Vor dem Tonfilim war alles besser: Damien Chazelles Ode an das frühe Hollywood schwankt zwischen herrlichen Schweinereien und vielsagenden Dialogszenen, will zugleich zügellose Vaudeville-Show und ernsthafter Oscar-Kandidat sein. Filmkritik
Ob es eine zweite Staffel geben wird, kann bezweifelt werden: Nicolas Winding Refns Netflix-Serie über die Unterwelt der dänischen Hauptstadt zeigt seine Obsessionen in ihrer schönsten Form und ist auch für Fans teils eine Grenzerfahrung. Ein Sehtagebuch. Filmkritik
Was wäre, wenn KI ein Gesicht hätte, eine Stimme, einen Körper? Mit einer lebensgroßen Puppe für Kinder probiert M3GAN aus, was passieren könnte. Dabei interessiert sich die Big-Tech-Chucky-Variante vor allem für das komische Potenzial des Stoffes. Filmkritik
Neu auf DVD: Takayuki Hiraos Anime Pompo: The Cinéphile glaubt daran, dass Filme Leben verändern, seelische Verletzungen heilen und Hoffnung schenken können. Doch unter den Augen der Hauptfigur sind durchgängig schwarze Ringe. Filmkritik
Neu auf Disney+: Zach Greggers Horrorfilm Barbarian über ein unheimliches Airbnb wartet mit Atmosphäre und Absurditäten auf, tut sich aber manchmal schwer, die eigenen Abgründe auszukosten. Filmkritik
Klassenkampf in der Uhrenfabrik: Cyril Schäublin unternimmt eine Reise in das Schweizer Jura der 1870er Jahre und trifft dort auf Anarchist Piotr Kropotkin. Unruh versteckt die historische Brisanz im Beiläufigen und hat Close-ups vor allem für Uhrengehäuse übrig. Filmkritik
Im Januar birgt das Berliner Festival „Unknown Pleasures“ wieder alte und neue Schätze des US-Indiekinos: diesmal unter anderem einen neuen Film von Frederick Wiseman, Einsichten aus dem Sensory Ethnography Lab und das Werk des viel zu wenig bekannten Regisseurs Michael Roemer. News
Innere und äußere Getriebenheit: Wo sie Serientäter über endlose Landstraßen jagen, kommen Filme wie The Hitcher und Romane wie White Knuckle ganz zu sich. Über das faszinierende, idiosynkratische Werk des Grenzgängers Eric Red. Special
VoD: Ein melancholischer Esel in Nahaufnahme oder als Silhouette, die Welt aus seiner Perspektive oder wie der Film sie sich vorstellt: Regisseur Jerzy Skolimowski nimmt sich in seinem Spätwerk EO alle Freiheiten. Filmkritik
Ein ambitionierter Dichter verliert schon zwei Jahrhunderte vor der Fake-News-Debatte den Glauben an die Integrität des Journalismus. Xavier Giannolis Balzac-Verfilmung Verlorene Illusionen versprüht Routine, wäre aber eigentlich gern so wild wie der Wolf of Wall Street. Filmkritik