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Das chilenische Kino und Machuca: Die Gegenwart trifft die Vergangenheit

Mit Machuca, mein Freund (Machuca, 2004) ist dem chilenischen Regisseur Andrés Wood nicht nur ein emotional aufwühlendes, sondern auch angenehm unspektakuläres Drama über die Erlebnisse eines zwölfjährigen Jungen zur Zeit des Militärputsches in Chile gelungen. Selten zuvor reflektierte ein Film die gegenwärtigen Entwicklungen in der chilenischen Gesellschaft, wie es bei Woods jüngster Regiearbeit der Fall ist. Den Deutschlandstart von Machuca nahm sich critic.de zum Anlass, in Zusammenarbeit mit dem chilenischen Gastautor Victor Cubillos einen Blick auf das hierzulande kaum bekannte chilenische Kino zu werfen. weiter 

Unsere Favoriten: Wes Anderson

Mit nur sechs Spielfilmen hat sich Wes Anderson als eine der wichtigsten Kreativkräfte der weltweiten Filmkunst etabliert. Die Mischung von grell-absurder Komik und leiser Melancholie, samt quijotesquen Figuren macht seine Filme in der gegenwärtigen Komödienlandschaft und darüber hinaus unverwechselbar.
Innerhalb des amerikanischen Mainstream-Kinos versteht es der 1969 in Houston geborene Texaner auf genauso unterhaltsame wie intelligente Art, mit filmischen Formen und Konventionen zu experimentieren. Der Bezug zum Formalismus ist von Film zu Film größer geworden. Wie seine Figuren scheint sich Anderson immer mehr von der Realität abkapseln zu wollen, um in seine ganz eigenen Parallelwelten einzutauchen. Auch wenn Andersons jeweilige Filme dabei nicht immer auf einem gleich hohen künstlerischen Niveau anzusiedeln sind, zeichnet sich ein jeder unter ihnen doch durch ganz eigene Ansätze und Variationen aus, die eine gesonderte Betrachtung verdienen. weiter 

Der ganz normale Filmalltag

Berlinale 2005: Politik der unpolitischen Filme

Zwei Wochen nach der Berlinale ist die Hauptstadt definitiv zum Filmalltag zurückgekehrt. Der medial omnipräsente Filmstart von Sophie Scholl gestaltete sich verhältnismäßig positiv. Die deutsche Vergangenheitskultivierung schaffte es mit über 130.000 Besuchern am ersten Wochenende immerhin auf den vierten Platz der Zuschauergunst.
Das Phänomen des politischen Films, ein offenkundiger Angelpunkt der Berlinale 2005, sorgte auch bei uns für intensive Debatten. Mit etwas Abstand untersuchen wir die Zusammenhänge zwischen einigen der prominentesten angeblich politischen Filme des Festivals - natürlich ausgehend von eben jenem deutschen Erfolgsfilm über die zur Ikone stilisierten Sophie Scholl, denn auch über die Manipulierung der „dokumentarischen Realität“ kann nicht genug geschrieben werden. weiter