Januar (Teil 2: Filmfestivals)
Obwohl die Gewichtung im Januar traditionell eher auf Preisverleihungen liegt, hat sich auch das ein oder andere Festival den Anfang des Jahres als Veranstaltungszeitraum ausgewählt.
Das 28. Filmfestival Max Ophüls Preis findet vom 15. bis 21. Januar in Saarbrücken statt. Benannt nach dem bedeutenden deutsch-französischen Theater-, Film- und Hörspielregisseur Max Ophüls (Brief einer Unbekannten, Letter from an Unknown Woman, 1948; Lola Montez, Lola Montès, 1955), ist das Nachwuchsfestival im Saarland seit über 25 Jahren feste und angesehene Größe in der deutschen Festivallandschaft, vor allem als Nachwuchsplattform für junge Filmschaffende aus dem deutschsprachigen Raum. Jeweils 16 Werke konkurrieren in den Bereichen Kurz- und Langfilm um den mit 18.000 € dotierten Max-Ophüls-Preis. Neben Experimental-, Video- und Kinderfilmen stehen auch die Reihen „Islam im Film“ mit einem deutschen Blick auf die Religion als Lebensphilosophie, sowie „Histoires Vraies – Wahre Geschichten von Nebenan“ mit dokumentarischen oder auf Fakten beruhenden Geschichten aus Luxemburg und den Nachbarländern, auf dem Programm. Als Ehrengast angekündigt hat sich dieses Jahr Regisseur Edgar Reitz, der seinen Film Heimat-Fragmente: Die Frauen (2006) in einer Sondervorführung am Samstag, 20. Januar um 17 Uhr im Saarbrücker CineStar vorstellen wird.
Vom 18. bis 28. Januar findet im US-amerikanischen Utah mit dem Sundance Film Festival 07 das wohl populärste Independentfilmfestival statt. 1978 von US-Schauspieler Robert Redford gegründet, namentlich in Anlehnung an seine Titelrolle als „Sundance Kid“ in George Roy Hills Zwei Banditen (Butch Cassidy and the Sundance Kid, 1969), ideell als alternativer Gegenpol zu Tinseltown und Sprungbrett für Hollywood-unabhängige Filmproduktionen, gehört das Sundance Festival mittlerweile selbst zum Establishment und hat inzwischen Konkurrenzveranstaltungen wie das seit 1995 parallel stattfindende Slamdance Film Festival auf den Plan gerufen. Insgesamt 64 Werke, davon 16 Dokumentarfilme, treten dieses Jahr in den Kategorien Independent und World Cinema gegeneinander an, unter ihnen der amerikanische Ghosts of Abu Ghraib von Dokumentarfilmer Rory Kennedy und Joe Strummer: The Future is Unwritten von Julien Temple. Nominiert ist außerdem Comrades in Dreams des Deutschen Uli Gaulke (Heirate mich - Casate conmigo, 2003).
Vom 24. Januar bis 4. Februar läuft das 36. International Film Festival Rotterdam und damit das größte Festival der Niederlande. An insgesamt 24 Filmspielorten stehen hier primär alternative Werke aus Ostasien und Entwicklungsländern im Fokus. In Konkurrenz um die seit 1995 im Rahmen des Festivals vergebenen Tiger Awards befinden sich dieses Jahr unter anderem der chinesische How is Your Fish today? (Jin tian de yu zen me yang?) sowie die belgische Romanverfilmung Ex Drummer von Koen Mortier.




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