Oktober
Für Festivalgänger ist Oktober ein prallgefüllter Monat – man lebt praktisch aus dem Koffer und sammelt Bonusmeilen en masse.
Los geht’s am 5. Oktober mit dem 14. Filmfest Hamburg, das mit der Weltpremiere von Sebastian Schippers Ein Freund von mir mit Daniel Brühl und Jürgen Vogel eröffnet. In acht Sektionen zeigt man in der Elbestadt bis zum 12. Oktober ca. 100 internationale Spielfilme in deutscher Erstaufführung, als Europapremiere oder als Welturaufführung. Sechs Auszeichnungen werden im Rahmen des Festivals vergeben, darunter neben dem Douglas-Sirk-Preis auch der mit 10.000 Euro dotierte Otto-Sprenger-Preis für den besten Debütfilm.
Die beiden Internationalen Frauenfilmfestivals Feminale Köln und femme totale Dortmund haben sich zusammengeschlossen und präsentieren sich mit ihrer ersten Ausgabe vom 11. bis 15. Oktober in Köln. Im Mittelpunkt steht der Internationale Wettbewerb für fiktionale Langspielfilme neuer (weiblicher) Regietalente. Das beste Erstlingswerk bekommt den mit 10.000 Euro dotierten Horizonte-Debüt-Preis. In der Rubrik „Filme im Diskurs“ widmet man sich neben internationalen Werken von Regisseurinnen unter anderem auch dem internationalen Lesben-Film und ausgewählten Produktionen aus der Transgender-Szene.
Am 13. beginnt erstmals das CINEMA. Festa Internazionale di Roma und stellt sich in direkte Konkurrenz zur altehrwürdigen Biennale in Venedig. 16 Filme konkurrieren in Rom um den mit 200.000 Euro dotierten Hauptpreis für den besten Film. Eröffnen wird Fur: An Imaginary Portrait of Diana Arbus von Stephen Shainberg mit Nicole Kidman (Birth, 2004, Die Dolmetscherin, The Interpreter, 2005). Weitere Premieren feiern dort unter anderem Lasse Hallströms neuer Film The Hoax sowie das Magier-Spektakel The Prestige von Christopher Nolan (Batman Begins, 2005).
Mit der Viennale findet vom 13. bis zum 25. Oktober in Wien das älteste und zugleich größte Internationale Filmfestival Österreichs statt, auf dem heuer insgesamt über 300 Lang-, Kurz- und Dokumentarfilme gezeigt werden.
Das Hollywood Film Festival vom 18. bis 23. Oktober in Los Angeles gilt als Indikator für Filme mit Oscarchancen. Im Rahmen des Festivals wird auch der Hollywood World Award vergeben.
In England wird vom 18. Oktober bis 2. November das 50. Times bfi London Filmfestival veranstaltet, das sich besonders mit Filmen befasst, die dort sonst wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Das Semana Internacional de Cine de Valladolid findet vom 20. bis 28. Oktober zum 51. Mal in Kastilien-Léon statt. Das Filmfestival von Valladolid ist nach San Sebastian das zweitgrößte Internationale Filmfestival Spaniens.
In Japan läuft vom 21. bis zum 29. Oktober das 19. Tokyo International Film Festival, das zur Liste der zwölf A-Festivals gehört. Eröffnet wird mit Clint Eastwoods neuem Film Flags of our Fathers. Hauptpreis ist der Tokyo Grand Prix, den in den vergangenen Jahren unter anderem Alejandro Gonzáles Innáritus´ Amorres Perros (2000) und Öffne die Augen (Abre Los Ojos, 1997) von Alejandro Amenábar gewannen. Neben der traditionellen Competition und den Special Screenings, befasst man sich in den Rubriken „Winds of Asia“ mit dem kontinentalen und in „Japanese Eyes“ mit dem einheimischen Kino.
Vom 24. bis 29. Oktober finden die 40. Internationalen Hofer Filmtage in Bayern statt. Hier stehen neben vereinzelten osteuropäischen Produktionen vor allem deutsche Filme im Fokus. An den fünf Festivaltagen werden in acht Kinos ca. 130 Vorstellungen angeboten. Welche Filme dort dann unter anderem um den „Förderpreis Deutscher Film“ und den „Eastman Förderpreis für Nachwuchstalente“ streiten, ist noch unbekannt, da der Programmkatalog traditionsgemäß erst kurz vor Beginn präsentiert werden wird.
Den Abschluss des Festivalmonats Oktober bildet schließlich das 49. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm vom 30. Oktober bis 5. November. Drei Wettbewerbsbereiche küren jeweils den besten deutschen und internationalen Dokumentarfilm sowie den besten internationalen Animationsfilm. International streiten diesmal 19 Filme aus 15 Ländern im Dokumentarfilmbereich, sowie 48 Animationsfilme aus 24 Ländern jeweils um die Goldene Taube. Des Weiteren wird im traditionellen Sonderprogramm „Schulverweise“ diesmal die nationale Filmschule Dänemarks, die Kopenhagener „Den Danske Filmskole“, vorgestellt.



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