern schneidet auch ernste Themen an. Um seine langweilige Arbeit zu umgehen, überspringt Michael nicht nur diese, sondern verpasst gleichzeitig auch sein Privatleben. Eine Tatsache, die er erst viel zu spät bemerkt. In diesem Spannungsfeld zwischen familiären und beruflichen Verpflichtungen entscheidet sich Michael stets für den Beruf. Gerade dieser Konflikt erhält mit fortschreitender Handlung einen so sentimentalen Anstrich, dass der Film zu einem weinerlichen Rührstück verkommt.

Klick

Die Grundkonstellation von Klick erinnert dabei an die von Harold Ramis’ Und täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day, 1992), wobei dieser Film die Gratwanderung zwischen Komödie und Tragödie ohne überflüssiges Pathos deutlich besser meistert. Schmerzlich vermisst man hingegen in Klick die subtilen Zwischentöne, welche Ramis’ Komödie auszeichnen.

 

Trailer zu „Klick“


Trailer ansehen (1)

Kommentare

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.