September

Kalendarium - September

Noch bevor am 8. September das Filmfestival von Venedig mit der Löwen-Vergabe schließt beginnt in Kanada am Donnerstag das 32. Toronto International Film Festival. Das seit 1976 stattfindende TIFF ist traditionell wettbewerbslos, dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – steht es hoch im Kurs für Welt- und Nordamerika-Premieren vielversprechender Produktionen, so wie in den letzten Jahren etwa die später oscar-prämierten Sideways (2004) und Ray (2004). Dieses Jahr feiert zum Beispiel Wayne Wang nach Noch einmal Ferien (Last Holiday, 2006) seine Rückkehr zum Low-Budget Independent Film mit A Thousand Years of Good Prayers und dem Dokumentarfilm The Princess of Nebraska. Beide Werke laufen in der „Masters“-Sektion, in der auch Volker Schlöndorffs Ulzhan gezeigt wird. Die Sektion „Canada First“ indes beschäftigt sich ausschließlich mit nationalen Produktionen. Interessant sein dürfte auch Kultregisseur David Cronenbergs neuestes Werk Eastern Promises mit Viggo Mortensen und Naomi Watts, das – ähnlich wie bereits A History of Violence – die Themen Familie und organisiertes Verbrechen zusammenführt und auf dem Festival in der Sektion „Gala Presentation“ gezeigt wird. Das 32. TIFF läuft bis zum 15. September.

Am 12. September geht es in Deutschland weiter mit dem 14. Internationalen Filmfest Oldenburg, das sich seit seiner Gründung vor 13 Jahren vor allem dem amerikanischen Independentfilm verschrieben hat. Eine diesjährige Retrospektive befasst sich mit den Filmen des oft polarisierenden New Yorker Filmemachers Abel Ferrara (Bad Lieutenant, 1992), in der der Regisseur selbst auch gleich sein neuestes Werk Go Go Tales mit Willem Dafoe und Bob Hoskins vorstellen wird. Damit auch heimische Indie-Produktionen nicht zu kurz kommen, fördern zwei Wettbewerbe im Rahmen des Filmfestes junges deutsches Independent-Kino. Neben den „German Independence Award – Bester deutscher Film“ gesellt sich 2007 zum ersten Mal der „Otto-Sprenger-Preis“, der vornehmlich an Filmnachwuchs mit norddeutschem Bezug vergeben werden soll. Das 14. Internationale Filmfest Oldenburg läuft bis zum 16. September.

Im spanischen Baskenland startet am 20. September das 55. San Sebastian International Filmfestival, eines der 12 A-Festivals. In nicht weniger als zehn verschiedenen Kategorien werden auf dem Festival Preise vergeben. Unter den 19 Filmen, die diesmal im Wettbewerb um den Hauptpreis – die „Goldene Muschel“ – stehen, befindet sich auch Free Rainer – Dein Fernseher lügt, der neue Film von Hans Weingartner (Die fetten Jahre sind vorbei, 2004) sowie der englisch-deutsch-koproduzierte Dokumentarfilm Earth. In der Sektion Horizontes Latinos befasst man sich hingegen ausschließlich mit spanischen und lateinamerikanischen Produktionen. Das 55. Donastia Zinemaldia Festival de San Sebastian läuft bis zum 29. September.

Am 23. September geht es dann wieder nach Deutschland zum 30. Internationalen Kinderfilmfestival LUCAS. Wie jedes Jahr seit 1974 findet das älteste deutsche Kinderfilmfestival in Frankfurt am Main statt und kürt neben dem besten Film für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren auch den besten Kinder-Kurzfilm. In der Langfilm-Sektion konkurrieren diesmal unter anderem Uranya von Costas Kapakas aus Griechenland, Mahek von Kranti Kanade aus Indien oder Fidel ist schuld (La Faute à Fidel) von Julie Gavras aus Frankreich. Unter den diesjährigen elf Nominierten befindet sich – die schwedisch-norwegisch-deutsche Koproduktion Hoppet ausgenommen – kein deutscher Film. Anders in der Kurzfilmkategorie, wo gleich drei deutsche Produktionen nominiert sind: Louis Elefantenherz von Julia Ziesche, Der fliegende Mönch von Batmunh Suhbaatar und Ausgerechnet Fußball von Janina Dahse.

Am 27. September startet das 15. Filmfest Hamburg. Bis zum 4. Oktober ist die Elbstadt dann Schauplatz von insgesamt 130 internationalen Filmen in deutscher Erstaufführung, Europa- oder Weltpremiere. Das Programm teilt sich in acht Sektionen, darunter „Nordlichter“ (vormals „Filmszene Hamburg“) mit inhaltlichem beziehungsweise produktionstechnischem Schwerpunkt Hamburg oder „Agenda 7“, in der zum Beispiel auch die vom profilierten Fotografen, Musikvideoregisseur und Langfilmdebütanten Anton Corbijn (Depeche Mode, U2) inszenierte Ian-Curtis-Biographie Control zu sehen sein wird, die bereits in Cannes mit der „Caméra d´Or (besondere Erwähnung)“ ausgezeichnet wurde. Inspiriert durch die Eröffnung der Ballinstadt auf der Elbinsel Veddel legt das Filmfest Hamburg seinen Programmschwerpunkt in diesem Jahr auf das Thema Migration. `Fokus Migration – Filme aus Koffern´ zeigt deshalb unterschiedliche filmische Auseinandersetzungen mit dem Phänomen. In diesem Zusammenhang zu sehen ist auch der ebenfalls bereits in Cannes geehrte iranische Animationsfilm Persepolis von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud. Im Rahmen des Filmestes werden jährlich außerdem mehrere Preise vergeben, unter anderem der Douglas-Sirk-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um Filmkultur und Filmbranche verdient gemacht hat, sowie erstmals 2007 der Montblanc Drehbuchpreis.

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