Formvollendet und lyrisch: Ein Leben lagert den Plot von Guy de Maupassants Roman in Andeutungen aus – dafür rückt der Film Geste und Blicke, das Rauschen des Windes in den Blättern und die Nachtluft am Fluss in den Fokus. Filmkritik
Weggehen oder hierbleiben? Die österreichische Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann zieht es oft in die Ferne, aber immer auch wieder zurück ins eigene Land – wo Heimat mittlerweile nicht mehr Sissi meint, sondern zwielichtiges politisches Schlagwort geworden ist. Das Berliner Arsenal widmet ihr bis Ende April eine Werkschau. Special
Die Krankheit als Waffe, oder wie ein Anti-Psychiatrie-Projekt zwischen den Erzählungen von „staatlicher Repression“ und „gewaltsamem Widerstand“ zerrieben wurde. Im Nebel dieser Erzählungen findet SPK Komplex die einzige lebendige Spur der Vergangenheit. Filmkritik
Während der Fahrt aus dem Auto steigen: Greta Gerwig zeigt ein Coming-of-Age im provinziellen Sacramento als Chaos gleichzeitiger Überforderungen und setzt dem von Jungsgeschichten dominierten Genre ein Girlhood-Porträt entgegen. Filmkritik
Chris Dercons vorzeitig beendete Intendanz ist eine verpasste Chance für die Stadt und ein Armutszeugnis für die hiesige Kulturszene. Über eine von Vorurteilen belastete Debatte und ein Theaterprogramm, das etwas radikal Anderes versuchte, ohne dass es jemand mitbekommen hätte. Special
Es gibt viele Gründe, noch bis Ende Juni die Helmut-Käutner-Retrospektive im Berliner Zeughauskino zu besuchen. Wir bieten einen kleinen Einblick in Käutners Werk anhand drei seiner schönsten Filme. Special
Die Erde wird in A Quiet Place von Monstern mit empfindlichem Gehör bevölkert. Einer Familie, die sich häuslich niederlassen will, bleibt somit nur das Schweigen. Filmkritik
Verwundete Gegend: Renārs Vimbas Erstlingswerk Sanfter Schlamm erzählt von Fluchtbewegungen aus der lettischen Provinz und vor allem von den Spuren, die sie hinterlassen. Die dableiben, stochern in Pfützen herum oder zünden Gebäude an. Filmkritik
Scheidungsantrag per SMS, schwindende Menschlichkeit im Notfalldienst. Boris Klehbnikov beobachtet in Arrythmia empört, wie Privat- und Berufsleben eines Notarztes ganz für sich außer Kontrolle geraten. Filmkritik
Nachdem in Homo Sapiens die Menschheit vollständig aus seinem Kino verschwunden war, vermisst der österreichische Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter in Die bauliche Maßnahme nun nicht nur die Weite der Landschaft in einer alpinen Grenzregion – sondern vor allem die politischen Befindlichkeiten der Anwohner. Filmkritik