The Yards - Im Hinterhof der Macht – Kritik

Mediatheken-Tipp: Per Feuertaufe ins Leben der Erwachsenen. In James Grays The Yards - Im Hinterhof der Macht landet ein eigenschaftsloser Mark Wahlberg in einem Mafiakrieg und kann sich auf nichts verlassen außer auf seinen Dackelblick.

James Grays Filme begleiten meist Macher, die entschieden vorgehen. The Yards jedoch handelt von einem jungen Mann ohne Eigenschaften (Mark Wahlberg), der sich nicht so recht entscheiden mag. Zu Beginn des Films fährt er in einer Bahn in New York ein und verlässt die Stadt schlussendlich wieder auf dieselbe Weise. Dazwischen liegt der Abstieg in ein episches Familiendrama, das wie Grays We Own the Night eine Variation von Der Pate darstellt. Wie Michael Corleone landet Wahlberg in einem Mafiakrieg, der eine umfassende Veränderung in ihm hervorruft.

Auch in The Yards bekommen wir erst die Maske einer heilen Welt präsentiert, unter der Gewalt, Machtkämpfe und Lügen lauern. Anders als in Francis Ford Coppolas Mafiaepos greift der Film weiter – und könnte das Bindeglied zur umfassenden Gesellschaftsanalyse im Thrillergewand von The Wire sein. Die Grenzen zwischen Verbrechen, Wirtschaft und Politik verwischen, Inzest, Rassismus und sozialdarwinistische Pragmatik herrschen, Vaterfiguren fehlen.

Wahlberg muss lernen, in einem Sumpf Entscheidungen zu treffen, die ihn, egal wie er wählt, nicht unbefleckt lassen. Es entsteht ein Coming-of-Age-Film, der per Feuertaufe ins Leben der Erwachsenen führt. Wahlberg kann sich nicht mehr wie zu Beginn unschuldig treiben lassen, sondern muss lernen, mit den unangenehmen Entscheidungen zu leben, die er getroffen hat. The Yards zeigt den Gang eines Naivlings durch die Hölle, nur wird er nicht von Vergil begleitet, sondern lediglich von seinem hilflosem Dackelblick.

Der Film steht bis 30.09.2026 in der Arte-Mediathek

Neue Kritiken

Trailer zu „The Yards - Im Hinterhof der Macht“


Trailer ansehen (1)

Neue Trailer

alle neuen Trailer

Kommentare

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.