DOA: Dead Or Alive

Auf einer Insel irgendwo im Meer vor Asien findet das wichtigste Nahkampfturnier der Welt statt. Teilnahmebedingung: Bikini-Figur.

DOA Dead or Alive 01

Wenn in den 1980er Jahren ein Film in einem Kampfsportturnier kulminierte und es sich dabei nicht um ein harmloses Teenagerdrama à la Karate Kid (The Karate Kid, 1984) handelte, dann prügelten sich zumeist verschwitzte Männerkörper in schmutzigen Hallen gegenseitig zu blutigen Muskelmassen. Das nannte sich dann zum Beispiel Bloodsport (1988), handelte von männlichen Dingen und Selbstbehauptung, und gerne zeigte Jean-Claude van Damme darin seinen ach so berühmten Spagat.

Dead Or Alive setzt sich von solchen Filmen deutlich ab. Zwar trägt diese Leinwandversion der gleichnamigen Computerspielreihe das Martialische noch im Namen, doch was hier zu sehen ist, ist reines eye candy; kein Blutstropfen stört die Bonbonparade, da mögen Fäuste, Füße und Schwerter noch so fliegen, selbst an den Unterlegenen ist zuletzt keine Schramme zu sehen. Das würde das schöne Bild doch empfindlich stören, das die nicht selten weiblichen und leicht bekleideten Körper der Kämpfenden bieten.

DOA Dead or Alive 02

Die Charaktere, insbesondere die vier Protagonistinnen, sind wie auch die Handlung des Films den acht von der Firma Tecmo entwickelten Spielen entlehnt. Im Wesentlichen geht es um ein Kampfsportturnier, zu denen die jeweils besten Kämpfer unterschiedlicher Kampfstile eingeladen werden. Von den unterschiedlichen Stilen ist zwar im Verlauf der Kämpfe nur wenig zu bemerken, aber es sind erfreulich viele Frauen unter den Teilnehmern, und zwischendurch wird, weil es ja auch das Spiel Dead Or Alive Xtreme Beach Volleyball gibt, eine Partie Volleyball gespielt. In Bikinis natürlich. Man muss sich das Turnier also als eine Art Robinsonclub mit Nahkampfunterhaltung vorstellen, auf einer Insel irgendwo im Indischen Ozean.

DOA Dead or Alive 03

Dead Or Alive ist ein reines, sehr buntes Spektakel ohne sittlichen oder intellektuellen Mehrwert. Die Kämpfe sind flott, schnell geschnitten und immerhin so kurzweilig, dass der Showdown sogar recht fad wirkt. Das Turnier wird nur durch das Minimum an Dialogen unterbrochen, das für den Fortlauf der Handlung notwendig ist. Ohne Bruch kann Regisseur Corey Yuen in seiner Phantasiewelt auch Archaisches (die Ninja-Prinzessin auf dem Berg) mit Hochmodernem (Nanoroboter!) vermischen, indem er die Bilder auf hochglänzend glatt poliert. Vor allem in den Kampfszenen orientiert er sich an Ästhetik und Bilderwelt des Computerspiels – man kennt ja seine Zielgruppe.

Nur manchmal hätte man sich Mut zu noch etwas mehr Künstlichkeit gewünscht, scheint doch zuletzt nur die Ninja Ayane (Natassia Malthe) mit ihren fliederfarbenen Haaren so richtig in den Film zu passen. Gegen diese Farbe aber ist alles andere langweilig.

 

Trailer zu „DOA: Dead Or Alive“


Trailer ansehen (1)

Kommentare


Kratos

Ich stimme herrn Wolff zu muss aber dazu sagen: Ich persönlich fand es ganz gut dass die Mädels auch zu Ende des Films keinen Kratzer hatten. Das würde doch die Männerfantasien erheblich stören, und das mag auch ich nicht sonderlich. (Schmunzel)


Cheops

Jeder, der auf Kampfsport aus ist, der ist bei diesem Bonbonfarbenen Spektakel erstmal falsch. Die FSK 12 spricht da deutliche Bände und auch Asien ist nicht mehr als eine, rein filmische Kulisse. Es ist ein Film, den man nicht ernst nehmen sollte und der auch nicht ernst genommen werden will, aber wer halbnackte Mädels mag, die sich in bunt prügeln, der ist bestens bei dem Film bedient.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.