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Happiness – Kritik

Das Streben nach Glück wird in Todd Solondz’ bitterböser Satire zur Maskerade degradiert. Statt Fröhlichkeit erwartet den Zuschauer ein soziales Netz aus Perversion und Zwang. Filmkritik 

Filmfestival Locarno 2011 – Das Programm

Cinephilie scheint sich auch das 64. Filmfestival von Locarno auf die Fahnen zu schreiben. Gestern veröffentlichte Locarno, eine der ältesten und historisch zentralen Filmveranstaltungen Europas, das diesjährige Programm. Die zweite Edition des schweizerischen Festivals unter der Leitung des Franzosen Olivier Père findet vom 3. bis 13. August statt. Im internationalen Wettbewerb stehen viele interessante Namen, die in Deutschland zum großen Teil kaum sicht- oder greifbar sind. Dazu gehören American-Independent-Regisseure wie Azazel Jacobs, von dem in Berlin dank der Unknown Pleasures bereits mehrere Filme zu sehen waren (Nobody Needs To Know, 2003; The GoodTimesKid, 2005; Momma's Man, 2008). Jacobs zeigt in Locarno Terri, in dem einer der Indie-Loser par excellence eine Hauptrolle spielt: John C. Reilly. Die deutsch-amerikanische Koproduktion The Loneliest Planet, deren Uraufführung in Locarno stattfindet, ist erst der zweite Spielfilm von Julia Loktev, Regisseurin von einem der interessanteren Beiträge zur Darstellung des Terrorismus im Kino, Day Night Day Night (2006). Auch Laurent Achard, einer der vielen Franzosen im Programm, legt nach dem sehr eigenwilligen Locarno-Erfolg Le dernier des fous (2006) erst jetzt wieder nach: Last Screening (Dernière Séance) heißt sein neuester und dritter Langfilm. Etwas bekannter im Festivalcircuit ist der Franko-Algerier Rabah Ameur-Zaïmeche, der mit Bled number one (Un Certain Regard 2006) und Dernier maquis (Quinzaine des réalisateurs 2008) bereits zwei Mal nach Cannes eingeladen wurde, den der ehemalige Quinzaine-Leiter Père nun aber zur Weltpremiere nach Locarno holt. News 

Ein Film im Entstehen

Zwei Fotos und drei Zeilen Text. Das ist der gestrige Eintrag im Tagebuch von Rudolf Thome. In knappen Beiträgen und einer Fülle an Bildern kann dort aktuell Tag für Tag verfolgt werden, wie sein neuer Film Ins Blaue entsteht. Gestern vermeldete er etwa, dass sein Drehteam komplett sei, samt Foto des neuesten Crew-Mitglieds. Das klingt unspektakulär, und genau darin liegt auch die bestechende Schönheit der Seite und das große Vergnügen, das das Lesen von Thomes Beiträgen auslöst. Denn anders als bei jedem Making-of wird hier nicht mit der Brille der Zukunft, des fertigen, zur Vermarktung bereiten Films der Blick auf die Vergangenheit gerichtet und eine Kausalkette hergestellt. Anstatt nur das Ergebnis in Etappen zu zeigen, wird der Leser hier Zeuge der lediglich chronologisch geordneten Entwicklung, sieht die Bewerber, die letztlich nicht für das Team ausgewählt wurden, genauso wie die möglichen Drehorte, die es vielleicht nie in den Film schaffen werden. Den Monat Juni über kann man so einen großen Teil des Location-Scoutings in Italien verfolgen. In beiläufigem Ton und ohne jede Eitelkeit präsentiert Thome sich selbst, seine Hoffnungen genauso wie seine Misserfolge. Ein absolutes Must-Read.

Zum Tagebuch von Rudolf Thome News