Michelangelo Antonioni gestorben

Am selben Tag wie Ingmar Bergman ist vorgestern ein weiterer bedeutender Filmregisseur verstorben: Michelangelo Antonioni. Antonionis Schaffen setzte weit über das europäische Kino hinaus Maßstäbe und hat neue Ausdrucksformen etabliert. Die Filme des Italieners brachen konsequent mit herkömmlichen narrativen Erzählgewohnheiten. Die Dramaturgie gestaltete sich dabei häufig offen und blieb fragmentarisch. Antonioni plädierte für eine neue Form des Sehens und übte mit seinen Filmen einen großen Einfluss auf die Regisseure der Nouvelle Vague aus. Im Mittelpunkt standen häufig die temps mort – die toten Momente, in denen die Handlung scheinbar außen vor bleibt und das Bild selbst, die Ausstattung, der Raum zum Gegenstand des Erzählens werden. 1966 drehte Antonioni mit Blow Up sein kommerziell erfolgreichstes Werk, das erst vor kurzem mit neuen Kopien wieder in das Kinoprogramm aufgenommen wurde. Daneben zählen Zabriskie Point (1970) und Beruf: Reporter (Professione: reporter. , 1975) zu seinen bekanntesten Arbeiten. 1995 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

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