Ein schwieriger Vater, vielleicht eine Halbschwester und die Skelette der Vergangenheit. In seinem jüngsten Fernsehfilm lässt Dominik Graf einiges auf seine Protagonistin einprasseln. Mein Falke ist eine angenehm kleinformatige Erzählung über die Frage, wie viel Leben im eigenen Leben steckt. Filmkritik
Apple TV+: In Ridley Scotts Biopic ist Napoleon auf dem Schlachtfeld ein windiger Hanswurst, im Bett jedoch weniger begabt. Sein Film ist gut gelaunte Majestätsbeleidigung – und giftiges Melodram über zwei Menschen, die keinen Ausdruck für ihre Zuneigung finden. Filmkritik
Ein im thailändischen Exil lebender Franzose muss seine Tochter aus dem Rotlichtmilieu befreien. Xavier Gens’ mitunter an Slow Cinema grenzender Actionfilm interessiert sich für nichts als seinen Protagonisten und setzt dessen Zerfleischung mit drastischer Brutalität ins Bild. Filmkritik
Von den flüchtigen Empfindungen der Pubertät zur Erinnerung an die eigenen Eltern: Die Filme von Noémie Lvovsky, die ab diesem Freitag im Berliner Arsenal zu sehen sind, bemerken stimmungshaft und mit Lust an der Übertreibung die Abdrücke vergehender Zeit. Special
„Solidarity, not charity“. In seinem möglicherweise letzten Film lässt Ken Loach eine Gruppe syrischer Neuankömmlinge die Stammkundschaft des Pubs The Old Oak entzweien. Filmkritik
Steine springen lassen, Steine sammeln, Steine verlieren: Eine Frau und ein Mann vertreiben sich am Flussufer die Zeit. Geduldig verharrt der japanische Film There is a Stone bei scheinbar sinnlosen Gesten und eröffnet einen kontemplativen Blick auf die Welt. Filmkritik
Play it again, Marty: In der zweiten Folge unseres neuen Film-Podcasts geht es um die neuen und hoffentlich nicht letzten Filme von Martin Scorsese, Ken Loach und Aki Kaurismäki. Special
Massaker am Black Friday: Eli Roth löst das Versprechen ein, das er einst mit seinem Grindhouse-Fake-Trailer gab. Thanksgiving belebt pflichtschuldig Slasher-Motive der 1980er Jahre wieder, vergisst dabei aber ein zentrales Element. Filmkritik
Ein junger Schwuler, der aus der Provinz ausbrechen möchte, wird zum Schriftsteller, der in der verhassten Heimat seine Wunden heilen will. Olivier Peyon erzählt von vertanen Chancen sowie einer erlösenden Begegnung und besticht vor allem mit Musik und intimen Flashbacks. Filmkritik
Festgefahrenes auflösen, Verbindungen sichtbar machen: Wegbegleiter*innen Harun Farockis teilen bei einer Lesung Erinnerungen, eine Filmtrilogie kassiert die Erzählung vom isolierten rechten Einzeltäter ein und ein Ferienort an der Adria wird als künstliches Gebilde aus dolce vita und Ausbeutungsverhältnissen entlarvt. Ein Sehtagebuch von der geschichtsträchtigen Dokumentarfilmwoche. Special